Ösophagusulkus (Speiseröhrengeschwür)
Das Ösophagusulkus, auch als Speiseröhrengeschwür bezeichnet, ist ein Substanzdefekt der Schleimhaut der Speiseröhre, der über die oberflächlichen Schleimhautschichten hinausreicht sowie am häufigsten als Folge eines chronischen, unbehandelten Rückflusses von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre entsteht. Die empfindliche Speiseröhrenschleimhaut ist, anders als die widerstandsfähigere Magenschleimhaut, nicht auf einen dauerhaften Kontakt mit der aggressiven Magensäure ausgelegt, sodass ein anhaltender Reflux zu einer zunehmenden Schädigung sowie schließlich zur Ausbildung eines offenen Geschwürs führen kann. Ein unbehandeltes Ösophagusulkus kann zu ernsthaften Komplikationen, insbesondere Blutungen sowie einer narbigen Verengung der Speiseröhre, führen.
Ursachen
Das Ösophagusulkus entsteht am häufigsten als Folge einer chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit, bei der saurer Mageninhalt wiederholt in die Speiseröhre zurückfließt sowie deren empfindliche Schleimhaut zunehmend schädigt. Weitere Ursachen umfassen eine durch bestimmte Medikamente, insbesondere Bisphosphonate oder bestimmte Schmerzmittel, verursachte örtliche Schleimhautschädigung, eine Infektion der Speiseröhre bei stark geschwächter Immunabwehr sowie eine Verätzung nach dem Verschlucken ätzender Substanzen.
Symptome
Das Ösophagusulkus äußert sich durch anhaltende, brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die sich typischerweise beim Schlucken sowie im Liegen verstärken, sowie durch Schluckbeschwerden, die von einem unangenehmen Druckgefühl bis zu erheblichen Schmerzen beim Schlucken reichen können. Bei einer Blutung aus dem Geschwür kann es zum Erbrechen von blutigem oder kaffeesatzartigem Mageninhalt sowie zu schwarz gefärbtem, teerartigem Stuhl kommen, was ein ernstzunehmendes Warnzeichen darstellt, das umgehend ärztlich abgeklärt werden muss.
Diagnostik
Die Diagnose des Ösophagusulkus wird durch eine Magenspiegelung gestellt, bei der das Geschwür direkt sichtbar gemacht sowie gleichzeitig eine Gewebeprobe zur Abgrenzung von einer bösartigen Veränderung entnommen werden kann. Eine zusätzliche Messung des Säuregehalts in der Speiseröhre kann das Ausmaß eines zugrunde liegenden Refluxes objektivieren. Bei Verdacht auf eine akute Blutung wird die Magenspiegelung dringlich sowie mit der Möglichkeit zur unmittelbaren Blutstillung durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung des Ösophagusulkus besteht in erster Linie in einer konsequenten, hochdosierten Säurehemmung mittels Protonenpumpenhemmern, die die weitere Schädigung durch die Magensäure unterbindet sowie die Abheilung des Geschwürs ermöglicht. Bei einer zugrunde liegenden Refluxkrankheit werden zusätzliche, unterstützende Maßnahmen empfohlen, insbesondere eine erhöhte Oberkörperlagerung beim Schlafen sowie das Meiden später, großer Mahlzeiten. Eine akute Blutung wird endoskopisch sofort behandelt, während eine ausgeprägte, narbige Verengung der Speiseröhre eine anschließende Aufdehnung erfordern kann.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Ösophagusulkus ist bei rechtzeitiger, konsequenter Behandlung gut, wobei das Geschwür unter einer wirksamen Säurehemmung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Wochen abheilt. Eine unbehandelt fortbestehende Grunderkrankung, insbesondere ein anhaltender Reflux, kann jedoch zu wiederholten Geschwüren sowie im Verlauf zu einer zunehmenden, narbigen Verengung der Speiseröhre führen, weshalb eine langfristige Behandlung der auslösenden Ursache sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei anhaltenden Beschwerden von erheblicher Bedeutung sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Ösophagusulkus (Speiseröhrengeschwür): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was verursacht ein Ösophagusulkus meist?
Ein chronischer Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
Was ist ein Warnzeichen für eine Blutung?
Blutiges Erbrechen oder schwarz gefärbter, teerartiger Stuhl.
Womit wird das Geschwür behandelt?
Mit einer konsequenten, hochdosierten Säurehemmung.
Welche Komplikation kann bei ausbleibender Behandlung auftreten?
Eine narbige Verengung der Speiseröhre.
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