Dentitionskrankheit (Zahndurchbruchsbeschwerden)
Die Dentitionskrankheit, umgangssprachlich als Zahndurchbruchsbeschwerden bezeichnet, umfasst verschiedene, vorübergehende Beschwerden, die bei Säuglingen sowie Kleinkindern während des Durchbruchs der Milchzähne auftreten können, wenn sich die einzelnen Zähne ihren Weg durch das Zahnfleisch bahnen. Diese Beschwerden treten typischerweise zwischen dem sechsten Lebensmonat sowie dem dritten Lebensjahr auf, wenn nacheinander sämtliche zwanzig Milchzähne durchbrechen, wobei das genaue Ausmaß sowie die Art der Beschwerden von Kind zu Kind sowie von Zahn zu Zahn erheblich variieren können. Während der Zahndurchbruch selbst ein normaler, unvermeidlicher Entwicklungsschritt ist, können einfache, unterstützende Maßnahmen die damit einhergehenden Beschwerden bei den meisten Kindern deutlich lindern.
Ursachen
Die Dentitionskrankheit entsteht durch den natürlichen Durchbruch der einzelnen Milchzähne durch das darüberliegende Zahnfleisch, wobei der dabei entstehende Druck sowie die begleitende, örtliche Entzündungsreaktion des Zahnfleischgewebes die charakteristischen Beschwerden verursachen. Dieser Vorgang ist ein normaler, bei praktisch jedem Kind auftretender Entwicklungsschritt, wobei das genaue Ausmaß der begleitenden Beschwerden individuell erheblich variiert sowie bei manchen Kindern kaum, bei anderen dagegen deutlich ausgeprägter wahrgenommen wird.
Symptome
Die Dentitionskrankheit äußert sich durch vermehrten Speichelfluss, eine Rötung sowie Schwellung des Zahnfleisches im Bereich des durchbrechenden Zahnes sowie ein ausgeprägtes Bedürfnis des Kindes, auf Gegenständen herumzukauen, um den unangenehmen Druck im Zahnfleisch zu lindern. Eine leicht erhöhte Körpertemperatur, eine vorübergehende Unruhe sowie Schlafstörungen können den Zahndurchbruch zusätzlich begleiten, wobei hohes Fieber, ausgeprägter Durchfall oder ein deutlich reduzierter Allgemeinzustand nicht durch den Zahndurchbruch selbst erklärt werden sollten, sondern stets Anlass für eine gezielte ärztliche Abklärung anderer Ursachen sein sollten.
Diagnostik
Die Diagnose der Dentitionskrankheit wird überwiegend klinisch anhand der charakteristischen Beschwerden in Kombination mit dem altersentsprechenden Zeitpunkt sowie der sichtbaren Rötung sowie Schwellung des Zahnfleisches im Bereich des durchbrechenden Zahnes gestellt. Eine sorgfältige Untersuchung des Kindes ist wichtig, um andere, ernsthaftere Ursachen für Fieber, Unruhe oder Durchfall sicher auszuschließen, da diese Symptome fälschlicherweise häufig vorschnell dem Zahndurchbruch zugeschrieben werden, obwohl sie tatsächlich auf eine andere, behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen können.
Behandlung
Die Behandlung der Dentitionskrankheit besteht in erster Linie in einfachen, unterstützenden Maßnahmen, insbesondere dem Anbieten geeigneter, gekühlter Beißringe, die dem Bedürfnis des Kindes nach Kaudruck entgegenkommen sowie gleichzeitig eine leicht kühlende, lindernde Wirkung auf das entzündete Zahnfleisch ausüben. Eine sanfte Massage des betroffenen Zahnfleischbereichs mit einem sauberen Finger kann zusätzliche Linderung verschaffen. Bei ausgeprägteren Beschwerden kann in Abstimmung mit einer kinderärztlichen Fachperson ein für Säuglinge geeignetes, schmerzlinderndes Mittel eingesetzt werden, während von der Anwendung bestimmter, örtlich betäubender Gele bei kleinen Kindern aus Sicherheitsgründen abgeraten wird.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Dentitionskrankheit ist sehr gut, da es sich um einen vorübergehenden, mit dem normalen Zahndurchbruch verbundenen Vorgang handelt, der nach dem vollständigen Durchbruch des jeweiligen Zahnes innerhalb weniger Tage von selbst abklingt. Da im Laufe der ersten drei Lebensjahre sämtliche zwanzig Milchzähne nacheinander durchbrechen, können ähnliche Beschwerden wiederholt auftreten, wobei sie bei jedem einzelnen Zahn jeweils nur vorübergehend bestehen. Eine sorgfältige Unterscheidung zwischen normalen Zahndurchbruchsbeschwerden sowie ernsthafteren, ärztlich abzuklärenden Krankheitszeichen bleibt während der gesamten Zahndurchbruchsphase wichtig.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Dentitionskrankheit (Zahndurchbruchsbeschwerden): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
In welchem Alter treten Zahndurchbruchsbeschwerden typischerweise auf?
Zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr.
Was sind typische Beschwerden?
Vermehrter Speichelfluss, Zahnfleischrötung, Kaubedürfnis sowie eine leicht erhöhte Temperatur.
Sollten hohes Fieber oder Durchfall dem Zahndurchbruch zugeschrieben werden?
Nein, diese Symptome sollten stets ärztlich abgeklärt werden.
Was hilft am besten gegen die Beschwerden?
Gekühlte Beißringe sowie eine sanfte Massage des Zahnfleisches.
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