Nichtvereinigung der Frakturenden (Pseudarthrose)
Die Nichtvereinigung der Frakturenden, auch als Pseudarthrose bezeichnet, bezeichnet eine ausbleibende, gestörte Knochenheilung nach einem Knochenbruch, bei der die beiden Bruchenden über den normalerweise für eine Heilung erwarteten Zeitraum hinaus nicht knöchern miteinander verwachsen, sondern stattdessen eine bindegewebige, weiche Verbindung bilden, die dem betroffenen Knochenabschnitt eine ungewollte, oft schmerzhafte Beweglichkeit verleiht, welche der Beweglichkeit eines tatsächlichen, gesunden Gelenks ähneln kann, was dem irreführenden deutschen Namensbestandteil 'falsches Gelenk' zugrunde liegt. Diese Störung der Knochenheilung kann verschiedenste zugrunde liegende Ursachen haben, wobei sowohl eine unzureichende Ruhigstellung der Bruchstelle als auch eine gestörte lokale Durchblutung des Knochens sowie bestimmte Allgemeinerkrankungen zu einer solchen Heilungsstörung beitragen können. Eine Pseudarthrose stellt eine bedeutsame Komplikation der Frakturheilung dar, die häufig eine gezielte weiterführende Behandlung zur Wiederherstellung der Knochenstabilität erfordert.
Ursachen
Die Pseudarthrose entsteht durch verschiedenste, teils miteinander zusammenwirkende Faktoren, die die normale, knöcherne Heilung eines Knochenbruchs stören, wobei eine unzureichende Ruhigstellung der Bruchstelle mit anhaltender Beweglichkeit während der kritischen Heilungsphase zu den häufigsten Ursachen zählt. Eine gestörte lokale Durchblutung der betroffenen Bruchstelle, etwa infolge einer ausgeprägten Weichteilverletzung oder eines besonders komplizierten Bruchverlaufs, beeinträchtigt die für die Heilung notwendige Nährstoff- sowie Sauerstoffversorgung des Knochengewebes erheblich. Weitere begünstigende Faktoren umfassen eine bestehende Infektion der Bruchstelle, chronische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus sowie einen ausgeprägten, anhaltenden Nikotinkonsum, der die Knochenheilung nachweislich deutlich beeinträchtigt.
Symptome
Die Pseudarthrose äußert sich durch anhaltende Schmerzen an der ursprünglichen Bruchstelle, die über den für eine normale Knochenheilung erwarteten Zeitraum hinaus bestehen bleiben und sich bei Belastung des betroffenen Knochenabschnitts deutlich verstärken. Charakteristisch ist eine ungewollte, spürbare Beweglichkeit an der Bruchstelle selbst, die von den Betroffenen als deutlich abnormes, instabiles Gefühl wahrgenommen wird und die normale Belastbarkeit sowie Funktion des betroffenen Körperteils erheblich einschränkt. Bei einer zusätzlich bestehenden Infektion der Bruchstelle können begleitend Rötung, Schwellung sowie in ausgeprägten Fällen ein eitriger Ausfluss aus der ursprünglichen Verletzungsstelle hinzutreten.
Diagnostik
Die Diagnose der Pseudarthrose wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme gestellt, bei der sich anstelle der erwarteten knöchernen Überbrückung der Bruchstelle ein anhaltender, nicht überbrückter Spalt zwischen den beiden Bruchenden zeigt, der von einer bindegewebigen, statt knöchernen Struktur ausgefüllt wird. Eine Computertomografie kann bei unklarem Röntgenbefund eine detailliertere Beurteilung des Ausmaßes der ausbleibenden Knochenheilung ermöglichen. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Infektion der Bruchstelle als mitverursachender Faktor wird eine gezielte Untersuchung zum Nachweis oder Ausschluss einer solchen Infektion durchgeführt, da dies für die weitere Behandlungsplanung von entscheidender Bedeutung ist.
Behandlung
Die Behandlung der Pseudarthrose richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ausmaß der Heilungsstörung, wobei eine verbesserte, stabilere Ruhigstellung der betroffenen Bruchstelle mittels einer gezielten operativen Stabilisierung, etwa durch eine Platten- oder Nagelosteosynthese, häufig eine zentrale Behandlungsmaßnahme darstellt. Bei einer gestörten lokalen Durchblutung kann eine gezielte operative Anfrischung der Bruchenden gemeinsam mit der Transplantation von körpereigenem, knochenbildendem Gewebe die Heilungschancen deutlich verbessern. Bei einer zugrunde liegenden Infektion der Bruchstelle ist eine konsequente Sanierung dieser Infektion, häufig gemeinsam mit einer gezielten antibiotischen Behandlung, eine notwendige Voraussetzung, bevor die eigentliche Behandlung der Pseudarthrose erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Pseudarthrose ist bei gezielter, auf die jeweils zugrunde liegende Ursache abgestimmter Behandlung insgesamt gut, wobei die überwiegende Mehrheit der Betroffenen nach einer entsprechenden operativen Behandlung eine vollständige, stabile Ausheilung des betroffenen Knochenabschnitts erreicht. Bei besonders hartnäckigen, mehrfach voroperierten oder durch eine anhaltende Infektion komplizierten Verläufen kann die Behandlung jedoch mehrere aufeinanderfolgende operative Eingriffe sowie einen langwierigen Behandlungsverlauf erfordern. Eine konsequente Vermeidung bekannter begünstigender Faktoren, insbesondere eines fortgesetzten Nikotinkonsums, wird während der gesamten Behandlungsdauer dringend empfohlen, um die Erfolgsaussichten der eingeleiteten Behandlung bestmöglich zu unterstützen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Nichtvereinigung der Frakturenden (Pseudarthrose): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist eine Pseudarthrose?
Eine ausbleibende, gestörte Knochenheilung nach einem Bruch, bei der sich anstelle einer festen Verbindung ein 'falsches Gelenk' mit ungewollter Beweglichkeit bildet.
Was ist eine der häufigsten Ursachen?
Eine unzureichende Ruhigstellung der Bruchstelle mit anhaltender Beweglichkeit während der kritischen Heilungsphase.
Welcher Lebensstilfaktor beeinträchtigt die Knochenheilung nachweislich?
Ein ausgeprägter, anhaltender Nikotinkonsum.
Wie wird eine Pseudarthrose meist behandelt?
Häufig durch eine gezielte operative Stabilisierung, mitunter kombiniert mit einer Transplantation von körpereigenem, knochenbildendem Gewebe.
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