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Psyche & Nervensystem

Neurasthenie

Die Neurasthenie ist ein Störungsbild, das durch eine anhaltende geistige und körperliche Erschöpfbarkeit nach bereits geringer Anstrengung gekennzeichnet ist, ohne dass sich hierfür eine ausreichende körperliche Ursache finden lässt. Betroffene berichten häufig, dass bereits alltägliche geistige Anstrengungen wie Konzentration bei der Arbeit oder körperliche Tätigkeiten zu einem ausgeprägten Gefühl der Erschöpfung führen, das sich auch nach Ruhephasen nur unzureichend bessert. Begleitend treten häufig weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Reizbarkeit sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Lärm und anderen Reizen auf. Die Neurasthenie zählt zu den sogenannten somatoformen beziehungsweise stressbedingten Störungen und wird als eigenständiges Beschwerdebild von anderen psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen abgegrenzt, auch wenn Überschneidungen in der Symptomatik bestehen können.

Ursachen

Die Ursachen der Neurasthenie sind nicht abschließend geklärt, es wird jedoch ein Zusammenspiel aus anhaltender psychischer und körperlicher Überlastung, chronischem Stress sowie individueller Vulnerabilität angenommen. Häufig entwickelt sich die Symptomatik nach längeren Phasen erhöhter beruflicher oder privater Belastung, in denen die betroffene Person über einen längeren Zeitraum über ihre Belastungsgrenze hinaus gefordert war, ohne ausreichende Erholungsphasen einzuplanen. Auch vorausgegangene körperliche Erkrankungen oder Infektionen können in manchen Fällen den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer anhaltenden Erschöpfungssymptomatik bilden. Zusätzlich werden individuelle Persönlichkeitsmerkmale wie ein ausgeprägter Leistungsanspruch an sich selbst sowie Schwierigkeiten, eigene Belastungsgrenzen rechtzeitig wahrzunehmen und zu respektieren, als begünstigende Faktoren diskutiert.

Symptome

Das zentrale Symptom der Neurasthenie ist eine ausgeprägte, anhaltende Erschöpfbarkeit nach bereits geringer geistiger oder körperlicher Anstrengung, die sich auch nach Ruhephasen nur unzureichend bessert. Betroffene berichten häufig von Konzentrationsschwierigkeiten, vermindertem Erinnerungsvermögen sowie einem Gefühl anhaltender geistiger Erschöpfung bereits bei einfachen Aufgaben. Begleitend treten häufig körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Muskelverspannungen und -schmerzen, Schwindelgefühle sowie Schlafstörungen auf. Viele Betroffene zeigen zudem eine erhöhte Reizbarkeit sowie eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Lärm, Licht oder anderen Umweltreizen. Die Symptomatik führt häufig zu einem spürbaren Rückzug von sozialen und beruflichen Aktivitäten, da die verbliebene Energie überwiegend für notwendige Grundaufgaben aufgebracht werden muss.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, in der die charakteristische anhaltende Erschöpfbarkeit sowie die begleitenden körperlichen und psychischen Symptome sorgfältig erfasst werden. Ein wesentlicher Bestandteil der Abklärung ist der sorgfältige Ausschluss körperlicher Erkrankungen, die zu ähnlichen Erschöpfungssymptomen führen können, etwa Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut oder chronische Infektionen, durch eine körperliche Untersuchung sowie geeignete Laboruntersuchungen. Erst wenn sich für die anhaltende Erschöpfbarkeit keine ausreichende körperliche Erklärung findet, wird die Diagnose Neurasthenie in Erwägung gezogen. Auch die Abgrenzung zu anderen psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen, bei denen ähnliche Erschöpfungssymptome auftreten können, ist wichtiger Bestandteil der diagnostischen Abklärung.

Behandlung

Die Behandlung der Neurasthenie stützt sich vor allem auf eine schrittweise, individuell angepasste Aktivitätssteigerung, die eine Überforderung ebenso vermeidet wie eine übermäßige Schonung, sowie auf eine gezielte Bearbeitung der zugrunde liegenden Belastungsfaktoren. Psychotherapeutische Verfahren, insbesondere kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, können helfen, belastende Denkmuster zu erkennen, den Umgang mit den eigenen Belastungsgrenzen zu verbessern und schrittweise wieder mehr Aktivität und soziale Teilhabe aufzubauen. Auch Entspannungsverfahren sowie eine strukturierte Verbesserung der Schlafqualität können unterstützend wirken. Eine ausreichende Erholung sowie eine realistische Anpassung beruflicher und privater Anforderungen sind wichtige Bestandteile der Behandlung, um eine erneute Überlastung zu vermeiden.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Neurasthenie ist individuell unterschiedlich und hängt maßgeblich davon ab, wie gut die zugrunde liegenden Belastungsfaktoren erkannt und verändert werden können sowie wie konsequent eine ausgewogene Balance zwischen Aktivität und Erholung wiederhergestellt wird. Bei vielen Betroffenen bessert sich die Symptomatik im Verlauf mehrerer Wochen bis Monate mit gezielter Unterstützung und einer Anpassung der Lebensumstände deutlich. Bleiben die auslösenden Belastungsfaktoren jedoch unverändert bestehen oder wird die Symptomatik nicht ausreichend beachtet, kann sich ein chronischer Verlauf mit anhaltender Erschöpfung entwickeln. Eine frühzeitige Erkennung, eine realistische Anpassung der Lebensführung sowie gegebenenfalls psychotherapeutische Unterstützung verbessern die langfristige Prognose deutlich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Neurasthenie von normaler Erschöpfung?

Bei der Neurasthenie tritt die Erschöpfung bereits nach geringer Anstrengung auf und bessert sich auch nach Ruhephasen nur unzureichend, während normale Erschöpfung sich in der Regel durch ausreichende Erholung zurückbildet.

Muss immer eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden?

Ja, der sorgfältige Ausschluss körperlicher Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen oder Blutarmut ist ein notwendiger Bestandteil der Diagnostik, bevor die Diagnose Neurasthenie gestellt wird.

Wie unterscheidet sich Neurasthenie von einer Depression?

Bei der Neurasthenie steht die körperliche und geistige Erschöpfbarkeit im Vordergrund, während bei einer Depression zusätzlich eine anhaltend gedrückte Stimmung und ausgeprägter Interessenverlust charakteristisch sind, auch wenn Überschneidungen bestehen können.

Welche Behandlung hilft am meisten?

Bewährt hat sich eine schrittweise, individuell angepasste Aktivitätssteigerung in Kombination mit psychotherapeutischer Unterstützung sowie einer realistischen Anpassung beruflicher und privater Belastungen.

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