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Innere Medizin

Myelodysplastisches Syndrom

Das myelodysplastische Syndrom (MDS) ist keine einzelne Krankheit, sondern eine Gruppe verwandter Erkrankungen der blutbildenden Stammzellen. Das Knochenmark arbeitet zwar, produziert aber fehlerhaft ausgereifte Zellen, die vorzeitig absterben, sodass im Blut ein Mangel an einer oder mehreren Zellreihen entsteht. Die Erkrankung tritt überwiegend bei älteren Menschen auf und kann im Verlauf in eine akute myeloische Leukämie übergehen.

Ursachen

In den meisten Fällen entsteht das MDS ohne erkennbaren Auslöser durch zufällig erworbene Genveränderungen in den blutbildenden Stammzellen, deren Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. Eine kleinere Gruppe von Fällen ist Folge einer früheren Chemotherapie oder Strahlentherapie (sekundäres MDS) und tritt teils schon Jahre nach der ursprünglichen Behandlung auf. Auch eine anhaltende Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien wird als Risikofaktor diskutiert.

Symptome

Die Beschwerden ergeben sich aus dem Mangel der betroffenen Zellreihen: Müdigkeit und Blässe durch Blutarmut, gehäufte Infektionen durch zu wenige funktionstüchtige weiße Blutkörperchen und Blutungsneigung durch einen Mangel an Blutplättchen. Viele Fälle werden zunächst als Zufallsbefund im Blutbild entdeckt, bevor deutliche Beschwerden auftreten, da sich die Erkrankung häufig langsam entwickelt.

Diagnostik

Neben dem Blutbild ist eine Knochenmarkuntersuchung notwendig, um die typischen Reifungsstörungen der Zellen (Dysplasien) direkt zu erkennen. Eine genetische Untersuchung des Knochenmarks identifiziert charakteristische Chromosomenveränderungen, die wichtige Hinweise auf den voraussichtlichen Verlauf geben. Anhand dieser Befunde wird die Erkrankung in Risikogruppen eingeteilt, die über die Behandlung entscheiden.

Behandlung

Bei niedrigem Risiko genügt oft eine unterstützende Behandlung mit Bluttransfusionen, Wachstumsfaktoren zur Anregung der Blutbildung und Infektbehandlung bei Bedarf. Bei höherem Risiko kommen intensivere Therapien wie demethylierende Medikamente oder eine Chemotherapie zum Einsatz. Bei jüngeren, körperlich geeigneten Betroffenen mit hohem Risiko bietet eine allogene Stammzelltransplantation die einzige Aussicht auf Heilung.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt stark von der Risikogruppe ab: Manche Formen bleiben über viele Jahre stabil und beeinträchtigen die Lebenserwartung kaum, andere gehen innerhalb kürzerer Zeit in eine akute myeloische Leukämie über. Regelmäßige Blutbildkontrollen sind wichtig, um einen solchen Übergang frühzeitig zu erkennen. Die individuelle Prognose wird anhand etablierter Risiko-Scores eingeschätzt, die Blutwerte, Knochenmarkbefund und genetische Veränderungen berücksichtigen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist MDS eine Form von Blutkrebs?

Es wird zu den Vorläufer- beziehungsweise Grenzerkrankungen gezählt und kann in eine akute myeloische Leukämie übergehen, ist selbst aber keine akute Leukämie.

Wer ist besonders betroffen?

Überwiegend Menschen über 70 Jahre, Männer etwas häufiger als Frauen; jüngere Betroffene haben meist eine frühere Chemo- oder Strahlentherapie in der Vorgeschichte.

Muss jedes MDS sofort behandelt werden?

Nein, niedrig-Risiko-Formen werden oft zunächst nur beobachtet und unterstützend behandelt, solange keine ausgeprägten Beschwerden bestehen.

Was bedeutet der Übergang in eine Leukämie?

Ein Teil der Erkrankungen entwickelt sich im Verlauf zu einer akuten myeloischen Leukämie mit unkontrollierter Vermehrung unreifer Zellen, was eine intensivere Behandlung erfordert.

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