Metatarsalgie
Die Metatarsalgie bezeichnet Schmerzen im Bereich des Vorfußes, die typischerweise unterhalb der Mittelfußköpfchen, also am Übergang zwischen Mittelfußknochen und Zehen, lokalisiert sind und sich vor allem beim Gehen, Stehen oder Abrollen des Fußes verstärken. Es handelt sich nicht um eine einzelne Erkrankung, sondern um ein Beschwerdebild, das durch verschiedene zugrunde liegende Ursachen entstehen kann, meist im Zusammenhang mit einer ungünstigen Druckverteilung im Vorfußbereich. Häufig liegt eine Kombination aus Fußfehlstellungen, etwa einem Spreizfuß, und äußeren Faktoren wie ungeeignetem Schuhwerk vor, die zu einer erhöhten mechanischen Belastung der Mittelfußköpfchen führen. Die Beschwerden können den Alltag durch schmerzhaftes Gehen erheblich einschränken, lassen sich jedoch in den meisten Fällen mit gezielten, meist nicht-operativen Maßnahmen gut behandeln.
Ursachen
Die häufigste Ursache einer Metatarsalgie ist ein Spreizfuß, bei dem sich das Quergewölbe des Vorfußes im Laufe der Zeit absenkt, wodurch das Körpergewicht beim Gehen ungleichmäßig auf die Mittelfußköpfchen verteilt wird und einzelne Köpfchen übermäßig belastet werden. Ungeeignetes Schuhwerk, insbesondere hohe Absätze, die den Vorfuß zusätzlich belasten, sowie zu enge oder zu wenig dämpfende Schuhe können die Beschwerden verstärken oder auslösen. Weitere Ursachen sind Fehlstellungen der Zehen, etwa Hammer- oder Krallenzehen, die die normale Druckverteilung zusätzlich stören, sowie entzündliche Gelenkerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, die die kleinen Gelenke des Vorfußes in Mitleidenschaft ziehen können. Auch Übergewicht, intensiver Lauf- oder Sprungsport sowie ein nachlassendes Fettpolster unter den Mittelfußköpfchen im höheren Lebensalter können zur Entstehung einer Metatarsalgie beitragen.
Symptome
Charakteristisch sind belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der Fußsohle unterhalb der Mittelfußköpfchen, die von den Betroffenen häufig als brennend, drückend oder wie ein Gehen auf einem Kieselstein beschrieben werden. Die Schmerzen verstärken sich typischerweise beim Gehen, insbesondere beim Abrollen des Fußes, sowie beim Stehen auf hartem Untergrund, und bessern sich meist in Ruhe. Bei manchen Betroffenen bildet sich zusätzlich eine verstärkte Hornhaut unter den betroffenen Mittelfußköpfchen, ein sogenanntes Schwielenbeet, als Zeichen der erhöhten Druckbelastung. Begleitend können Fehlstellungen der Zehen, etwa Hammerzehen, sichtbar sein. In manchen Fällen strahlen die Beschwerden auch in die angrenzenden Zehen aus, insbesondere wenn zusätzlich ein eingeklemmter Nerv, etwa im Rahmen eines Morton-Neuroms, an der Beschwerdeentstehung beteiligt ist.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich in erster Linie auf die typische Beschwerdeschilderung sowie eine gezielte klinische Untersuchung des Fußes, bei der die Fußform, eine mögliche Spreizfußkomponente, Zehenfehlstellungen sowie Druckschmerzpunkte unter den einzelnen Mittelfußköpfchen geprüft werden. Eine Ganganalyse kann zusätzliche Hinweise auf die individuelle Druckverteilung beim Gehen liefern. Röntgenaufnahmen des Fußes helfen, knöcherne Ursachen wie Stressfrakturen oder ausgeprägte Gelenkveränderungen auszuschließen und die Fußstellung genauer zu beurteilen. Bei Verdacht auf eine Nervenbeteiligung, etwa ein Morton-Neurom, oder bei unklarer Ursache kann eine Ultraschall- oder Magnetresonanztomographie-Untersuchung des Vorfußes weitere Aufschlüsse geben. Bei entzündlichen Begleiterscheinungen werden zudem Blutuntersuchungen zur Abklärung einer möglichen rheumatischen Grunderkrankung veranlasst.
Behandlung
Im Vordergrund der Behandlung stehen zunächst konservative Maßnahmen: geeignetes, gut gepolstertes Schuhwerk mit ausreichend Platz im Vorfußbereich sowie speziell angepasste Schuheinlagen mit einer sogenannten retrokapitalen Abstützung, die den Druck von den überlasteten Mittelfußköpfchen wegverlagert. Physiotherapeutische Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur sowie zur Verbesserung der Fußstatik können die Beschwerden zusätzlich lindern. Bei akuten Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente sowie kurzfristige Schonung hilfreich sein. Bei ausgeprägten Fußfehlstellungen, die durch konservative Maßnahmen nicht ausreichend gebessert werden können, oder bei zugrunde liegenden strukturellen Problemen wie einem ausgeprägten Spreizfuß mit erheblichen Zehenfehlstellungen kann in ausgewählten Fällen eine operative Korrektur der Fußstellung erwogen werden, wobei diese in der Regel erst nach Ausschöpfung der konservativen Möglichkeiten in Betracht gezogen wird.
Verlauf und Prognose
Mit einer konsequenten konservativen Behandlung, insbesondere durch angepasstes Schuhwerk und Einlagen, lässt sich bei der Mehrheit der Betroffenen eine deutliche Linderung der Beschwerden erreichen, auch wenn die zugrunde liegende Fußfehlstellung selbst nicht immer vollständig korrigiert werden kann. Bleibt die Ursache unbehandelt, etwa bei fortgesetztem Tragen ungeeigneten Schuhwerks, können die Beschwerden chronisch werden und sich im Laufe der Zeit verstärken, mitunter mit einer zunehmenden Fehlstellung der Zehen. Bei Betroffenen mit einer zugrunde liegenden entzündlichen Gelenkerkrankung richtet sich der langfristige Verlauf zusätzlich nach der Kontrolle dieser Grunderkrankung. Eine frühzeitige Anpassung von Schuhwerk und Fußstatik kann helfen, das Fortschreiten der Beschwerden zu verhindern und die Notwendigkeit einer späteren operativen Behandlung zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Metatarsalgie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache einer Metatarsalgie?
Ein Spreizfuß, bei dem sich das Quergewölbe des Vorfußes absenkt und dadurch die Mittelfußköpfchen ungleichmäßig belastet werden, zählt zu den häufigsten Ursachen.
Welche Rolle spielt das Schuhwerk bei der Behandlung?
Eine sehr wichtige: geeignetes, gut gepolstertes Schuhwerk mit ausreichend Platz im Vorfußbereich sowie speziell angepasste Einlagen können den Druck von den überlasteten Mittelfußköpfchen deutlich reduzieren.
Ist eine Operation bei Metatarsalgie häufig notwendig?
Nein, die meisten Fälle lassen sich erfolgreich konservativ mit angepasstem Schuhwerk, Einlagen und Physiotherapie behandeln. Eine Operation wird nur bei ausgeprägten, konservativ nicht ausreichend besserungsfähigen Fehlstellungen erwogen.
Was ist ein Schwielenbeet und warum entsteht es bei Metatarsalgie?
Ein Schwielenbeet ist eine verstärkte Hornhautbildung unter den überlasteten Mittelfußköpfchen, die als Reaktion der Haut auf die erhöhte Druckbelastung an dieser Stelle entsteht.
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