Lymphangiom
Das Lymphangiom bezeichnet eine gutartige, angeborene Fehlbildung der Lymphgefäße, bei der sich während der embryonalen Entwicklung ein Geflecht erweiterter, mit Lymphflüssigkeit gefüllter Hohlräume bildet, anstatt sich zu einem regelrechten, funktionsfähigen Lymphgefäßsystem zu verbinden. Diese Fehlbildung tritt besonders häufig im Kopf-Hals-Bereich auf sowie wird häufig bereits bei der Geburt oder in den ersten Lebensjahren bemerkt. Ein Lymphangiom kann von einer kleinen, unauffälligen Veränderung bis zu einer ausgedehnten, funktionell bedeutsamen Schwellung reichen, die umliegende Strukturen verdrängen kann.
Ursachen
Das Lymphangiom entsteht durch eine Störung der normalen embryonalen Entwicklung des Lymphgefäßsystems, bei der sich bestimmte Lymphgefäßanteile nicht regelrecht mit dem übrigen Lymphsystem verbinden, sondern als isolierte, erweiterte Hohlräume bestehen bleiben. Die genaue Ursache dieser Entwicklungsstörung ist nicht abschließend geklärt, wobei es sich um einen zufälligen, nicht vorhersehbaren Entwicklungsfehler handelt.
Symptome
Das Lymphangiom äußert sich durch eine weiche, meist schmerzlose Schwellung, die je nach Größe sowie Lage unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, wobei der Kopf-Hals-Bereich, insbesondere die seitliche Halsregion, am häufigsten betroffen ist. Ein plötzliches, rasches Anschwellen kann im Rahmen einer begleitenden Infektion oder einer Einblutung in die Lymphhohlräume auftreten. Bei einer ausgedehnten Schwellung im Halsbereich können umliegende Strukturen, insbesondere die Atemwege oder die Speiseröhre, verdrängt werden, was zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose des Lymphangioms wird durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt, die die charakteristischen, mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume sichtbar macht. Eine Magnetresonanztomographie kann bei ausgedehnteren Befunden zusätzliche Informationen über die genaue Ausdehnung sowie die Beziehung zu umliegenden, wichtigen Strukturen liefern, was für die Behandlungsplanung von Bedeutung ist.
Behandlung
Die Behandlung des Lymphangioms richtet sich nach Größe, Lage sowie den funktionellen Auswirkungen, wobei ein kleines, unauffälliges Lymphangiom mitunter lediglich beobachtet werden kann. Bei größeren oder funktionell bedeutsamen Lymphangiomen kommen eine gezielte Verödung der erweiterten Lymphhohlräume mittels einer Injektion oder eine operative Entfernung zum Einsatz, wobei die Behandlung angesichts der oft engen Lagebeziehung zu wichtigen Strukturen sorgfältig geplant werden muss.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Lymphangioms ist bei kleinen, funktionell unbedeutsamen Befunden gut, da diese über lange Zeit stabil bleiben oder sich in seltenen Fällen sogar von selbst zurückbilden können. Bei größeren, funktionell bedeutsamen Lymphangiomen hängt die Prognose von der erfolgreichen Behandlung ab, wobei eine vollständige Entfernung angesichts der oft komplexen anatomischen Lagebeziehung nicht immer möglich ist, weshalb ein wiederholtes Auftreten nach Behandlung nicht selten ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Lymphangiom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist ein Lymphangiom?
Eine gutartige, angeborene Fehlbildung der Lymphgefäße.
Wo tritt es besonders häufig auf?
Im Kopf-Hals-Bereich, insbesondere seitlich am Hals.
Was kann eine plötzliche Schwellung auslösen?
Eine begleitende Infektion oder eine Einblutung in die Lymphhohlräume.
Wie wird es behandelt?
Durch Beobachtung, gezielte Verödung oder operative Entfernung, je nach Größe und Lage.
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