Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Störung)
Legasthenie ist eine umschriebene Entwicklungsstörung, bei der das Lesen und Schreiben trotz normaler Intelligenz und regulärer Beschulung deutlich schwerer fällt als bei Gleichaltrigen. Sie beruht auf einer besonderen Art der Sprachverarbeitung im Gehirn, nicht auf mangelnder Begabung.
Wie sich Legasthenie äußert
Betroffene Kinder haben oft Schwierigkeiten, Buchstaben Lauten zuzuordnen, Wörter flüssig zu lesen oder korrekt zu schreiben, obwohl sie in anderen Bereichen altersgerecht oder sogar überdurchschnittlich abschneiden.
Warum es keine Frage der Anstrengung ist
Legasthenie beruht auf besonderen Verarbeitungswegen im Gehirn bei der Verknüpfung von Lauten und Schriftzeichen — mehr Übung allein löst die Schwierigkeiten deshalb meist nicht auf, auch wenn gezielte Förderung die Leistungen deutlich verbessern kann.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch standardisierte Lese- und Rechtschreibtests im Vergleich zur allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit, meist durch spezialisierte kinder- und jugendpsychiatrische oder psychologische Praxen.
Warum frühe Förderung wichtig ist
Ohne gezielte Unterstützung können anhaltende Misserfolge beim Lesen und Schreiben zu Frustration, vermindertem Selbstwertgefühl und Schulangst führen — eine frühzeitige, individuell abgestimmte Förderung kann diesem Verlauf entgegenwirken.
Unterstützung im Alltag
Spezifische Förderprogramme, ein geduldiger, wertschätzender Umgang mit Fehlern sowie in Deutschland mögliche Nachteilsausgleiche in der Schule, etwa mehr Zeit bei schriftlichen Arbeiten, können den Schulalltag für betroffene Kinder erheblich erleichtern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie — Legasthenie: Ursachen, Diagnostik, Förderung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Legasthenie ein Zeichen geringer Intelligenz?
Nein, Legasthenie tritt unabhängig von der allgemeinen Intelligenz auf und beruht auf einer besonderen Art der Sprachverarbeitung.
Wächst sich Legasthenie aus?
Sie bleibt meist in abgeschwächter Form bestehen, mit gezielter Förderung lassen sich die Schwierigkeiten aber oft deutlich verringern.
Wer stellt die Diagnose?
Meist spezialisierte kinder- und jugendpsychiatrische oder psychologische Praxen anhand standardisierter Tests.
Gibt es Nachteilsausgleiche in der Schule?
Ja, in Deutschland sind bei anerkannter Legasthenie Nachteilsausgleiche wie zusätzliche Zeit bei schriftlichen Arbeiten möglich.
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