Kienböck-Krankheit bei Erwachsenen
Die Kienböck-Krankheit bei Erwachsenen bezeichnet ein fortschreitendes Absterben des Mondbeins, eines der kleinen Handwurzelknochen im Zentrum des Handgelenks, das durch eine gestörte Durchblutung dieses Knochens entsteht und unbehandelt über mehrere Krankheitsstadien zu einer fortschreitenden Verformung sowie schließlich zu einer schmerzhaften Zerstörung des gesamten Handgelenks führen kann. Das Mondbein ist aufgrund seiner besonderen anatomischen Lage sowie einer bei vielen Menschen nur eingeschränkten Durchblutung über wenige, teils empfindliche Blutgefäße für eine solche Durchblutungsstörung besonders anfällig, wobei die genaue Ursache dieser gestörten Durchblutung nicht bei allen Betroffenen eindeutig geklärt werden kann. Die Erkrankung betrifft überwiegend Männer im jungen bis mittleren Erwachsenenalter und äußert sich zunächst durch zunehmende Handgelenksschmerzen, bevor im weiteren Verlauf eine fortschreitende Bewegungseinschränkung hinzutritt.
Ursachen
Die genaue Ursache der Kienböck-Krankheit ist nicht abschließend geklärt, wobei eine gestörte Durchblutung des Mondbeins als zentraler zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird, die durch verschiedenste, teils miteinander zusammenwirkende Faktoren begünstigt werden kann. Eine wiederholte mechanische Belastung des Handgelenks, insbesondere bei bestimmten beruflichen oder sportlichen Tätigkeiten mit wiederholter Stoßbelastung, wird als möglicher begünstigender Faktor diskutiert, ebenso wie eine bestimmte, angeborene anatomische Variante, bei der die Elle im Vergleich zur Speiche relativ kurz ist, wodurch das Mondbein einer erhöhten mechanischen Druckbelastung ausgesetzt sein kann. Bei einem Teil der Betroffenen lässt sich trotz umfassender Abklärung kein eindeutig identifizierbarer auslösender Faktor feststellen.
Symptome
Die Kienböck-Krankheit äußert sich zunächst durch einen allmählich zunehmenden, belastungsabhängigen Schmerz im Zentrum des Handgelenks, der sich bei bestimmten Bewegungen sowie bei fester Belastung der Hand deutlich verstärkt und im weiteren Verlauf zunehmend auch in Ruhe bestehen bleiben kann. Begleitend entwickelt sich eine fortschreitende Schwellung des betroffenen Handgelenks sowie eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit, insbesondere der Streckung des Handgelenks, die im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Handfunktion im Alltag führen kann. Eine spürbar verminderte Griffkraft der betroffenen Hand entwickelt sich bei vielen Betroffenen im Verlauf der fortschreitenden Erkrankung zusätzlich.
Diagnostik
Die Diagnose der Kienböck-Krankheit wird durch eine Bildgebung des Handgelenks gestellt, wobei eine Röntgenaufnahme in frühen Krankheitsstadien noch unauffällig sein kann, während eine Magnetresonanztomografie bereits in einem sehr frühen Stadium die charakteristische, durch die gestörte Durchblutung verursachte Veränderung innerhalb des Mondbeins zuverlässig nachweisen kann. Im weiteren Krankheitsverlauf zeigt die Röntgenaufnahme zunehmend deutliche Veränderungen der Knochenstruktur sowie -form des betroffenen Mondbeins, anhand derer die Erkrankung in verschiedene, für die Behandlungsplanung bedeutsame Krankheitsstadien eingeteilt wird. Eine Computertomografie kann bei fortgeschrittenen Stadien zusätzliche Informationen über das genaue Ausmaß der knöchernen Veränderungen liefern.
Behandlung
Die Behandlung der Kienböck-Krankheit richtet sich maßgeblich nach dem jeweiligen Krankheitsstadium, wobei in sehr frühen Stadien eine vorübergehende Ruhigstellung des Handgelenks gemeinsam mit einer konsequenten Entlastung zu einer Besserung der Durchblutung sowie einer Stabilisierung des betroffenen Knochens beitragen kann. Bei fortgeschritteneren Stadien sowie bei Vorliegen bestimmter, begünstigender anatomischer Besonderheiten stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung, die darauf abzielen, die Druckbelastung des Mondbeins gezielt zu reduzieren sowie die Durchblutung des betroffenen Knochens zu verbessern, etwa durch eine gezielte operative Verkürzung der relativ zu langen Speiche. Bei bereits weit fortgeschrittener Zerstörung des Handgelenks kommen aufwendigere operative Verfahren zur Wiederherstellung einer möglichst schmerzfreien Handgelenksfunktion zum Einsatz.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der Kienböck-Krankheit ist ohne Behandlung chronisch fortschreitend über mehrere, klar definierte Krankheitsstadien, wobei sich die anfängliche Durchblutungsstörung im weiteren Verlauf zu einer fortschreitenden Verformung sowie schließlich zu einer ausgeprägten Zerstörung des gesamten Handgelenks entwickeln kann. Eine frühzeitig, in einem noch nicht weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium eingeleitete Behandlung kann das weitere Fortschreiten der Erkrankung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen erfolgreich aufhalten sowie die Handgelenksfunktion langfristig erhalten. Bei bereits fortgeschrittener Zerstörung des Handgelenks ist trotz operativer Behandlung mit einer bleibenden, wenn auch häufig deutlich gebesserten Einschränkung der Handgelenksbeweglichkeit zu rechnen, weshalb eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung für die langfristige Prognose ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Kienböck-Krankheit bei Erwachsenen: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welcher Knochen ist bei der Kienböck-Krankheit betroffen?
Das Mondbein, einer der kleinen Handwurzelknochen im Zentrum des Handgelenks.
Warum ist gerade dieser Knochen besonders anfällig?
Aufgrund seiner besonderen anatomischen Lage sowie einer bei vielen Menschen nur eingeschränkten Durchblutung über wenige Blutgefäße.
Welche Untersuchung erkennt die Erkrankung am frühesten?
Eine Magnetresonanztomografie, die bereits in einem sehr frühen Stadium die Durchblutungsstörung nachweisen kann.
Warum ist eine frühzeitige Diagnosestellung so wichtig?
Weil eine frühzeitig eingeleitete Behandlung das weitere Fortschreiten der Erkrankung erfolgreich aufhalten kann.
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