Hypertrophie der Mamma (Brustdrüsenvergrößerung)
Als Hypertrophie der Mamma wird eine über das individuell gewohnte oder körperlich erwartbare Maß hinausgehende Vergrößerung des Brustdrüsengewebes bezeichnet, die sowohl bei Frauen als auch, seltener, bei Männern auftreten kann. Bei Frauen entsteht eine ausgeprägte Brustvergrößerung meist durch ein übermäßiges Wachstum des Drüsen- und Bindegewebes, häufig in Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder durch eine besondere Empfindlichkeit des Brustgewebes gegenüber den körpereigenen Hormonen. Bei Männern wird eine entsprechende Vergrößerung des Brustdrüsengewebes als Gynäkomastie bezeichnet und ist ebenfalls überwiegend hormonell bedingt. Eine Hypertrophie der Mamma ist in aller Regel gutartig, kann jedoch je nach Ausmaß erhebliche körperliche Beschwerden sowie eine psychische Belastung nach sich ziehen.
Ursachen
Bei Frauen entsteht eine ausgeprägte Brustvergrößerung meist durch eine besondere Empfindlichkeit des Brustdrüsengewebes gegenüber den körpereigenen weiblichen Geschlechtshormonen, wodurch sich das Drüsen- und Bindegewebe während hormonell aktiver Lebensphasen, insbesondere in der Pubertät oder während einer Schwangerschaft, deutlich stärker als üblich vergrößert. Auch eine familiäre Veranlagung zu einem besonders ausgeprägten Brustwachstum spielt häufig eine Rolle. Bei Männern entsteht eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes, die Gynäkomastie, meist durch ein vorübergehendes oder anhaltendes Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen, wie es insbesondere während der Pubertät, im höheren Lebensalter oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten kann. Seltener liegt einer Brustvergrößerung bei Männern eine zugrunde liegende Erkrankung der Leber, der Hoden oder bestimmter hormonproduzierender Organe zugrunde.
Symptome
Eine ausgeprägte Hypertrophie der Mamma äußert sich in erster Linie durch eine deutlich sichtbare, im Vergleich zum übrigen Körperbau überproportionale Größe der Brust, die bei Frauen häufig mit einem erheblichen Gewicht des Brustgewebes einhergeht. Dieses zusätzliche Gewicht kann zu anhaltenden Schmerzen im Bereich der Schultern, des Nackens und des oberen Rückens führen, da die Wirbelsäule und die Muskulatur dauerhaft mehr Last tragen müssen. Zusätzlich können Hautreizungen und Druckstellen im Bereich der Büstenhalterträger sowie unter der Brust auftreten. Bei Männern mit einer Gynäkomastie steht meist die als belastend empfundene, sichtbare Vergrößerung des Brustgewebes im Vordergrund, die gelegentlich von einer leichten Druckempfindlichkeit begleitet sein kann. Bei beiden Geschlechtern kann die veränderte Körperform zu einer erheblichen psychischen Belastung führen.
Diagnostik
Die Diagnose einer Hypertrophie der Mamma wird durch eine körperliche Untersuchung sowie eine ausführliche Anamnese gestellt, bei der insbesondere der zeitliche Verlauf des Brustwachstums, mögliche auslösende Faktoren sowie das Ausmaß der körperlichen Beschwerden erfasst werden. Eine Ultraschalluntersuchung, bei entsprechendem Alter ergänzt durch eine Mammographie, dient dem Ausschluss anderer, seltenerer Ursachen einer Brustvergrößerung sowie der Beurteilung der Gewebestruktur. Bei Männern mit einer Gynäkomastie werden zusätzlich Blutuntersuchungen zur Überprüfung des Hormonhaushalts sowie der Leber- und Nierenfunktion durchgeführt, um eine zugrunde liegende hormonelle oder organische Erkrankung zu erkennen oder auszuschließen. Eine sorgfältige Medikamentenanamnese ist wichtig, da bestimmte Wirkstoffe eine Gynäkomastie auslösen können.
Behandlung
Bei einer geringgradigen Brustvergrößerung ohne wesentliche Beschwerden ist häufig keine spezifische Behandlung notwendig. Bei Frauen mit erheblichen körperlichen Beschwerden durch das Gewicht der Brust, etwa anhaltenden Rücken- und Schulterschmerzen, kann eine operative Verkleinerung der Brust (Reduktionsplastik) in Betracht gezogen werden, bei der überschüssiges Drüsen- und Fettgewebe entfernt wird. Bei Männern mit einer Gynäkomastie wird zunächst nach einer möglicherweise ursächlichen Medikamenteneinnahme oder einer zugrunde liegenden hormonellen Störung gesucht, deren Behandlung häufig bereits zu einer Rückbildung führen kann. Bleibt die Vergrößerung trotz Behandlung der zugrunde liegenden Ursache bestehen oder wird sie als erheblich belastend empfunden, kann auch bei Männern eine operative Entfernung des überschüssigen Brustdrüsengewebes erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Eine in der Pubertät auftretende Brustvergrößerung bildet sich bei einem Teil der Betroffenen im Laufe der weiteren körperlichen Entwicklung zumindest teilweise zurück, kann bei anderen jedoch dauerhaft bestehen bleiben. Eine schwangerschaftsbedingte Vergrößerung geht nach der Stillzeit häufig zumindest teilweise wieder zurück, wobei das Ausgangsvolumen nicht immer vollständig wiederhergestellt wird. Bei Männern mit einer Gynäkomastie, die durch ein vorübergehendes hormonelles Ungleichgewicht in der Pubertät bedingt ist, bildet sich die Vergrößerung häufig innerhalb ein bis zwei Jahren von selbst zurück, während eine länger bestehende oder ausgeprägte Gynäkomastie sich seltener spontan zurückbildet. Nach einer operativen Behandlung, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, ist die Prognose in Bezug auf die körperlichen Beschwerden sowie die psychische Belastung in der Regel sehr gut.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hypertrophie der Mamma (Brustdrüsenvergrößerung): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine Hypertrophie der Mamma gefährlich?
In aller Regel nicht, es handelt sich um eine gutartige Vergrößerung des Brustgewebes. Dennoch sollte sie ärztlich untersucht werden, um andere, seltenere Ursachen einer Brustvergrößerung auszuschließen.
Was ist eine Gynäkomastie?
Die Bezeichnung für eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes bei Männern, die meist durch ein vorübergehendes oder anhaltendes Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen entsteht.
Bildet sich eine Gynäkomastie von selbst zurück?
Bei einer durch die Pubertät bedingten, vorübergehenden Gynäkomastie bildet sich die Vergrößerung häufig innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst zurück. Eine länger bestehende oder ausgeprägte Form bildet sich seltener spontan zurück.
Wann wird bei einer Brustvergrößerung eine Operation erwogen?
Bei Frauen insbesondere bei erheblichen körperlichen Beschwerden wie anhaltenden Rücken- und Schulterschmerzen durch das Gewicht der Brust, bei Männern, wenn die Vergrößerung trotz Behandlung der zugrunde liegenden Ursache bestehen bleibt oder als erheblich belastend empfunden wird.
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