Episkleritis
Die Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, einer dünnen Gewebeschicht, die zwischen der Bindehaut und der darunterliegenden weißen Augenhaut, der Sklera, liegt. Sie äußert sich typischerweise durch eine plötzlich auftretende, meist umschriebene Rötung eines Augenabschnitts, die oft von einem milden Druckgefühl oder leichtem Unwohlsein, aber im Unterschied zur tiefer sitzenden Skleritis meist nur von geringen bis mäßigen Schmerzen begleitet wird. Die Episkleritis betrifft häufiger jüngere und mittelalte Erwachsene und tritt bei den meisten Betroffenen ohne erkennbare äußere Ursache auf, wobei bei einem kleineren Teil der Fälle eine zugrunde liegende Autoimmunerkrankung mitbeteiligt sein kann. Auch wenn das gerötete Auge zunächst beunruhigend wirken kann, verläuft die Episkleritis in der überwiegenden Mehrheit der Fälle gutartig und heilt innerhalb weniger Wochen von selbst wieder ab.
Ursachen
Bei der Mehrzahl der Betroffenen lässt sich keine eindeutige auslösende Ursache für die Episkleritis feststellen, weshalb sie in diesen Fällen als idiopathisch bezeichnet wird. Bei einem kleineren Teil der Betroffenen steht die Episkleritis im Zusammenhang mit einer systemischen Autoimmunerkrankung, etwa der rheumatoiden Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen oder Gefäßentzündungen, wobei die Episkleritis hier meist deutlich milder verläuft als die verwandte Skleritis. Seltener wird eine Episkleritis durch eine Infektion, etwa im Zusammenhang mit einer Herpesvirusinfektion, oder durch eine mechanische Reizung des Auges ausgelöst. Manche Betroffene berichten über wiederholte Episoden, deren genauer Auslöser nicht immer identifiziert werden kann. Im Gegensatz zur Skleritis wird die Episkleritis seltener durch eine schwerwiegende Grunderkrankung verursacht, weshalb eine umfassende internistische Abklärung meist nur bei begleitenden Hinweisen auf eine systemische Erkrankung oder bei wiederholtem Auftreten empfohlen wird.
Symptome
Charakteristisch ist eine meist umschriebene, sektorförmige oder diffuse Rötung eines Augenabschnitts, die oft plötzlich auftritt und von einem milden bis mäßigen Druck- oder Fremdkörpergefühl begleitet wird. Im Unterschied zur Skleritis sind die Schmerzen bei der Episkleritis in der Regel deutlich geringer ausgeprägt und verstärken sich bei Berührung des Auges meist nur wenig. Manche Betroffene bemerken zusätzlich ein leichtes Tränen des Auges sowie eine leichte Lichtempfindlichkeit, während eine relevante Sehverschlechterung für die Episkleritis untypisch ist und, sofern vorhanden, an eine andere oder zusätzliche Augenerkrankung denken lassen sollte. Die Beschwerden können sich innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst zurückbilden, wobei manche Betroffene wiederholte Episoden erleben, die auch das jeweils andere Auge betreffen können.
Diagnostik
Die Diagnose wird augenärztlich anhand des typischen klinischen Erscheinungsbildes gestellt, wobei mit Hilfe der Spaltlampenuntersuchung sowie spezieller Testverfahren, etwa dem Anfärben und Verschieben der oberflächlichen Gefäße oder der örtlichen Anwendung eines gefäßverengenden Augentropfens, die Episkleritis von der tiefer sitzenden Skleritis unterschieden werden kann, da diese Unterscheidung für die weitere Behandlung und Prognose bedeutsam ist. Bei erstmaligem, unkompliziertem Auftreten und fehlenden Hinweisen auf eine systemische Erkrankung ist meist keine weitergehende Diagnostik notwendig. Bei wiederholten Episoden, ungewöhnlich starken Beschwerden oder Hinweisen auf eine mögliche Autoimmunerkrankung, etwa Gelenkbeschwerden oder Hautveränderungen, kann eine internistisch-rheumatologische Abklärung mit entsprechenden Blutuntersuchungen sinnvoll sein.
Behandlung
Da die Episkleritis in den meisten Fällen von selbst abheilt, steht zunächst eine abwartende, symptomlindernde Behandlung im Vordergrund, etwa mit künstlicher Tränenflüssigkeit zur Beruhigung der gereizten Augenoberfläche und kühlenden Kompressen. Bei stärkeren Beschwerden können entzündungshemmende Augentropfen aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika oder, in ausgewählten Fällen, milde kortisonhaltige Augentropfen für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen. Eine systemische, den ganzen Körper betreffende Behandlung ist bei der Episkleritis in der Regel nicht erforderlich, es sei denn, es liegt eine behandlungsbedürftige zugrunde liegende Autoimmunerkrankung vor, die dann eigenständig behandelt wird. Wiederholt auftretende Episoden können gegebenenfalls eine längerfristige Abklärung nach sich ziehen, um mögliche zugrunde liegende Auslöser zu identifizieren.
Verlauf und Prognose
Die Episkleritis verläuft in der überwiegenden Mehrheit der Fälle gutartig und heilt innerhalb weniger Tage bis Wochen ohne bleibende Schäden am Auge ab, auch ohne dass eine spezifische Behandlung zwingend notwendig wäre. Ein erneutes Auftreten ist bei einem Teil der Betroffenen möglich, wobei die einzelnen Episoden in der Regel ähnlich mild verlaufen wie die vorherigen. Im Unterschied zur Skleritis besteht bei der Episkleritis kein relevantes Risiko einer bleibenden Schädigung der Augenstruktur oder des Sehvermögens, sodass die Prognose insgesamt als sehr gut einzustufen ist. Bei Vorliegen einer zugrunde liegenden Autoimmunerkrankung richtet sich der langfristige Verlauf zusätzlich nach dem Verlauf dieser Grunderkrankung, deren gute Einstellung sich in der Regel auch günstig auf die Häufigkeit erneuter Episkleritis-Episoden auswirkt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Episkleritis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Episkleritis gefährlich für das Sehvermögen?
Nein, im Unterschied zur tiefer sitzenden Skleritis birgt die Episkleritis kein relevantes Risiko für eine bleibende Schädigung des Auges oder des Sehvermögens und heilt in aller Regel folgenlos ab.
Muss Episkleritis immer behandelt werden?
Nicht zwingend, da sie häufig von selbst innerhalb weniger Wochen abheilt. Bei stärkeren Beschwerden können lindernde oder entzündungshemmende Augentropfen den Heilungsverlauf beschleunigen.
Wie unterscheidet der Arzt Episkleritis von der ernsteren Skleritis?
Mittels spezieller Untersuchungstechniken an der Spaltlampe, unter anderem durch das Verschieben der oberflächlichen Gefäße oder die Anwendung eines gefäßverengenden Augentropfens, lässt sich feststellen, ob nur die oberflächliche Episklera oder auch die tiefer liegende Sklera betroffen ist.
Kann Episkleritis wiederkehren?
Ja, manche Betroffene erleben wiederholte Episoden, die in der Regel ähnlich mild verlaufen. Bei häufigem Wiederauftreten kann eine weiterführende Abklärung möglicher zugrunde liegender Ursachen sinnvoll sein.
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