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Verdauung & Magen-Darm

Eosinophile Ösophagitis

Die eosinophile Ösophagitis ist eine chronische, immunologisch bedingte Entzündung der Speiseröhre, bei der sich eine bestimmte Gruppe weißer Blutkörperchen, die sogenannten eosinophilen Granulozyten, in großer Zahl in der Speiseröhrenschleimhaut ansammeln und dort eine anhaltende Entzündungsreaktion auslösen. Diese Entzündung führt im Laufe der Zeit zu einer strukturellen Veränderung der Speiseröhrenwand, die deren normale Dehnbarkeit sowie Beweglichkeit beim Schluckvorgang zunehmend beeinträchtigt. Die Erkrankung wird heute als eine besondere, auf die Speiseröhre begrenzte allergische Reaktion verstanden und tritt gehäuft gemeinsam mit anderen allergischen Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis auf, was auf eine gemeinsame zugrunde liegende Veranlagung zu überschießenden allergischen Reaktionen hindeutet.

Ursachen

Der eosinophilen Ösophagitis liegt eine fehlgeleitete, allergisch bedingte Immunreaktion zugrunde, bei der das körpereigene Immunsystem auf bestimmte, mit der Nahrung aufgenommene Eiweißbestandteile mit einer übermäßigen Aktivierung eosinophiler Granulozyten in der Speiseröhrenschleimhaut reagiert, ohne dass dabei zwingend die klassischen Zeichen einer unmittelbaren allergischen Reaktion wie Hautausschlag oder Atemnot auftreten müssen. Bestimmte Nahrungsmittel, insbesondere Milchprodukte, Weizen, Eier, Soja sowie Nüsse und Meeresfrüchte, werden am häufigsten als auslösende Faktoren identifiziert, wobei die zugrunde liegende Empfindlichkeit von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann und häufig mehrere Nahrungsmittel gleichzeitig eine Rolle spielen. Die enge Assoziation mit anderen allergischen Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis deutet auf eine gemeinsame, allgemeine Veranlagung zu überschießenden allergischen Reaktionen bei betroffenen Menschen hin.

Symptome

Bei Erwachsenen äußert sich die eosinophile Ösophagitis am häufigsten durch wiederkehrende Schluckbeschwerden, insbesondere bei fester Nahrung, sowie durch ein gelegentliches, mitunter notfallmäßig behandlungsbedürftiges Steckenbleiben von Nahrungsstücken in der Speiseröhre, das durch die entzündungsbedingte Einengung sowie verminderte Dehnbarkeit der Speiseröhrenwand entsteht. Viele Betroffene entwickeln über die Zeit unbewusst Anpassungsstrategien wie besonders langsames Essen, ausgiebiges Kauen oder das Vermeiden bestimmter, schwer schluckbarer Speisen, um ein Steckenbleiben zu vermeiden. Bei Kindern zeigt sich die Erkrankung häufig mit weniger spezifischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Nahrungsverweigerung, Erbrechen oder einer unzureichenden Gewichtszunahme, was die Diagnosestellung in dieser Altersgruppe zusätzlich erschweren kann. Sodbrennen, ähnlich einer Refluxkrankheit, kann bei einem Teil der Betroffenen ebenfalls auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der eosinophilen Ösophagitis wird durch eine Magenspiegelung mit gezielter Entnahme mehrerer Gewebeproben aus verschiedenen Abschnitten der Speiseröhre gestellt, in denen sich unter dem Mikroskop eine charakteristische, stark erhöhte Anzahl eosinophiler Granulozyten in der Speiseröhrenschleimhaut nachweisen lässt. Während der Spiegelung selbst können sich zudem charakteristische, optisch sichtbare Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut zeigen, etwa ringförmige Einschnürungen, eine längsgestreifte Furchenbildung oder kleine, weißliche Beläge, die auf die zugrunde liegende Entzündung hinweisen. Eine sorgfältige allergologische Abklärung, die eine Testung auf mögliche Nahrungsmittelallergien einschließen kann, wird ergänzend empfohlen, um mögliche auslösende Nahrungsmittel zu identifizieren, auch wenn diese Tests bei der eosinophilen Ösophagitis nicht immer zuverlässig die tatsächlich auslösenden Nahrungsmittel vorhersagen können.

Behandlung

Die Behandlung der eosinophilen Ösophagitis umfasst mehrere Behandlungsansätze, die je nach individueller Situation kombiniert oder nacheinander eingesetzt werden. Eine medikamentöse Behandlung mit speziell für die Speiseröhre formulierten, örtlich wirkenden Kortisonpräparaten, die anstelle der üblichen Inhalation heruntergeschluckt werden, reduziert die Entzündungsaktivität in der Speiseröhrenschleimhaut wirksam und wird bei einem erheblichen Teil der Betroffenen erfolgreich eingesetzt. Alternativ oder ergänzend kann eine gezielte Ernährungsumstellung erfolgen, bei der bestimmte, als auslösend identifizierte oder generell häufig verantwortliche Nahrungsmittelgruppen systematisch aus der Ernährung entfernt und schrittweise wieder eingeführt werden, um die individuell auslösenden Nahrungsmittel zu identifizieren. Bei bereits eingetretener, ausgeprägter narbiger Einengung der Speiseröhre kann zusätzlich eine vorsichtige, endoskopische Aufdehnung notwendig werden, um die Schluckfähigkeit zu verbessern.

Verlauf und Prognose

Die eosinophile Ösophagitis verläuft chronisch und erfordert bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen eine langfristige, fortgesetzte Behandlung, da die Entzündung bei Absetzen der Behandlung in der Regel erneut aufflammt. Bei konsequenter, individuell angepasster Behandlung, sei es medikamentös oder durch eine gezielte Ernährungsumstellung, kann die Entzündungsaktivität bei den meisten Betroffenen jedoch gut kontrolliert und ein Fortschreiten der strukturellen Veränderungen der Speiseröhre verhindert werden. Bleibt die Erkrankung über längere Zeit unbehandelt, steigt das Risiko für eine zunehmende narbige Einengung der Speiseröhre mit entsprechend häufigerem Steckenbleiben von Nahrung, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Eine regelmäßige, langfristige gastroenterologische Nachsorge mit wiederholten Kontrollspiegelungen wird zur Überwachung der Entzündungsaktivität sowie des Behandlungserfolgs empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Ist die eosinophile Ösophagitis eine allergische Erkrankung?

Sie wird als eine besondere, auf die Speiseröhre begrenzte allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel verstanden und tritt gehäuft mit anderen allergischen Erkrankungen auf.

Warum ist das Steckenbleiben von Nahrung ein wichtiges Warnzeichen?

Weil es durch die entzündungsbedingte Einengung sowie verminderte Dehnbarkeit der Speiseröhrenwand entsteht und mitunter notfallmäßig behandelt werden muss.

Welche zwei grundlegenden Behandlungsansätze gibt es?

Eine medikamentöse Behandlung mit örtlich wirkenden, heruntergeschluckten Kortisonpräparaten sowie eine gezielte Ernährungsumstellung.

Muss die Behandlung dauerhaft fortgeführt werden?

Bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ja, da die Entzündung bei Absetzen der Behandlung in der Regel erneut aufflammt.

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