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Augen & Sehkraft

Enophthalmus

Der Enophthalmus bezeichnet eine auffällige Rückverlagerung des Augapfels in die knöcherne Augenhöhle, im Unterschied zum Exophthalmus, bei dem der Augapfel nach vorne hervortritt. Diese Positionsveränderung entsteht meist entweder durch eine Vergrößerung des Volumens der knöchernen Augenhöhle infolge einer Fraktur, durch einen Schwund des die Augenhöhle ausfüllenden Fett- und Bindegewebes, oder im Rahmen bestimmter Nervenerkrankungen, die die normale Position des Augapfels beeinflussen. Ein Enophthalmus kann sowohl ein funktionelles als auch ein ästhetisches Problem darstellen und erfordert eine sorgfältige Abklärung der zugrunde liegenden Ursache, da diese von einer einmaligen Verletzung bis zu fortschreitenden Erkrankungen reichen kann.

Ursachen

Die häufigste Ursache eines Enophthalmus ist eine Fraktur der knöchernen Wände der Augenhöhle, etwa infolge eines Unfalls, bei der sich das Volumen der Augenhöhle vergrößert und der Augapfel dadurch weiter nach hinten zu liegen kommt. Auch ein altersbedingter oder krankheitsbedingter Schwund des Fettgewebes, das die Augenhöhle normalerweise ausfüllt und den Augapfel in seiner Position stützt, kann zu einem Enophthalmus führen, etwa im Rahmen eines ausgeprägten, altersbedingten Gewebeabbaus oder bestimmter chronischer Erkrankungen. Seltener liegt einem Enophthalmus eine Störung der Nervenversorgung bestimmter Muskeln im Augenhöhlenbereich zugrunde, die die normale Position des Augapfels beeinflussen.

Symptome

Das führende Zeichen des Enophthalmus ist die sichtbare Rückverlagerung des betroffenen Augapfels im Vergleich zum gesunden Auge oder zur normalen anatomischen Position, die sowohl von der betroffenen Person selbst als auch von außenstehenden Personen bemerkt werden kann. Häufig zeigt sich zusätzlich eine vertiefte Oberlidfalte auf der betroffenen Seite, da der zurückverlagerte Augapfel dem Oberlid weniger Unterstützung bietet. Je nach zugrunde liegender Ursache können zusätzliche Symptome bestehen, etwa Doppelbilder bei einer begleitenden Beeinträchtigung der Augenmuskulatur durch eine zugrunde liegende Fraktur, oder eine eingeschränkte Beweglichkeit des Auges in bestimmte Blickrichtungen.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung, bei der das Ausmaß der Rückverlagerung des Augapfels mittels eines speziellen Messinstruments objektiviert und mit dem gesunden Auge verglichen wird. Eine bildgebende Untersuchung der Augenhöhle, meist mittels Computertomographie, ist bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Fraktur oder eine Volumenveränderung der Augenhöhle wichtiger Bestandteil der Abklärung, um das Ausmaß der knöchernen Veränderung sowie eine mögliche Beteiligung der Augenmuskulatur darzustellen. Bei unklarer Ursache ohne vorausgegangene Verletzung kann eine weiterführende Untersuchung zum Ausschluss eines zugrunde liegenden Gewebeschwunds oder einer Nervenerkrankung notwendig sein.

Behandlung

Die Behandlung des Enophthalmus richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer frakturbedingten Volumenvergrößerung der Augenhöhle kann ein operativer Eingriff zur Wiederherstellung der normalen knöchernen Struktur und zur Reposition des Augapfels notwendig werden, insbesondere wenn eine begleitende Beeinträchtigung der Augenbeweglichkeit oder Doppelbilder bestehen. Bei einem Enophthalmus durch Gewebeschwund kann in bestimmten Fällen eine Auffüllung des fehlenden Volumens im Bereich der Augenhöhle erwogen werden. Ist eine zugrunde liegende Nervenerkrankung ursächlich, steht die Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund. Die konkrete Behandlungsentscheidung wird individuell und interdisziplinär getroffen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose des Enophthalmus hängen maßgeblich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei einer frakturbedingten Ursache kann durch eine rechtzeitige operative Behandlung häufig eine gute Wiederherstellung der normalen Augenposition sowie der Augenbeweglichkeit erreicht werden. Bei einem durch fortschreitenden Gewebeschwund bedingten Enophthalmus kann sich die Rückverlagerung ohne Behandlung der zugrunde liegenden Ursache weiter verstärken. Eine frühzeitige, sorgfältige Ursachenabklärung ist daher von zentraler Bedeutung, um eine gezielte, auf die jeweilige Ursache abgestimmte Behandlung einzuleiten und sowohl die Augenfunktion als auch das äußere Erscheinungsbild bestmöglich zu erhalten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Enophthalmus von Exophthalmus?

Beim Enophthalmus ist der Augapfel nach hinten in die Augenhöhle verlagert, während er beim Exophthalmus nach vorne hervortritt — es handelt sich um gegensätzliche Positionsveränderungen mit unterschiedlichen Ursachen.

Was ist die häufigste Ursache eines Enophthalmus?

Am häufigsten entsteht ein Enophthalmus durch eine Fraktur der knöchernen Augenhöhle, bei der sich deren Volumen vergrößert.

Ist immer eine Operation notwendig?

Nicht immer, die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der funktionellen Beeinträchtigung, etwa ob Doppelbilder oder eine eingeschränkte Augenbeweglichkeit bestehen.

Welche Untersuchung ist bei Verdacht auf eine Fraktur wichtig?

Eine bildgebende Untersuchung der Augenhöhle, meist mittels Computertomographie, ist wichtig, um das Ausmaß der knöchernen Veränderung darzustellen.

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