Degenerative Veränderung der Aderhaut
Die degenerative Veränderung der Aderhaut bezeichnet einen fortschreitenden, nicht entzündlichen Gewebeschwund der Aderhaut, der stark durchbluteten mittleren Augenhaut zwischen der äußeren Lederhaut und der inneren Netzhaut, die für die Versorgung der äußeren Netzhautschichten mit Sauerstoff und Nährstoffen von zentraler Bedeutung ist. Im Unterschied zu entzündlichen Erkrankungen der Aderhaut steht bei der degenerativen Veränderung ein allmählicher, meist altersbedingter oder durch chronische Durchblutungsstörungen bedingter Gewebeabbau im Vordergrund. Da die Aderhaut die angrenzende Netzhaut mitversorgt, kann eine ausgeprägte Degeneration dieser Struktur die Funktion der Netzhaut beeinträchtigen und je nach betroffener Lokalisation zu einer schleichenden Sehverschlechterung führen.
Ursachen
Die degenerative Veränderung der Aderhaut entsteht meist im Rahmen altersbedingter Gefäß- und Gewebeveränderungen, bei denen die feinen Blutgefäße der Aderhaut im Laufe des Lebens an Durchblutung und Funktionsfähigkeit verlieren. Chronische Durchblutungsstörungen, etwa im Rahmen von Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose oder langjährigem Bluthochdruck, können den degenerativen Prozess zusätzlich beschleunigen, da die Aderhaut auf eine intakte Durchblutung besonders angewiesen ist. Auch eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit, bei der der Augapfel überdurchschnittlich verlängert ist, gilt als bedeutsamer Risikofaktor für degenerative Aderhautveränderungen, da die Dehnung des Gewebes die Gefäßversorgung zusätzlich beeinträchtigen kann.
Symptome
Die degenerative Veränderung der Aderhaut verläuft in ihren frühen Stadien häufig ohne spürbare Beschwerden und wird oft im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrunds als Zufallsbefund entdeckt. Betrifft die Degeneration Bereiche außerhalb der zentralen Netzhautregion, bemerken Betroffene meist keine wesentliche Sehbeeinträchtigung. Ist hingegen die Region unterhalb der für das scharfe Sehen zentralen Netzhautregion betroffen, kann sich eine langsam fortschreitende Verschlechterung der zentralen Sehschärfe sowie eine zunehmende Wahrnehmungsverzerrung entwickeln, da die überlagernde Netzhaut durch die unzureichende Versorgung ebenfalls in ihrer Funktion beeinträchtigt wird.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille, bei der die charakteristischen degenerativen Veränderungen der Aderhaut sowie deren Ausdehnung beurteilt werden. Ergänzende bildgebende Untersuchungen der Netzhautschichten sowie spezialisierte Gefäßdarstellungen der Aderhaut können eingesetzt werden, um das Ausmaß der Durchblutungsstörung sowie mögliche Auswirkungen auf die angrenzende Netzhaut genauer zu beurteilen. Bei Verdacht auf zugrunde liegende Gefäßerkrankungen ist eine internistische Mitabklärung, insbesondere hinsichtlich Blutdruck und Gefäßgesundheit, wichtiger Bestandteil der umfassenden Diagnostik.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung der bereits eingetretenen degenerativen Veränderung der Aderhaut selbst existiert in der Regel nicht, da es sich um einen chronischen Gewebeabbauprozess handelt. Im Vordergrund steht daher die Behandlung und Kontrolle zugrunde liegender oder begünstigender Faktoren, etwa eine konsequente Einstellung eines erhöhten Blutdrucks sowie die Behandlung weiterer Gefäßerkrankungen, um ein weiteres Fortschreiten der Degeneration zu verlangsamen. Regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen sind wichtiger Bestandteil der Betreuung, um mögliche Auswirkungen auf die zentrale Sehschärfe frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls unterstützende Maßnahmen einzuleiten.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der degenerativen Veränderung der Aderhaut ist meist langsam fortschreitend und erstreckt sich über viele Jahre. Bei fehlender Beteiligung der zentralen Netzhautregion bleibt die Sehschärfe bei den meisten Betroffenen über lange Zeit weitgehend erhalten. Bei Beteiligung der für das scharfe Sehen zentralen Region kann sich hingegen eine allmähliche, meist nicht rückbildungsfähige Beeinträchtigung der Sehschärfe entwickeln. Mit einer konsequenten Kontrolle begünstigender Faktoren wie Blutdruck und Gefäßgesundheit sowie regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen lässt sich das Fortschreiten der Degeneration bei vielen Betroffenen verlangsamen, was die langfristige Prognose für den Erhalt der Sehkraft positiv beeinflusst.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erkrankungen der Aderhaut und Netzhaut: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist diese Veränderung der Aderhaut eine Entzündung?
Nein, im Unterschied zu entzündlichen Erkrankungen der Aderhaut handelt es sich um einen nicht entzündlichen, chronischen Gewebeabbauprozess.
Welche Faktoren begünstigen das Fortschreiten besonders?
Chronische Durchblutungsstörungen, etwa im Rahmen von Bluthochdruck oder Arteriosklerose, sowie eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit gelten als bedeutsame begünstigende Faktoren.
Wird die Sehkraft immer beeinträchtigt?
Nicht immer, bei Degenerationen außerhalb der zentralen Netzhautregion bleibt die Sehschärfe meist über lange Zeit weitgehend erhalten.
Kann das Fortschreiten aufgehalten werden?
Eine ursächliche Behandlung existiert nicht, eine konsequente Kontrolle begünstigender Faktoren wie Blutdruck kann das Fortschreiten jedoch verlangsamen.
Weiterlesen
Pädophilie
Störung der Sexualpräferenz, bei der eine sexuelle Präferenz für Kinder vorpubertären Alters besteht, die als medizinisch behandlungsbedürftig gilt und deren gezielte therapeutische Behandlung dem Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch dient.
Weiterlesen →Psyche & NervensystemSadomasochismus
Sexuelle Präferenz für Aktivitäten mit Zufügung oder Empfangen von Schmerz, Erniedrigung oder Fesselung, die als Störung im klinischen Sinne nur gilt, wenn sie außerhalb einvernehmlicher Vereinbarungen ausgelebt wird oder mit erheblichem eigenem Leidensdruck einhergeht.
Weiterlesen →Psyche & NervensystemTransvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen
Verhalten, bei dem zeitweise Kleidung des anderen Geschlechts getragen wird, um das vorübergehende Erleben der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu genießen, ohne den dauerhaften Wunsch nach einem Rollenwechsel oder einer geschlechtsangleichenden Behandlung.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.