Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Augen & Sehkraft

Degenerationszustände des Augapfels

Degenerationszustände des Augapfels bezeichnen fortschreitende, meist altersbedingte oder krankheitsbedingte Gewebeveränderungen, die mehrere Strukturen des Augapfels gleichzeitig betreffen können. Im Unterschied zu isolierten degenerativen Veränderungen einzelner Augenstrukturen handelt es sich bei den Degenerationszuständen des Augapfels um umfassendere, das gesamte Auge betreffende Veränderungsprozesse, die häufig als gemeinsames Endstadium verschiedener chronischer Augenerkrankungen oder als Folge eines schweren, lang zurückliegenden Traumas auftreten. Diese Zustände sind meist durch eine zunehmende, dauerhafte Beeinträchtigung der Augenfunktion gekennzeichnet und erfordern eine sorgfältige augenärztliche Begleitung, auch wenn die Rückbildung bereits eingetretener Veränderungen in der Regel nicht möglich ist.

Ursachen

Degenerationszustände des Augapfels entstehen meist als Folge lang anhaltender, chronischer Erkrankungsprozesse, die mehrere Strukturen des Auges gleichzeitig betreffen, etwa ein über Jahre unzureichend behandelter, stark erhöhter Augeninnendruck, wiederholte schwere Entzündungen im Augeninneren oder ein schweres, zurückliegendes Trauma mit Beteiligung mehrerer Augenstrukturen. Auch eine vollständige, lang bestehende Netzhautablösung kann im weiteren Verlauf zu einer umfassenderen Degeneration des gesamten Augapfels führen. In fortgeschrittenem Alter können zudem verschiedene, unabhängig voneinander bestehende altersbedingte Veränderungsprozesse verschiedener Augenstrukturen zusammentreffen und sich gegenseitig verstärken.

Symptome

Betroffene mit Degenerationszuständen des Augapfels erleben meist eine ausgeprägte, oft bereits weit fortgeschrittene Beeinträchtigung der Sehschärfe bis hin zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges. Häufig bestehen zusätzlich sichtbare strukturelle Veränderungen, etwa eine veränderte Größe oder Form des Augapfels, eine ausgeprägte Trübung der optisch durchsichtigen Medien oder eine veränderte Farbe der sichtbaren Augenstrukturen. Bei manchen Betroffenen bestehen zudem chronische Schmerzen oder ein anhaltendes Druckgefühl im betroffenen Auge, insbesondere wenn der zugrunde liegende degenerative Prozess mit einer anhaltenden Druckerhöhung im Auge einhergeht.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine umfassende augenärztliche Untersuchung, die eine detaillierte Beurteilung aller Augenstrukturen sowie in der Regel ergänzende bildgebende Verfahren, etwa eine Ultraschalluntersuchung des Auges, umfasst, insbesondere wenn eine direkte Einsicht in das Augeninnere durch Trübungen erschwert ist. Eine ausführliche Anamnese zum bisherigen Krankheitsverlauf, zu vorausgegangenen Augenerkrankungen oder Verletzungen sowie zur bisherigen augenärztlichen Behandlung ist wichtiger Bestandteil der umfassenden Abklärung, um die Ursache und das Ausmaß der Degeneration bestmöglich einzuordnen.

Behandlung

Da Degenerationszustände des Augapfels meist ein fortgeschrittenes Endstadium verschiedener chronischer Erkrankungsprozesse darstellen, ist eine Wiederherstellung der ursprünglichen Augenfunktion in der Regel nicht möglich. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung begleitender Beschwerden, etwa die Kontrolle eines erhöhten Augeninnendrucks zur Schmerzlinderung, sowie auf die Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes des Auges. In besonders schweren, mit chronischen Schmerzen einhergehenden Fällen, bei denen keine funktionelle Sehkraft mehr vorhanden ist, kann in Einzelfällen die operative Entfernung des betroffenen Augapfels erwogen werden, um die Beschwerden zu lindern.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf von Degenerationszuständen des Augapfels ist in der Regel chronisch fortschreitend und irreversibel, eine Wiederherstellung der ursprünglichen Sehfunktion ist bei bereits eingetretener, umfassender Degeneration nicht mehr möglich. Die langfristige Prognose bezieht sich daher weniger auf den Erhalt der Sehkraft als vielmehr auf die Vermeidung begleitender Beschwerden, insbesondere chronischer Schmerzen, sowie auf den Erhalt eines möglichst unauffälligen äußeren Erscheinungsbildes. Eine kontinuierliche augenärztliche Begleitung ist wichtig, um die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen und auftretende Beschwerden gezielt zu lindern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Kann die Sehkraft bei einem bereits degenerierten Augapfel wiederhergestellt werden?

In der Regel nicht, da es sich um einen fortgeschrittenen, irreversiblen Endzustand handelt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung begleitender Beschwerden.

Warum kann eine operative Entfernung des Augapfels in Betracht gezogen werden?

In besonders schweren Fällen mit chronischen Schmerzen und ohne verbliebene funktionelle Sehkraft kann dieser Eingriff zur Beschwerdelinderung erwogen werden.

Welche Erkrankungen können zu diesem Endstadium führen?

Häufige Ursachen sind ein lange unbehandelter, stark erhöhter Augeninnendruck, wiederholte schwere Entzündungen im Augeninneren oder ein schweres zurückliegendes Trauma.

Ist eine augenärztliche Begleitung trotzdem weiterhin sinnvoll?

Ja, auch wenn die Sehfunktion nicht wiederhergestellt werden kann, ist eine kontinuierliche Begleitung wichtig, um begleitende Beschwerden wie Schmerzen zu lindern.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen