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Innere Medizin

Chronische Pelveoperitonitis bei der Frau

Die chronische Pelveoperitonitis bei der Frau bezeichnet eine über Monate bestehende, meist aus einer nicht vollständig ausgeheilten akuten Bauchfellentzündung des kleinen Beckens hervorgehende Entzündungsreaktion, die durch eine zunehmende narbige Verwachsung der Beckenorgane gekennzeichnet ist. Im Verlauf der chronischen Entzündung verkleben und verwachsen die Eileiter, Eierstöcke sowie umliegende Strukturen mit dem Bauchfell und untereinander, was zu einer bleibenden Veränderung der Anatomie des kleinen Beckens führen kann. Diese narbigen Verwachsungen sind häufig für anhaltende, wiederkehrende Unterbauchbeschwerden verantwortlich und stellen eine bedeutsame Ursache für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit bei betroffenen Frauen dar. Da die Beschwerden der chronischen Pelveoperitonitis oft unspezifisch und schwankend sind, vergeht bei vielen Betroffenen häufig längere Zeit, bis die zugrunde liegende Ursache erkannt wird.

Ursachen

Die chronische Pelveoperitonitis entwickelt sich am häufigsten als Folge einer nicht ausreichend behandelten oder wiederholt aufgetretenen akuten Entzündung der Eileiter, Eierstöcke oder des Bauchfells im kleinen Becken, bei der die Entzündung nicht vollständig ausheilt, sondern in ein chronisches, narbig-verwachsendes Stadium übergeht. Wiederholte sexuell übertragbare Infektionen, insbesondere durch Chlamydien, gelten als besonders bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung ausgedehnter chronischer Verwachsungen im Becken. Auch nach ausgedehnten Voroperationen im Bauch- oder Beckenbereich, etwa im Rahmen einer Blinddarmentzündung oder gynäkologischer Eingriffe, können sich narbige Verwachsungen entwickeln, die das klinische Bild einer chronischen Pelveoperitonitis hervorrufen. In manchen Fällen liegt der chronischen Entzündungsreaktion auch eine begleitende Endometriose zugrunde, bei der versprengtes Gebärmutterschleimhautgewebe im Becken eine anhaltende Entzündungsreaktion unterhält.

Symptome

Die chronische Pelveoperitonitis äußert sich durch anhaltende oder wiederkehrende, meist beidseitige, dumpfe Unterbauchschmerzen, die sich bei körperlicher Belastung, während des Geschlechtsverkehrs oder im Rahmen der Menstruation häufig verstärken. Im Unterschied zur akuten Form fehlt in der Regel ein hohes Fieber, wobei gelegentliche Verschlechterungsschübe mit leichtem Fieber auftreten können. Viele betroffene Frauen berichten über ein anhaltendes Druck- und Völlegefühl im Unterbauch sowie über Beschwerden bei der Darmentleerung, wenn Darmabschnitte in die Verwachsungen mit einbezogen sind. Eine gynäkologische Untersuchung zeigt häufig eine eingeschränkte Beweglichkeit der Gebärmutter sowie der Eierstöcke als Ausdruck der narbigen Verwachsungen im kleinen Becken.

Diagnostik

Die Diagnose der chronischen Pelveoperitonitis wird durch eine sorgfältige gynäkologische Untersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung des Beckens gestellt, wobei sich die eingeschränkte Beweglichkeit der Beckenorgane sowie mögliche flüssigkeitsgefüllte, verwachsungsbedingte Strukturen erkennen lassen. Zur genaueren Beurteilung des Ausmaßes der Verwachsungen sowie zur Abgrenzung anderer Ursachen chronischer Unterbauchschmerzen, insbesondere einer Endometriose, wird häufig eine Bauchspiegelung durchgeführt, die zugleich eine direkte Beurteilung und teilweise auch eine Behandlung der Verwachsungen ermöglicht. Ergänzend erfolgt eine sorgfältige Anamnese zu vorausgegangenen Infektionen, Operationen oder Entzündungen im Beckenbereich, um die zugrunde liegende Ursache besser einordnen zu können.

Behandlung

Die Behandlung der chronischen Pelveoperitonitis richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und der zugrunde liegenden Ursache. Bei Hinweisen auf eine fortbestehende, niedriggradige Infektion kann eine gezielte antibiotische Behandlung erwogen werden, wobei diese bei bereits ausgeprägten narbigen Verwachsungen häufig keine wesentliche Besserung der Beschwerden mehr bewirkt. Schmerzlindernde Medikamente sowie eine gezielte physiotherapeutische Behandlung des Beckenbodens können zur Linderung der chronischen Schmerzen beitragen. Bei ausgeprägten Verwachsungen mit erheblichem Leidensdruck oder bestehendem Kinderwunsch kann im Rahmen einer Bauchspiegelung eine operative Lösung der Verwachsungen erwogen werden, wobei das Risiko einer erneuten Verwachsungsbildung nach dem Eingriff berücksichtigt werden muss.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der chronischen Pelveoperitonitis ist sehr unterschiedlich und hängt maßgeblich vom Ausmaß der Verwachsungen sowie von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei vielen betroffenen Frauen bessern sich die Beschwerden unter einer symptomatischen Behandlung im Laufe der Zeit, wobei die einmal entstandenen narbigen Verwachsungen selbst in der Regel bestehen bleiben. Eine besonders bedeutsame Folge der chronischen Pelveoperitonitis ist die mögliche Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch Verwachsungen im Bereich der Eileiter, weshalb betroffene Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig eine spezialisierte reproduktionsmedizinische Beratung in Anspruch nehmen sollten. Eine konsequente und frühzeitige Behandlung akuter Beckenentzündungen ist die wichtigste Maßnahme, um die Entstehung einer chronischen Pelveoperitonitis von vornherein zu vermeiden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie entsteht eine chronische Pelveoperitonitis?

Meist aus einer nicht vollständig ausgeheilten oder wiederholt aufgetretenen akuten Entzündung des Bauchfells im kleinen Becken, die in ein chronisches, narbig-verwachsendes Stadium übergeht.

Welche Rolle spielen Chlamydieninfektionen dabei?

Wiederholte Infektionen mit Chlamydien gelten als besonders bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung ausgedehnter chronischer Verwachsungen im Becken.

Kann eine chronische Pelveoperitonitis operativ behandelt werden?

Bei ausgeprägten Verwachsungen mit erheblichem Leidensdruck oder Kinderwunsch kann im Rahmen einer Bauchspiegelung eine operative Lösung der Verwachsungen erwogen werden.

Wie lässt sich einer chronischen Pelveoperitonitis vorbeugen?

Am wichtigsten ist die konsequente und frühzeitige Behandlung akuter Beckenentzündungen, um deren Übergang in ein chronisches, narbig-verwachsendes Stadium zu verhindern.

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