Betreuung der Mutter wegen intrauterinen Fruchttodes
Von einem intrauterinen Fruchttod spricht man, wenn ein Kind im Mutterleib verstirbt, nachdem die Schwangerschaft bereits weiter fortgeschritten ist. Für die betroffenen Eltern ist das ein tief einschneidendes Ereignis. Die Betreuung der Mutter umfasst deshalb sowohl die sichere medizinische Versorgung als auch eine einfühlsame Begleitung, die Zeit lässt für Fragen, Abschied und Trauer, sowie eine sorgfältige Suche nach möglichen Ursachen.
Ursachen
Häufig bleibt die Ursache trotz gründlicher Untersuchung ungeklärt. Bekannte Auslöser sind eine unzureichende Funktion der Plazenta, Komplikationen der Nabelschnur, eine vorzeitige Ablösung der Plazenta, Infektionen, Fehlbildungen oder Chromosomenveränderungen des Kindes sowie mütterliche Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Präeklampsie oder Gerinnungsstörungen. Auch ein ausgeprägtes Wachstumsdefizit des Kindes und eine deutlich über den Termin hinaus getragene Schwangerschaft können mit einem erhöhten Risiko verbunden sein.
Symptome
Das wichtigste Anzeichen ist, dass die Frau die zuvor gewohnten Kindsbewegungen nicht mehr spürt. Manchmal kommen Blutungen, Schmerzen oder ein Nachlassen der Schwangerschaftszeichen hinzu, in anderen Fällen gibt es keinerlei weitere Beschwerden. Wer über einen längeren Zeitraum keine Kindsbewegungen bemerkt, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen.
Diagnostik
Die Diagnose wird mit einer Ultraschalluntersuchung gestellt, bei der kein Herzschlag des Kindes mehr nachweisbar ist. Sie wird vorsichtshalber durch eine zweite erfahrene Untersucherin oder einen zweiten Untersucher bestätigt. Zur Ursachenklärung werden bei der Mutter Blutuntersuchungen auf Zuckerstoffwechsel, Gerinnung, Infektionen und Blutgruppenunverträglichkeit durchgeführt. Nach der Geburt können Untersuchung der Plazenta, genetische Tests und, mit Einverständnis der Eltern, eine feingewebliche Untersuchung des Kindes weitere Hinweise liefern.
Behandlung
In der Regel wird die Geburt eingeleitet, meist medikamentös und auf natürlichem Wege, weil dies für die Mutter körperlich am schonendsten ist und spätere Schwangerschaften weniger belastet. Den Eltern wird Zeit gelassen, sich zu entscheiden und vorzubereiten. Hebammen, Ärztinnen und Ärzte sowie Seelsorge und psychologische Unterstützung begleiten die Familie; das Kind kann gesehen, gehalten und verabschiedet werden, wenn die Eltern es wünschen. Bleibt das Kind sehr lange im Mutterleib, wird die Blutgerinnung überwacht. Die Milchbildung kann bei Bedarf medikamentös gehemmt werden.
Verlauf und Prognose
Körperlich erholt sich die Mutter meist gut. Seelisch ist die Trauer oft lang und verläuft individuell verschieden; Beratung, Selbsthilfegruppen und therapeutische Hilfe können unterstützen. Eine erneute Schwangerschaft ist in den allermeisten Fällen möglich und verläuft überwiegend unkompliziert, wird aber meist engmaschiger überwacht, insbesondere wenn eine Ursache gefunden wurde, die sich wiederholen könnte.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Fehlgeburt und Totgeburt: Ursachen, Verlauf und Nachsorge
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woran bemerkt man, dass etwas nicht stimmt?
Vor allem daran, dass die gewohnten Kindsbewegungen ausbleiben; in diesem Fall sollte man sofort ärztlichen Rat suchen.
Wird die Ursache immer gefunden?
Nein, oft bleibt sie ungeklärt, dennoch lohnt sich eine gründliche Abklärung, da sie für weitere Schwangerschaften wichtig sein kann.
Muss das Kind operativ entbunden werden?
In der Regel nicht, meist wird die Geburt eingeleitet und verläuft auf natürlichem Weg, was für die Mutter am schonendsten ist.
Kann man nach einem solchen Verlust wieder schwanger werden?
In den allermeisten Fällen ja, die neue Schwangerschaft wird meist besonders engmaschig begleitet.
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