Betreuung der Mutter wegen fetaler Wachstumsretardierung
Von einer fetalen Wachstumsretardierung spricht man, wenn das geschätzte Gewicht oder der Bauchumfang eines Kindes im Mutterleib deutlich unter den Werten liegt, die für das jeweilige Schwangerschaftsalter zu erwarten sind, meist unterhalb der zehnten Perzentile. Nicht jedes kleine Kind ist krankhaft zu klein; entscheidend ist, ob das Wachstum durch eine unzureichende Versorgung gebremst wird. Die Betreuung der Mutter zielt darauf ab, diese Kinder zu erkennen und den Schwangerschaftsverlauf so zu steuern, dass Risiken möglichst gering bleiben.
Ursachen
Häufigste Ursache ist eine eingeschränkte Leistung der Plazenta, die das Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sie tritt gehäuft bei mütterlichem Bluthochdruck, Präeklampsie, Nierenerkrankungen und Gerinnungsstörungen auf. Weitere Faktoren sind Rauchen, Alkohol und Drogen, Mangelernährung, bestimmte Infektionen in der Schwangerschaft sowie Chromosomenveränderungen und Fehlbildungen des Kindes. Bei Mehrlingen ist ein ungleiches Wachstum häufiger.
Symptome
Die Mutter bemerkt meist keine Beschwerden. Hinweise können ein im Verhältnis zur Schwangerschaftswoche kleiner Bauchumfang, ein geringer Abstand zwischen Schambein und Gebärmutterfundus oder eine geringere Kindsbewegung sein. Meist wird die Auffälligkeit erst bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt.
Diagnostik
Grundlage sind Messungen der Gebärmutterhöhe und wiederholte Ultraschalluntersuchungen, bei denen Kopf, Bauch und Oberschenkel des Kindes vermessen und die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Mit einer Doppleruntersuchung werden die Blutflüsse in Nabelschnur und kindlichen Gefäßen geprüft, sie zeigen, wie gut die Versorgung tatsächlich funktioniert. Ergänzend werden Kardiotokographie, Untersuchungen der Mutter auf Grunderkrankungen und gegebenenfalls Tests auf Infektionen oder genetische Ursachen durchgeführt.
Behandlung
Eine Behandlung, die das Wachstum unmittelbar steigert, gibt es nicht. Wichtig ist, behandelbare Ursachen zu beeinflussen: Rauchverzicht, Behandlung von Bluthochdruck und Grunderkrankungen, ausgewogene Ernährung. Die Überwachung wird dem Risiko angepasst und umfasst regelmäßige Wachstumskontrollen, Doppler und Herzfrequenzaufzeichnungen. Bei Verschlechterung der Versorgung kann eine vorzeitige Entbindung notwendig werden; bei früher Geburt wird zuvor eine Behandlung zur Lungenreifung des Kindes gegeben.
Verlauf und Prognose
Kinder, die gesund und lediglich konstitutionell klein sind, entwickeln sich meist unauffällig. Bei echter Wachstumsretardierung hängt die Prognose vom Schweregrad, vom Zeitpunkt des Auftretens und von der Ursache ab. Mit guter Überwachung und einer Entbindung zum richtigen Zeitpunkt lassen sich viele Komplikationen vermeiden. Nach der Geburt werden die Kinder besonders auf Blutzucker, Körpertemperatur und Anpassung geachtet.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Schwangerschaftsvorsorge: Ablauf und Untersuchungen
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist ein kleines Kind immer krankhaft zu klein?
Nein, manche Kinder sind veranlagt klein, entscheidend ist, ob die Versorgung über die Plazenta eingeschränkt ist.
Wie wird das Wachstum überwacht?
Durch Messung der Gebärmutterhöhe, wiederholte Ultraschalluntersuchungen mit Biometrie, Doppler der Blutflüsse und Herzfrequenzaufzeichnung.
Kann man das Wachstum durch Ernährung verbessern?
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, ein unzureichendes Wachstum durch Plazentaprobleme lässt sich dadurch aber meist nicht allein ausgleichen.
Wann wird das Kind vorzeitig geholt?
Wenn sich die Versorgung verschlechtert oder die Überwachung Anzeichen einer Gefährdung zeigt, wird der Zeitpunkt der Entbindung sorgfältig abgewogen.
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