Beckenvarizen (Pelvic-Congestion-Syndrom)
Beckenvarizen, auch als Pelvic-Congestion-Syndrom bezeichnet, sind krampfaderartig erweiterte Venen innerhalb des weiblichen Beckens, die durch eine gestörte Funktion der Venenklappen zu einem chronischen Rückstau von Blut in diesem Bereich führen. Diese Erkrankung stellt eine wichtige, jedoch häufig unterschätzte Ursache für chronische, über mindestens sechs Monate bestehende Unterbauchschmerzen bei Frauen dar sowie betrifft besonders häufig Frauen im gebärfähigen Alter, die bereits mehrere Schwangerschaften durchgemacht haben. Die Diagnose der Beckenvarizen wird häufig erst nach Ausschluss anderer, häufigerer Ursachen für chronische Unterbauchschmerzen gestellt.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Beckenvarizen entstehen durch eine Fehlfunktion der Venenklappen in den das Becken entwässernden Venen, wodurch das Blut nicht mehr ausreichend gegen die Schwerkraft zum Herzen zurücktransportiert wird sowie sich in den betroffenen Venen staut. Mehrere durchgemachte Schwangerschaften, während derer die Beckenvenen durch die erhöhte Blutmenge sowie den Druck der wachsenden Gebärmutter stark belastet werden, stellen einen wichtigen Risikofaktor dar. Auch eine hormonell bedingte Erschlaffung der Venenwände sowie eine familiäre Veranlagung zu Krampfadern spielen eine begünstigende Rolle.
Symptome
Beckenvarizen äußern sich durch chronische, dumpfe Unterbauchschmerzen, die sich typischerweise im Laufe des Tages, nach längerem Stehen sowie in der zweiten Zyklushälfte verstärken, während sie sich im Liegen sowie am Morgen häufig bessern. Ein Schweregefühl im Becken, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie gelegentlich sichtbare Krampfadern an den Oberschenkeln oder im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane können begleitend auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose der Beckenvarizen wird durch eine Ultraschalluntersuchung mit Dopplertechnik gestellt, bei der die erweiterten, krampfaderartig veränderten Beckenvenen sowie der gestörte Blutfluss dargestellt werden können. Eine Magnetresonanztomographie oder eine direkte Gefäßdarstellung mittels Katheter kann die Diagnose in unklaren Fällen zusätzlich bestätigen. Da chronische Unterbauchschmerzen zahlreiche mögliche Ursachen haben, erfolgt die Diagnose der Beckenvarizen häufig erst nach Ausschluss anderer, häufigerer gynäkologischer Erkrankungen.
Behandlung
Die Behandlung der Beckenvarizen umfasst zunächst unterstützende Maßnahmen, insbesondere Schmerzmittel sowie eine hormonelle Behandlung zur Unterdrückung des Menstruationszyklus, die bei einem Teil der Betroffenen zu einer Linderung der Beschwerden führen kann. Bei anhaltenden, ausgeprägten Beschwerden kann eine gezielte, katheterbasierte Verödung der erweiterten Beckenvenen erfolgen, die bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der chronischen Schmerzen führt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Beckenvarizen ist bei gezielter Behandlung insgesamt gut, wobei insbesondere die katheterbasierte Verödung der betroffenen Venen bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen, langfristigen Besserung der chronischen Unterbauchschmerzen führt. Unbehandelt können die Beschwerden über Jahre bestehen bleiben sowie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, weshalb eine gezielte Abklärung bei chronischen, anderweitig nicht erklärbaren Unterbauchschmerzen empfohlen wird.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Was sind Beckenvarizen?
Krampfaderartig erweiterte Venen im weiblichen Becken.
Welche Beschwerden verursachen sie?
Chronische, dumpfe Unterbauchschmerzen, die sich nach längerem Stehen verstärken.
Wer ist besonders häufig betroffen?
Frauen im gebärfähigen Alter mit mehreren vorausgegangenen Schwangerschaften.
Wie können ausgeprägte Beschwerden behandelt werden?
Durch eine katheterbasierte Verödung der erweiterten Venen.
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