Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Bartonellose

Die Bartonellose fasst verschiedene Infektionskrankheiten zusammen, die durch Bakterien der Gattung Bartonella verursacht werden, wobei die bekannteste und in Deutschland häufigste Form die sogenannte Katzenkratzkrankheit ist. Diese entsteht meist nach einem Kratzer oder Biss durch eine mit dem Bakterium besiedelte, meist junge Katze, die selbst in der Regel keine Krankheitszeichen zeigt. Die Erkrankung führt bei den meisten Betroffenen zu einer örtlich begrenzten Lymphknotenschwellung in der Nähe der Verletzungsstelle und heilt in aller Regel folgenlos aus. Seltenere Formen der Bartonellose, die in bestimmten Regionen der Welt vorkommen und über andere Wege, etwa durch Läuse oder Sandmücken, übertragen werden, können schwerere Krankheitsbilder verursachen.

Ursachen

Die Katzenkratzkrankheit als häufigste Form der Bartonellose wird durch das Bakterium Bartonella henselae verursacht, das von Katzen, insbesondere jungen Tieren, häufig ohne dass diese selbst erkranken, im Blut getragen werden kann. Der Mensch infiziert sich durch einen Kratzer oder Biss einer besiedelten Katze, wobei die Bakterien über die verletzte Haut in den Körper gelangen. Zwischen Katzen wird der Erreger vor allem über Flöhe übertragen, weshalb ein wirksamer Flohschutz bei Haustieren das Risiko einer Ansteckung des Menschen indirekt verringern kann. Seltenere Formen der Bartonellose, die in bestimmten geografischen Regionen vorkommen, werden über andere Überträger wie Kleiderläuse oder Sandmücken übertragen und betreffen in Deutschland vor allem Reiserückkehrer aus entsprechenden Regionen.

Symptome

Die Katzenkratzkrankheit äußert sich typischerweise durch eine kleine, örtlich begrenzte Hautveränderung an der Stelle des ursprünglichen Kratzers oder Bisses, die häufig unbemerkt bleibt oder als kleine, gerötete Papel erscheint. Ein bis mehrere Wochen später entwickelt sich eine schmerzhafte Schwellung der nächstgelegenen Lymphknoten, meist im Bereich der Achsel, des Halses oder der Leiste, je nachdem, an welcher Körperstelle die ursprüngliche Verletzung erfolgte. Begleitend können leichtes Fieber, Müdigkeit sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr kann sich die Infektion in selteneren Fällen auf weitere Organe ausbreiten und schwerere Beschwerden verursachen. Die selteneren, durch andere Überträger vermittelten Formen der Bartonellose können mit anhaltendem Fieber sowie einer ausgeprägteren, systemischen Erkrankung einhergehen.

Diagnostik

Die Diagnose der Katzenkratzkrankheit wird meist bereits anhand des charakteristischen klinischen Bildes einer schmerzhaften Lymphknotenschwellung in Kombination mit einer vorausgegangenen Verletzung durch eine Katze vermutet und durch eine Blutuntersuchung mit Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Bakterium bestätigt. Bei unklarem Befund kann eine Gewebeprobe des betroffenen Lymphknotens entnommen werden, in der sich charakteristische feingewebliche Veränderungen sowie in bestimmten Fällen der direkte Erregernachweis zeigen lassen. Bei Verdacht auf eine seltenere, systemische Form der Bartonellose werden zusätzliche Blutuntersuchungen sowie eine sorgfältige Reiseanamnese durchgeführt, um die genaue Erregerart sowie mögliche Übertragungswege einzugrenzen.

Behandlung

Die unkomplizierte Katzenkratzkrankheit bei einem ansonsten gesunden Menschen heilt bei einem erheblichen Teil der Betroffenen auch ohne spezifische antibiotische Behandlung innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst aus, wobei bei ausgeprägteren Beschwerden oder bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr eine gezielte antibiotische Behandlung eingesetzt werden kann, um den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Eine sehr stark vergrößerte, druckempfindliche Lymphknotenschwellung kann in bestimmten Fällen punktiert werden, um die Beschwerden zu lindern. Die selteneren, systemischen Formen der Bartonellose erfordern in der Regel eine gezielte, längere antibiotische Behandlung, deren genaue Auswahl sich nach der jeweiligen Erregerart und dem Ausmaß der Erkrankung richtet.

Verlauf und Prognose

Die Katzenkratzkrankheit hat bei den meisten Betroffenen eine sehr gute Prognose und heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen bis Monate folgenlos aus, auch ohne dass zwingend eine antibiotische Behandlung notwendig wäre. Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr kann die Erkrankung einen schwereren, ausgedehnteren Verlauf mit Beteiligung weiterer Organe nehmen, weshalb bei entsprechend gefährdeten Personen eine engmaschigere Verlaufskontrolle sowie gegebenenfalls eine gezielte antibiotische Behandlung sinnvoll sind. Die selteneren, systemischen Formen der Bartonellose können bei rechtzeitiger, gezielter antibiotischer Behandlung ebenfalls gut behandelt werden, wobei eine verzögerte Diagnose zu einem länger andauernden, belastenderen Krankheitsverlauf führen kann.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Muss die Katzenkratzkrankheit immer mit Antibiotika behandelt werden?

Nicht zwingend, bei einem ansonsten gesunden Menschen heilt die unkomplizierte Erkrankung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen auch ohne spezifische antibiotische Behandlung innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst aus.

Warum wird bei Katzenkratzkrankheit auf Flohschutz für Katzen hingewiesen?

Weil der Erreger zwischen Katzen vor allem über Flöhe übertragen wird, weshalb ein wirksamer Flohschutz bei Haustieren das Risiko einer Weitergabe an den Menschen indirekt verringern kann.

Werden erkrankte Katzen selbst krank?

In der Regel nicht, Katzen, insbesondere junge Tiere, tragen das Bakterium häufig im Blut, ohne selbst erkennbare Krankheitszeichen zu zeigen, weshalb eine Ansteckungsquelle oft nicht offensichtlich ist.

Welche selteneren Formen der Bartonellose gibt es?

In bestimmten geografischen Regionen vorkommende Formen, die über andere Überträger wie Kleiderläuse oder Sandmücken übertragen werden und mit anhaltendem Fieber sowie einer ausgeprägteren, systemischen Erkrankung einhergehen können.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen