Bartholin-Zyste und -Abszess
Die Bartholin-Drüsen liegen beidseits am Scheideneingang und produzieren normalerweise eine geringe Menge Flüssigkeit zur Befeuchtung. Verstopft der Ausführungsgang einer dieser Drüsen, kann sich das Sekret dahinter zu einer Zyste ansammeln, die meist schmerzlos ist. Infiziert sich die verstopfte Drüse zusätzlich mit Bakterien, entsteht ein Bartholin-Abszess, der sehr schmerzhaft sein kann und häufig eine rasche Behandlung erfordert.
Ursachen
Eine Verstopfung des schmalen Ausführungsgangs der Bartholin-Drüse, etwa durch eingedicktes Sekret oder eine leichte Schwellung nach kleineren Reizungen, führt zum Rückstau der Drüsenflüssigkeit und zur Bildung einer Zyste. Kommt es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion, häufig durch Bakterien der normalen Scheidenflora oder seltener durch sexuell übertragbare Erreger, entwickelt sich daraus ein Abszess. Die Erkrankung betrifft überwiegend Frauen im gebärfähigen Alter.
Symptome
Eine Bartholin-Zyste zeigt sich meist als schmerzlose oder nur leicht störende Schwellung an einer Seite des Scheideneingangs, die von der Betroffenen selbst ertastet werden kann. Ein Bartholin-Abszess dagegen verursacht eine rasch zunehmende, sehr schmerzhafte, gerötete und überwärmte Schwellung, die Sitzen, Gehen und Geschlechtsverkehr erheblich erschweren kann und häufig von Fieber begleitet wird.
Diagnostik
Die Diagnose wird in der Regel durch die körperliche Untersuchung gestellt, bei der Größe, Lage und Beschaffenheit der Schwellung sowie Zeichen einer Infektion beurteilt werden. Bei Verdacht auf eine sexuell übertragbare Ursache oder bei wiederholtem Auftreten kann ein Abstrich zur Erregerbestimmung sinnvoll sein. Bei Frauen über 40 Jahren mit einer neu aufgetretenen Schwellung wird eine feingewebliche Untersuchung empfohlen, um die sehr seltene bösartige Entartung der Bartholin-Drüse auszuschließen.
Behandlung
Eine kleine, beschwerdefreie Zyste benötigt oft keine Behandlung und kann beobachtet werden; warme Sitzbäder können den spontanen Abfluss unterstützen. Ein Abszess wird meist durch einen kleinen operativen Einschnitt und die Anlage eines kleinen Schlauches (Marsupialisation) behandelt, der einen dauerhaften Abfluss schafft und die Drüsenöffnung offen hält, um erneute Verstopfungen zu vermeiden. Bei ausgeprägter Infektion werden zusätzlich Antibiotika eingesetzt. Bei häufig wiederkehrenden Zysten oder Abszessen kann die vollständige operative Entfernung der Drüse erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Mit rechtzeitiger Behandlung heilen sowohl Zysten als auch Abszesse in aller Regel folgenlos aus. Ein Teil der Frauen erlebt jedoch wiederkehrende Episoden an derselben Drüse, was in solchen Fällen eine dauerhaftere Lösung wie die Marsupialisation oder Entfernung der Drüse nahelegt. Die Erkrankung selbst beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht und stellt außerhalb akuter Episoden keine langfristige gesundheitliche Bedrohung dar.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Bartholin-Zyste und -Abszess: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Muss jede Bartholin-Zyste behandelt werden?
Nein, eine kleine, beschwerdefreie Zyste kann beobachtet werden und muss nicht zwingend behandelt werden, solange keine Beschwerden oder Infektionszeichen bestehen.
Warum ist ein Abszess so schmerzhaft?
Weil sich Eiter unter Druck in einem begrenzten Raum ansammelt, was zu einer raschen, starken Schwellung mit ausgeprägtem Druckschmerz führt.
Was ist eine Marsupialisation?
Ein kleiner operativer Eingriff, bei dem die Öffnung der Drüse dauerhaft offengehalten wird, um einen erneuten Rückstau und wiederkehrende Zysten oder Abszesse zu verhindern.
Sollte man sich bei wiederholten Episoden Sorgen um Krebs machen?
Wiederkehrende Zysten oder Abszesse sind fast immer gutartig; bei Frauen über 40 Jahren mit einer neuen Schwellung wird jedoch aus Vorsicht eine feingewebliche Abklärung empfohlen.
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