Anterograde Amnesie
Bei der anterograden Amnesie können Betroffene ab einem bestimmten Zeitpunkt keine neuen Informationen mehr dauerhaft speichern. Ältere Erinnerungen und Fähigkeiten bleiben meist bestehen. Sie tritt nach Hirnverletzungen, Erkrankungen und durch bestimmte Substanzen auf.
Ursachen
Ursachen sind Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfälle, Sauerstoffmangel des Gehirns, Entzündungen, Wernicke-Korsakow-Syndrom bei Alkoholmissbrauch und Vitamin-B1-Mangel, Alzheimer-Krankheit sowie Medikamente wie Benzodiazepine und Narkosemittel. Auch Operationen am Schläfenlappen und epileptische Anfälle können auslösend sein.
Symptome
Betroffene vergessen Gespräche, Ereignisse und Termine kurz nach dem Erleben, stellen dieselben Fragen wiederholt und erinnern sich nicht an neue Personen. Altbekanntes und Fertigkeiten wie Sprechen oder Radfahren sind meist erhalten. Oft besteht Orientierungslosigkeit. Manche füllen Gedächtnislücken mit erfundenen Angaben, ohne es zu merken.
Diagnostik
Wichtig sind Vorgeschichte und Angaben von Angehörigen. Untersucht werden Gedächtnis und Aufmerksamkeit durch neuropsychologische Tests, außerdem Magnetresonanztomografie, EEG, Blutuntersuchungen und die Prüfung von Medikamenten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, zum Beispiel Vitamin B1 bei Wernicke-Korsakow, Absetzen auslösender Medikamente und Behandlung von Anfällen. Hilfreich sind Gedächtnistraining, Merkhilfen wie Kalender und Notizbücher, feste Tagesabläufe, Ergotherapie und Unterstützung durch Angehörige. Plötzlich einsetzende Gedächtnisstörung ist ein Grund für den Notruf 112.
Verlauf und Prognose
Bei vorübergehenden Ursachen bildet sich die Störung zurück. Nach schweren Hirnschäden kann sie bleiben. Rehabilitation und Strategien erleichtern den Alltag.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Gedächtnisstörungen: Ursachen und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich anterograde von retrograder Amnesie?
Bei der anterograden Amnesie fehlen neue Erinnerungen nach dem Ereignis, bei der retrograden solche davor.
Bleiben Fähigkeiten erhalten?
Meist ja, etwa Sprechen oder Radfahren.
Was hilft im Alltag?
Kalender, Notizen, feste Routinen und Unterstützung.
Wann zum Notruf?
Bei plötzlich auftretender Gedächtnisstörung, besonders mit Lähmung oder Kopfschmerz.
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