Angeborene Methämoglobinämie
Die angeborene Methämoglobinämie bezeichnet eine seltene, erblich bedingte Blutstörung, bei der ein Teil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin dauerhaft in eine veränderte Form, das sogenannte Methämoglobin, umgewandelt wird, welche im Unterschied zum normalen Hämoglobin keinen Sauerstoff binden sowie transportieren kann. Diese Erkrankung entsteht entweder durch einen erblich bedingten Mangel eines für die Rückumwandlung des Methämoglobins notwendigen Enzyms oder durch eine erblich bedingte Strukturveränderung des Hämoglobins selbst. Je nach Ausmaß der Methämoglobinbildung kann die Erkrankung von einer rein kosmetischen Hautverfärbung bis zu einer bedeutsamen Sauerstoffunterversorgung des Körpers reichen.
Ursachen
Die angeborene Methämoglobinämie entsteht durch eine erblich bedingte Veränderung, die entweder ein für die Rückumwandlung des Methämoglobins in normales, funktionsfähiges Hämoglobin notwendiges Enzym betrifft oder direkt die Struktur des Hämoglobinmoleküls selbst verändert, sodass es leichter in die sauerstoffbindungsunfähige Form übergeht. Je nach genau betroffenem Gen sowie Vererbungsmuster kann die Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Symptome
Die angeborene Methämoglobinämie äußert sich durch eine bereits ab der Geburt oder im frühen Kindesalter bestehende, bläulich-graue Verfärbung der Haut sowie Schleimhäute, die trotz normaler Herz- sowie Lungenfunktion besteht. Bei einer leichteren Ausprägung stellt diese Verfärbung häufig das einzige Beschwerdebild dar, während bei einer ausgeprägteren Form zusätzlich Kopfschmerzen, eine verminderte Belastbarkeit sowie eine allgemeine Schwäche durch die tatsächliche Sauerstoffunterversorgung des Körpers auftreten können.
Diagnostik
Die Diagnose der angeborenen Methämoglobinämie wird durch eine spezielle Blutuntersuchung gestellt, die den erhöhten Anteil an Methämoglobin im Blut nachweist. Eine molekulargenetische Untersuchung kann die zugrunde liegende genetische Veränderung zusätzlich bestätigen. Eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen, insbesondere durch Herz- oder Lungenerkrankungen verursachten Ursachen einer bläulichen Hautverfärbung ist von Bedeutung.
Behandlung
Die Behandlung der angeborenen Methämoglobinämie richtet sich nach der zugrunde liegenden genetischen Ursache sowie dem Ausmaß der Beschwerden, wobei eine leichte, rein kosmetisch auffällige Form keiner spezifischen Behandlung bedarf. Bei einem durch einen Enzymmangel verursachten, stärker ausgeprägten Befund kann eine gezielte medikamentöse Behandlung eingesetzt werden, die die Rückumwandlung des Methämoglobins unterstützt sowie die Sauerstoffversorgung verbessert.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der angeborenen Methämoglobinämie ist bei der leichteren, rein kosmetisch auffälligen Form sehr gut, da diese keine gesundheitlichen Auswirkungen hat sowie ein normales Leben ermöglicht. Bei einer ausgeprägteren Form kann eine gezielte Behandlung die begleitenden Beschwerden deutlich lindern, wobei die genaue Prognose vom betroffenen Gen sowie dem Ausmaß der Methämoglobinbildung abhängt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Angeborene Methämoglobinämie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die angeborene Methämoglobinämie?
Eine erblich bedingte Blutstörung mit sauerstoffbindungsunfähigem Hämoglobin.
Wie äußert sie sich äußerlich?
Durch eine bläulich-graue Verfärbung von Haut und Schleimhäuten.
Ist sie immer gesundheitlich bedeutsam?
Nein, eine leichte Form ist häufig rein kosmetisch.
Wie wird eine ausgeprägte Form behandelt?
Mit einer gezielten medikamentösen Behandlung zur Rückumwandlung des Methämoglobins.
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