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Innere Medizin

Akute lymphatische Leukämie

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) entsteht durch eine unkontrollierte Vermehrung unreifer Vorläuferzellen der Lymphozyten im Knochenmark. Diese entarteten Zellen verdrängen die normale Blutbildung und breiten sich rasch im Blut und teils in anderen Organen aus. Die ALL ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Kindern, kommt aber in jedem Lebensalter vor, wobei der Verlauf und die Heilungschancen bei Kindern deutlich günstiger sind als bei Erwachsenen.

Ursachen

Die genaue Ursache bleibt in den meisten Fällen unbekannt. Bekannte Risikofaktoren sind bestimmte genetische Veranlagungen wie das Down-Syndrom, eine vorangegangene Strahlen- oder Chemotherapie sowie, sehr selten, eine hohe Strahlenexposition. Bei Kindern wird zudem diskutiert, dass ein spätes erstes Zusammentreffen des Immunsystems mit häufigen Infektionserregern das Risiko erhöhen könnte, dies ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Symptome

Die Erkrankung entwickelt sich meist innerhalb weniger Wochen. Typisch sind Müdigkeit und Blässe durch die verdrängte normale Blutbildung, Fieber und gehäufte Infektionen durch den Mangel an funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen sowie Blutergüsse und Blutungsneigung durch zu wenige Blutplättchen. Häufig fallen zudem Knochenschmerzen, geschwollene Lymphknoten und eine vergrößerte Milz oder Leber auf.

Diagnostik

Das Blutbild zeigt oft eine deutliche Erhöhung der Gesamtleukozytenzahl mit vielen unreifen Zellen, kann in manchen Fällen aber auch unauffällig sein. Die Diagnose wird durch eine Knochenmarkuntersuchung gesichert, die zusätzlich zur Bestimmung des genauen Leukämietyps und relevanter Genveränderungen dient, welche die Behandlung und Prognose maßgeblich beeinflussen. Eine Untersuchung des Nervenwassers klärt, ob auch das zentrale Nervensystem betroffen ist.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt über mehrere Phasen intensiver Chemotherapie: eine Induktionsphase zur Erreichung einer Remission, gefolgt von Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie über insgesamt oft zwei bis drei Jahre. Bei bestimmten genetischen Untergruppen kommen zusätzlich gezielte Medikamente zum Einsatz. Bei hohem Rückfallrisiko oder bei einem Rückfall kann eine Stammzelltransplantation notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Bei Kindern werden mit modernen Therapieprotokollen Heilungsraten von über 85 Prozent erreicht, bei Erwachsenen liegen die Langzeitheilungsraten niedriger, haben sich aber durch neue Medikamente ebenfalls deutlich verbessert. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen über Jahre sind wichtig, um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen. Die Therapie ist belastend und erfordert häufig längere stationäre Aufenthalte, besonders in der Induktionsphase.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die ALL bei Kindern häufiger heilbar als bei Erwachsenen?

Kindliche Leukämien weisen häufiger günstige genetische Veränderungen auf und die Kinder vertragen die intensive Chemotherapie im Allgemeinen besser.

Wie schnell entwickelt sich die Erkrankung?

Sehr schnell — anders als chronische Leukämien verschlechtert sich der Zustand ohne Behandlung meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen deutlich.

Ist eine Stammzelltransplantation immer nötig?

Nein, sie wird gezielt bei hohem Rückfallrisiko oder nach einem Rückfall eingesetzt, viele Patienten werden allein mit Chemotherapie geheilt.

Welche Warnzeichen sollten Eltern ernst nehmen?

Anhaltende Müdigkeit, unerklärliches Fieber, häufige blaue Flecken und Knochenschmerzen bei einem Kind sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

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