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Frauengesundheit

Agalaktie

Die Agalaktie bezeichnet ein vollständiges Ausbleiben der Milchbildung in der weiblichen Brust nach der Geburt eines Kindes, obwohl unter normalen Umständen bei nahezu jeder Frau nach der Entbindung eine ausreichende Muttermilchproduktion einsetzt. Diese vollständige Form des Milchmangels ist deutlich seltener als die häufigere, unvollständige Form der Hypogalaktie sowie weist häufig auf eine zugrunde liegende, ernstere Ursache hin, insbesondere eine Störung der für die Milchbildung verantwortlichen Hormonregulation der Hirnanhangdrüse. Eine gezielte Abklärung der Ursache einer Agalaktie ist daher von erheblicher Bedeutung, um eine mögliche, behandlungsbedürftige zugrunde liegende Erkrankung nicht zu übersehen.

Ursachen

Die Agalaktie entsteht am häufigsten durch eine schwere, während oder nach der Geburt aufgetretene Komplikation, insbesondere einen massiven Blutverlust mit nachfolgender Schädigung der Hirnanhangdrüse, die für die Produktion des für die Milchbildung entscheidenden Hormons Prolaktin verantwortlich ist. Weitere Ursachen umfassen eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Erkrankung oder operative Entfernung der Brustdrüse, eine schwere Schilddrüsenunterfunktion sowie bestimmte, die Milchbildung hemmende Medikamente. In seltenen Fällen kann eine angeborene Fehlbildung des Brustdrüsengewebes selbst die Ursache einer Agalaktie darstellen.

Symptome

Die Agalaktie äußert sich durch ein vollständiges Ausbleiben der Milchbildung in beiden Brüsten nach der Geburt, wobei sich die Brüste im Unterschied zu der bei den meisten Frauen üblichen Spannung sowie Füllung nicht sichtbar verändern. Das Kind zeigt bei dem Versuch, an der Brust zu trinken, keine Anzeichen einer erfolgreichen Milchaufnahme sowie eine unzureichende Gewichtszunahme. Bei einer durch eine Schädigung der Hirnanhangdrüse bedingten Agalaktie können zusätzlich weitere Symptome eines allgemeinen Hormonmangels, insbesondere eine ausbleibende Monatsblutung sowie eine erhebliche Erschöpfung, auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Agalaktie wird durch eine sorgfältige Beobachtung des Stillverhaltens sowie eine körperliche Untersuchung der Brust gestellt, wobei eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Prolaktinspiegels sowie weiterer Hormone der Hirnanhangdrüse bei Verdacht auf eine zugrunde liegende hormonelle Ursache durchgeführt wird. Bei Verdacht auf eine Schädigung der Hirnanhangdrüse nach einer schweren Geburtskomplikation wird eine Bildgebung mittels Magnetresonanztomografie des Gehirns empfohlen, um das Ausmaß einer möglichen Schädigung genauer einzuschätzen.

Behandlung

Die Behandlung der Agalaktie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache, wobei eine durch eine Schilddrüsenunterfunktion bedingte Agalaktie durch eine gezielte Hormonersatzbehandlung häufig gebessert werden kann. Bei einer durch eine Schädigung der Hirnanhangdrüse bedingten, dauerhaften Agalaktie ist eine Wiederherstellung der Milchbildung in aller Regel nicht möglich, sodass eine Ernährung des Kindes mittels Säuglingsnahrung notwendig wird. Eine begleitende Hormonersatzbehandlung weiterer, durch die Hirnanhangdrüse regulierter Körperfunktionen wird bei einer nachgewiesenen, umfassenderen Hormonstörung zusätzlich eingeleitet.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Agalaktie hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache ab, wobei eine durch eine behandelbare hormonelle Störung, insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion, bedingte Agalaktie bei rechtzeitiger Behandlung gebessert werden kann. Eine durch eine dauerhafte Schädigung der Hirnanhangdrüse bedingte Agalaktie bleibt dagegen in aller Regel dauerhaft bestehen, wobei das Kind durch eine gezielte Ernährung mittels Säuglingsnahrung dennoch eine normale Entwicklung erreichen kann. Eine umfassende, einfühlsame Beratung der betroffenen Mutter über alternative Ernährungsmöglichkeiten sowie mögliche emotionale Belastungen im Zusammenhang mit dem Ausbleiben des Stillens ist von erheblicher Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet die Agalaktie von der häufigeren Hypogalaktie?

Bei der Agalaktie bleibt die Milchbildung vollständig aus, nicht nur unzureichend.

Was ist eine wichtige Ursache?

Eine schwere Geburtskomplikation mit Schädigung der milchbildungssteuernden Hirnanhangdrüse.

Kann eine durch Schilddrüsenunterfunktion bedingte Agalaktie behandelt werden?

Ja, häufig durch eine gezielte Hormonersatzbehandlung.

Was geschieht, wenn die Milchbildung dauerhaft ausbleibt?

Das Kind wird mit Säuglingsnahrung ernährt und kann sich dennoch normal entwickeln.

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