Uterus bicornis
Der Uterus bicornis ist eine angeborene Fehlbildung der Gebärmutter, bei der sich die Gebärmutter während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig zu einer einheitlichen Form verschmilzt und stattdessen zwei getrennte, hornartige Gebärmutterhälften ausbildet. Viele Frauen mit dieser Fehlbildung bleiben zeitlebens beschwerdefrei, bei anderen kann sie mit Schwangerschaftskomplikationen in Verbindung stehen.
Ursachen
Die Fehlbildung entsteht durch eine unvollständige Verschmelzung der beiden Müller-Gänge, aus denen sich die Gebärmutter während der frühen Embryonalentwicklung bildet. Die genaue Ursache dieser Entwicklungsstörung ist meist nicht bekannt, gelegentlich treten begleitend Fehlbildungen der Nieren oder Harnwege auf, da sich diese Organe zeitgleich entwickeln.
Symptome
Häufig verursacht der Uterus bicornis keinerlei Beschwerden und wird zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung entdeckt. Bei manchen Frauen treten verstärkte oder schmerzhafte Regelblutungen auf, in der Schwangerschaft kann die Fehlbildung mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten oder Frühgeburten einhergehen.
Diagnostik
Die Diagnose wird meist durch eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung gestellt, bei der die charakteristische Form der Gebärmutter mit zwei getrennten Hörnern sichtbar wird. Bei Unklarheiten kann eine Magnetresonanztomografie oder eine Gebärmutterspiegelung zur genaueren Abklärung ergänzt werden.
Behandlung
Bei fehlenden Beschwerden und unauffälligem Schwangerschaftsverlauf ist keine Behandlung erforderlich. Bei wiederholten Fehlgeburten oder ausgeprägten Beschwerden kann in bestimmten Fällen ein operativer Eingriff zur Vereinigung der beiden Gebärmutterhörner erwogen werden, der jedoch sorgfältig gegen die Risiken des Eingriffs abgewogen werden muss.
Verlauf und Prognose
Die meisten Frauen mit einem Uterus bicornis können unbehandelt schwanger werden und ein Kind austragen, wenn auch mit einem leicht erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen. Mit engmaschiger Schwangerschaftsbetreuung lässt sich dieses Risiko gut überwachen und in vielen Fällen erfolgreich begleiten.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Uterus bicornis: Ursachen, Bedeutung, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie entsteht ein Uterus bicornis?
Durch eine unvollständige Verschmelzung der beiden Müller-Gänge während der frühen Embryonalentwicklung.
Verursacht die Fehlbildung immer Beschwerden?
Nein, häufig bleibt sie beschwerdefrei und wird zufällig entdeckt.
Welches Risiko besteht in der Schwangerschaft?
Ein leicht erhöhtes Risiko für Fehlgeburten oder Frühgeburten.
Welche Organe können begleitend betroffen sein?
Gelegentlich treten begleitend Fehlbildungen der Nieren oder Harnwege auf.
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