Toxische Wirkung von halogenierten Kohlenwasserstoffen
Die toxische Wirkung halogenierter aliphatischer und aromatischer Kohlenwasserstoffe entsteht durch den Kontakt mit bestimmten chlor- oder fluorhaltigen Lösungsmitteln, wie sie in Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Entfettungsmitteln oder Kühlmitteln enthalten sind. Die Aufnahme erfolgt meist über das Einatmen der Dämpfe oder, seltener, über Verschlucken.
Ursachen
Häufige Ursachen sind das Einatmen von Dämpfen dieser Lösungsmittel am Arbeitsplatz, beim Umgang mit Reinigungs- oder Entfettungsmitteln in schlecht belüfteten Räumen, sowie der missbräuchliche Gebrauch als Inhalationsdroge. Seltener kommt es zu einem versehentlichen Verschlucken.
Symptome
Beim Einatmen stehen zunächst Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und ein rauschartiger Zustand im Vordergrund, bei höherer Dosis kann es zu Bewusstseinsstörungen und, in schweren Fällen, zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Nach Verschlucken treten zudem Reizungen von Mund und Magen-Darm-Trakt auf.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte mit Angaben zur Exposition sowie die klinische Untersuchung mit Beurteilung von Bewusstseinslage, Herzrhythmus und Atmung. Bei unklarer Bewusstlosigkeit im beruflichen oder häuslichen Umfeld sollte an eine solche Vergiftung gedacht werden.
Behandlung
Die wichtigste Sofortmaßnahme ist das Verbringen an die frische Luft und die Unterbrechung der weiteren Exposition. Bei Bewusstlosigkeit oder Herzrhythmusstörungen ist eine umgehende notärztliche Behandlung mit Überwachung der Herzfunktion erforderlich, da diese Substanzen das Herz für bestimmte Stresshormone empfindlicher machen können.
Verlauf und Prognose
Bei rascher Unterbrechung der Exposition und leichteren Beschwerden ist die Prognose meist gut. Bei stärkerer Vergiftung mit Herzrhythmusstörungen oder Bewusstlosigkeit besteht jedoch ein ernstes, potenziell lebensbedrohliches Risiko, das eine intensivmedizinische Überwachung erforderlich machen kann.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftung durch Lösungsmitteldämpfe: Ursachen, Symptome, Erste Hilfe
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo kommen diese Lösungsmittel häufig vor?
In Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Entfettungsmitteln und Kühlmitteln.
Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme?
Die betroffene Person an die frische Luft zu bringen und die weitere Exposition zu unterbrechen.
Warum ist eine Überwachung des Herzens wichtig?
Weil diese Substanzen das Herz empfindlicher für bestimmte Stresshormone machen und gefährliche Rhythmusstörungen auslösen können.
Wer ist besonders gefährdet?
Menschen mit beruflichem Kontakt zu diesen Lösungsmitteln sowie Personen, die sie missbräuchlich als Inhalationsdroge verwenden.
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