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Psyche & Nervensystem

Stereotype Bewegungsstörungen

Stereotype Bewegungsstörungen sind ein Störungsbild, das durch wiederholte, gleichförmige, zwecklose und häufig rhythmische Bewegungen gekennzeichnet ist, etwa Körperschaukeln, Kopfschlagen, Selbstumklammern, Haarezupfen oder Handbeißen, die nicht Teil einer anerkannten psychiatrischen oder neurologischen Erkrankung, etwa einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung oder einer Intelligenzminderung, sind, wenn diese die Erklärung für das Verhalten liefern würden. Die Bewegungen werden freiwillig ausgeführt, dienen jedoch keinem erkennbaren äußeren Zweck und können bei manchen Betroffenen zu Selbstverletzungen führen, wenn sie besonders intensiv oder anhaltend ausgeführt werden. Die Störung tritt am häufigsten bei Kindern auf und kann sowohl bei ansonsten unauffälliger Entwicklung als auch in Verbindung mit anderen Entwicklungsbesonderheiten beobachtet werden.

Ursachen

Die Ursachen stereotyper Bewegungsstörungen sind nicht abschließend geklärt, es wird jedoch angenommen, dass die Bewegungen bei manchen Kindern eine selbstberuhigende oder selbststimulierende Funktion erfüllen, insbesondere in Situationen von Langeweile, Stress, Erschöpfung oder Über- beziehungsweise Unterforderung. Bei manchen Kindern treten die stereotypen Bewegungen bereits im frühen Kleinkindalter auf und können sich im Rahmen der normalen Entwicklung wieder zurückbilden. Ein erhöhtes Risiko für ausgeprägtere oder anhaltendere Formen stereotyper Bewegungsstörungen besteht bei Kindern mit zusätzlichen Entwicklungsbesonderheiten, etwa eingeschränkten Möglichkeiten zur verbalen Kommunikation oder eingeschränkter sensorischer Stimulation, auch wenn stereotype Bewegungsstörungen definitionsgemäß auch unabhängig von solchen zusätzlichen Besonderheiten auftreten können.

Symptome

Charakteristisch sind wiederholte, gleichförmige und häufig rhythmische Bewegungen, die über einen längeren Zeitraum bestehen und keinem erkennbaren äußeren Zweck dienen. Dazu zählen etwa rhythmisches Körperschaukeln, Kopfschlagen gegen Gegenstände, wiederholtes Umklammern des eigenen Körpers, Haarezupfen, Handbeißen oder das wiederholte Schlagen der eigenen Hände gegeneinander. Die Bewegungen treten häufig in bestimmten Situationen gehäuft auf, etwa bei Langeweile, Müdigkeit, Stress oder emotionaler Erregung, und können sich durch äußere Ablenkung mitunter kurzzeitig unterbrechen lassen. Bei besonders intensiver oder anhaltender Ausführung können manche der Bewegungen, etwa Kopfschlagen oder Haarezupfen, zu Verletzungen oder sichtbaren körperlichen Folgen führen, was in solchen Fällen eine besonders aufmerksame Begleitung erfordert.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine ausführliche entwicklungspsychologische und gegebenenfalls kinderneurologische oder kinderpsychiatrische Untersuchung, in der Art, Häufigkeit, Auslöser und mögliche Folgen der stereotypen Bewegungen sorgfältig erfasst werden. Wichtiger Bestandteil der Diagnostik ist die Abgrenzung zu anderen Störungsbildern, bei denen ähnliche Bewegungsmuster im Rahmen einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung auftreten können, etwa einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung, einer Intelligenzminderung oder einer neurologischen Erkrankung, da die Diagnose einer eigenständigen stereotypen Bewegungsstörung voraussetzt, dass das Verhalten nicht besser durch eine solche zugrunde liegende Erkrankung erklärt werden kann. Bei Hinweisen auf Selbstverletzungen ist eine sorgfältige Einschätzung des Verletzungsrisikos wichtiger Bestandteil der Abklärung.

Behandlung

Die Behandlung stereotyper Bewegungsstörungen richtet sich nach dem Ausmaß der Beeinträchtigung sowie einem möglichen Verletzungsrisiko. Bei leichter Ausprägung ohne Selbstverletzungsgefahr steht häufig eine aufmerksame Beobachtung sowie die gezielte Förderung alternativer, angemessener Beschäftigungsmöglichkeiten im Vordergrund, insbesondere in Situationen, die das Auftreten der Bewegungen begünstigen, etwa bei Langeweile oder Unterforderung. Bei ausgeprägteren Formen, insbesondere mit Selbstverletzungsrisiko, kommen verhaltenstherapeutische Ansätze zum Einsatz, die auf den Ersatz der stereotypen Bewegungen durch alternative, weniger schädliche Verhaltensweisen sowie auf die Reduktion begünstigender Auslösefaktoren wie Stress oder Unterstimulation abzielen. Bei Selbstverletzungsgefahr können zusätzlich schützende Maßnahmen notwendig sein, um Verletzungen vorzubeugen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf stereotyper Bewegungsstörungen ist individuell unterschiedlich: Bei vielen Kindern mit ansonsten unauffälliger Entwicklung bilden sich die stereotypen Bewegungen im Rahmen der normalen Entwicklung im Laufe der Kindheit von selbst zurück. Bei Kindern mit zusätzlichen Entwicklungsbesonderheiten kann die Symptomatik hingegen über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft bestehen bleiben. Bei leichter Ausprägung ohne Selbstverletzungsrisiko ist die Prognose in der Regel günstig, auch ohne spezifische Behandlung. Bei ausgeprägteren Formen mit Selbstverletzungsgefahr ist eine gezielte verhaltenstherapeutische Unterstützung wichtig, um Verletzungen vorzubeugen und alternative Bewältigungsstrategien zu fördern, wobei sich mit konsequenter Unterstützung häufig eine deutliche Besserung erzielen lässt.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Sind stereotype Bewegungen bei Kindern immer besorgniserregend?

Nein, bei vielen Kindern mit ansonsten unauffälliger Entwicklung bilden sich solche Bewegungen im Laufe der Kindheit von selbst zurück und sind nicht zwingend Ausdruck einer ernsthaften Störung.

Wann sollte man einen Facharzt oder eine Fachärztin aufsuchen?

Eine fachliche Abklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Bewegungen zu Verletzungen führen, sehr ausgeprägt sind oder mit weiteren Entwicklungsauffälligkeiten einhergehen.

Was kann Eltern helfen, mit dem Verhalten umzugehen?

Die gezielte Förderung alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere in Situationen wie Langeweile oder Unterforderung, kann hilfreich sein, um die Häufigkeit der Bewegungen zu reduzieren.

Können stereotype Bewegungen zu Verletzungen führen?

Bei besonders intensiver oder anhaltender Ausführung, etwa bei Kopfschlagen, können Verletzungen auftreten, weshalb in solchen Fällen eine aufmerksame Begleitung und gegebenenfalls schützende Maßnahmen wichtig sind.

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