Stannose (Zinnstaublunge)
Die Stannose, auch als Zinnstaublunge bezeichnet, ist eine Lungenveränderung, die durch das langjährige berufliche Einatmen zinnhaltiger Stäube entsteht, insbesondere bei der Verarbeitung von Zinnerz oder in bestimmten metallverarbeitenden Betrieben. Ähnlich wie bei der verwandten Siderose lagert sich der eingeatmete Zinnstaub im Lungengewebe ab, verursacht dort jedoch in aller Regel keine bedeutsame Vernarbung oder Funktionseinschränkung der Lunge, sondern stellt überwiegend einen radiologisch auffälligen, funktionell jedoch gutartigen Befund dar.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die Stannose entsteht durch das langjährige, berufsbedingte Einatmen feiner, zinnhaltiger Staubpartikel, wie sie insbesondere bei der Verarbeitung von Zinnerz sowie in bestimmten Bereichen der Metallverarbeitung entstehen können. Die eingeatmeten Zinnpartikel werden im Lungengewebe eingelagert, ohne in aller Regel eine ausgeprägte Entzündungs- oder Vernarbungsreaktion auszulösen.
Symptome
Die Stannose verursacht bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen keine oder nur geringe Beschwerden, da die Zinnablagerungen die Lungenfunktion in aller Regel nicht wesentlich beeinträchtigen. Diese Erkrankung zählt zu den sogenannten benignen Pneumokoniosen, bei denen die radiologisch auffällige Ablagerung nicht mit einer entsprechenden funktionellen Beeinträchtigung einhergeht.
Diagnostik
Die Diagnose der Stannose wird durch eine Röntgenaufnahme oder Computertomographie der Lunge gestellt, die aufgrund der hohen Dichte der Zinnpartikel besonders auffällige, dichte Verschattungen zeigt, die mitunter fälschlicherweise den Verdacht auf eine ernsthaftere Lungenerkrankung wecken können. Eine sorgfältige Berufsanamnese mit Erfassung der beruflichen Zinnstaubexposition ist für die richtige Einordnung des Befundes entscheidend.
Behandlung
Eine spezifische Behandlung der Stannose existiert nicht sowie ist angesichts des gutartigen, funktionell bedeutungslosen Verlaufs auch nicht notwendig. Die wichtigste Maßnahme besteht in der Vermeidung einer weiteren beruflichen Staubexposition sowie dem Einsatz geeigneter Atemschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Stannose ist sehr gut, da die eingelagerten Zinnpartikel keine fortschreitende Lungenschädigung verursachen sowie die Lungenfunktion dauerhaft erhalten bleibt. Eine korrekte Einordnung des radiologischen Befundes als gutartige Stannose ist wichtig, um unnötige, weiterführende Untersuchungen sowie Beunruhigung der Betroffenen zu vermeiden.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die Stannose?
Eine durch eingeatmeten Zinnstaub verursachte, gutartige Lungenveränderung.
Warum kann der Röntgenbefund zunächst beunruhigend wirken?
Wegen besonders dichter Verschattungen durch die hohe Dichte der Zinnpartikel.
Verursacht sie eine Lungenfunktionseinschränkung?
In aller Regel nicht.
Wie wird sie behandelt?
Durch Vermeidung weiterer Staubexposition, eine spezifische Behandlung existiert nicht.
Weiterlesen
Hämatothorax
Hämatothorax: wenn sich Blut im Brustkorb zwischen Lunge und Brustwand sammelt.
Weiterlesen →Innere MedizinElektrounfall (Stromunfall)
Elektrounfall: warum elektrischer Strom oft mehr Schaden anrichtet, als äußerlich sichtbar ist.
Weiterlesen →Innere MedizinFettembolie
Fettembolie: eine seltene, aber ernste Komplikation nach Knochenbrüchen.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.