Spondylolyse
Die Spondylolyse bezeichnet einen meist durch wiederholte mechanische Belastung verursachten Ermüdungsbruch eines schmalen, anatomisch besonders belasteten Wirbelbogenabschnitts, der überwiegend im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule auftritt und dort die normalerweise stabile Verbindung zwischen den betroffenen Wirbeln erheblich schwächen kann. Die Erkrankung entsteht besonders häufig bei Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen, die bestimmte Sportarten mit wiederholter, rückwärtiger Überstreckung der Wirbelsäule ausüben, etwa Turnen, Speerwurf oder bestimmte Kampfsportarten, wobei die wiederholte mechanische Belastung im Verlauf zu einem allmählichen Ermüdungsbruch des betroffenen Wirbelbogenabschnitts führt. Bleibt die Spondylolyse unerkannt oder schreitet sie weiter fort, kann sich im Verlauf ein Abgleiten des betroffenen Wirbelkörpers gegenüber dem darunterliegenden Wirbel entwickeln, das als Spondylolisthesis bezeichnet wird.
Ursachen
Die Spondylolyse entsteht überwiegend durch eine wiederholte, insbesondere rückwärtig überstreckende mechanische Belastung der unteren Lendenwirbelsäule, die bei entsprechend veranlagten Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen im Verlauf zu einem allmählichen Ermüdungsbruch des betroffenen, schmalen Wirbelbogenabschnitts führt. Diese Belastung tritt besonders häufig bei bestimmten Sportarten auf, die eine wiederholte, rückwärtige Überstreckung der Wirbelsäule erfordern, insbesondere beim Turnen, Speerwurf, Golf sowie bestimmten Kampfsportarten. Eine erbliche Veranlagung zu einer strukturell schwächeren Ausbildung des betroffenen Wirbelbogenabschnitts wird als zusätzlicher begünstigender Faktor diskutiert, da die Erkrankung gelegentlich innerhalb betroffener Familien gehäuft auftritt.
Symptome
Die Spondylolyse äußert sich durch einen belastungsabhängigen, im unteren Rückenbereich lokalisierten Schmerz, der sich insbesondere bei rückwärtiger Überstreckung der Wirbelsäule, etwa bei bestimmten sportlichen Bewegungen, deutlich verstärkt und sich in Ruhe sowie bei Vermeidung der auslösenden Bewegung häufig deutlich bessert. Ein Teil der Betroffenen, insbesondere bei einem frisch entstandenen, akuten Ermüdungsbruch, verspürt zusätzlich einen lokal begrenzten Druckschmerz über der betroffenen Stelle der Wirbelsäule. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen verläuft die Spondylolyse jedoch gänzlich beschwerdefrei und wird nur zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung entdeckt.
Diagnostik
Die Diagnose der Spondylolyse wird durch eine Bildgebung der Wirbelsäule gestellt, wobei eine Röntgenaufnahme in bestimmten, gezielt gewählten Schrägaufnahmen den charakteristischen Ermüdungsbruch des betroffenen Wirbelbogenabschnitts direkt sichtbar machen kann. Bei Verdacht auf einen sehr frisch entstandenen, auf der Röntgenaufnahme noch nicht sichtbaren Ermüdungsbruch kann eine Magnetresonanztomografie oder eine spezielle nuklearmedizinische Untersuchung bereits frühere, noch nicht vollständig ausgebildete Veränderungen nachweisen, was für die frühzeitige Behandlung von Bedeutung ist. Eine Computertomografie liefert bei unklarem Befund eine besonders detaillierte Darstellung der genauen Struktur des betroffenen Wirbelbogenabschnitts.
Behandlung
Die Behandlung der Spondylolyse besteht bei den meisten Betroffenen zunächst in einer konsequenten Vermeidung der auslösenden, rückwärtig überstreckenden sportlichen Belastung über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten, um dem betroffenen Wirbelbogenabschnitt die notwendige Ruhe für eine mögliche knöcherne Ausheilung des Ermüdungsbruchs zu geben. Eine vorübergehende Ruhigstellung mittels eines speziellen Rumpforthesen kann diese Ausheilung zusätzlich unterstützen, insbesondere bei einem frisch entstandenen, noch nicht vollständig ausgebildeten Ermüdungsbruch. Bei anhaltenden, konservativ nicht ausreichend beherrschbaren Beschwerden oder bei einem bereits eingetretenen Fortschreiten zu einem Wirbelgleiten kann eine operative Stabilisierung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Spondylolyse ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie konsequent durchgeführter Entlastung des betroffenen Wirbelbogenabschnitts gut, wobei ein frisch entstandener Ermüdungsbruch bei einem erheblichen Teil der jüngeren Betroffenen tatsächlich knöchern ausheilen kann. Bei einem bereits länger bestehenden, chronischen Ermüdungsbruch ist eine vollständige knöcherne Ausheilung weniger wahrscheinlich, wobei viele Betroffene dennoch durch eine konsequente Kräftigung der stabilisierenden Rumpfmuskulatur dauerhaft beschwerdearm oder beschwerdefrei bleiben können, auch ohne dass eine vollständige knöcherne Heilung des Ermüdungsbruchs eintritt. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird empfohlen, um ein mögliches Fortschreiten zu einem Wirbelgleiten frühzeitig zu erkennen sowie die Behandlung entsprechend anzupassen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Spondylolyse: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche Sportarten begünstigen die Entstehung besonders?
Sportarten mit wiederholter, rückwärtiger Überstreckung der Wirbelsäule, etwa Turnen, Speerwurf oder bestimmte Kampfsportarten.
Wann verstärkt sich der Rückenschmerz typischerweise?
Bei rückwärtiger Überstreckung der Wirbelsäule, etwa bei bestimmten sportlichen Bewegungen.
Was kann sich aus einer unbehandelten Spondylolyse entwickeln?
Ein Abgleiten des betroffenen Wirbelkörpers, die sogenannte Spondylolisthesis.
Kann ein frischer Ermüdungsbruch tatsächlich ausheilen?
Ja, bei einem erheblichen Teil der jüngeren Betroffenen mit konsequenter Entlastung.
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