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Allergie & Stoffwechsel

Sonstige Krankheiten der Nebenniere

Die Nebennieren sind kleine, den Nieren aufsitzende Organe, die verschiedene lebenswichtige Hormone produzieren, darunter Kortisol, Aldosteron sowie geringe Mengen an Geschlechtshormonen. Als sonstige Krankheiten der Nebenniere werden verschiedene, weniger häufige Funktionsstörungen dieser Organe zusammengefasst, die sich nicht den bekannteren Erkrankungen wie der Nebenniereninsuffizienz oder dem Cushing-Syndrom zuordnen lassen. Dazu zählen unter anderem gutartige, hormonell inaktive Gewebeveränderungen der Nebenniere, die häufig zufällig entdeckt werden, sowie seltenere Störungen der Aldosteronproduktion, die den Wasser- und Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen können. Da die Nebennieren an der Regulation zahlreicher Körperfunktionen beteiligt sind, können auch weniger bekannte Erkrankungen dieser Organe vielfältige Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben.

Ursachen

Sonstige Krankheiten der Nebenniere haben je nach genauer Form unterschiedliche Ursachen. Ein sogenanntes Nebenniereninzidentalom, eine zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung entdeckte, meist gutartige und hormonell inaktive Gewebeveränderung der Nebenniere, entsteht durch ein lokal begrenztes, überschießendes Zellwachstum, dessen genaue Ursache meist nicht abschließend geklärt ist. Eine übermäßige Produktion des Hormons Aldosteron kann durch eine gutartige, hormonell aktive Gewebeveränderung einer oder beider Nebennieren oder durch eine allgemeine Überaktivität des Nebennierenrindengewebes entstehen und führt zu einer Störung des Wasser- und Elektrolythaushalts. Auch angeborene, seltene genetische Störungen der Hormonproduktion in der Nebennierenrinde können zu einem untypischen, ungewöhnlichen Beschwerdebild führen.

Symptome

Ein Nebenniereninzidentalom ohne eigene Hormonproduktion verursacht in der Regel keine eigenen Beschwerden und wird meist zufällig bei einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung des Bauchraums entdeckt. Eine übermäßige Aldosteronproduktion äußert sich häufig durch einen schwer einstellbaren Bluthochdruck sowie, bei stärkerer Ausprägung, durch eine Muskelschwäche und Muskelkrämpfe, die auf eine begleitende Kaliumverarmung des Körpers zurückgehen. Betroffene mit einer solchen Störung bemerken häufig zunächst nur den erhöhten Blutdruck, der trotz mehrerer blutdrucksenkender Medikamente schwer zu kontrollieren ist, bevor die eigentliche zugrunde liegende Ursache erkannt wird. Bei seltenen angeborenen Störungen der Nebennierenrindenfunktion können je nach betroffenem Hormon sehr unterschiedliche, mitunter untypische Beschwerden auftreten.

Diagnostik

Ein Nebenniereninzidentalom wird zunächst mittels Bildgebung, meist einer Computertomographie oder Magnetresonanztomographie des Bauchraums, in seiner Größe und Struktur beurteilt, wobei zusätzlich eine Blutuntersuchung durchgeführt wird, um eine mögliche, zunächst nicht offensichtliche Hormonproduktion sicher auszuschließen. Bei Verdacht auf eine übermäßige Aldosteronproduktion wird das Verhältnis bestimmter Hormonwerte im Blut bestimmt, das bei dieser Störung charakteristisch verändert ist; zur genaueren Lokalisation einer möglichen hormonell aktiven Gewebeveränderung kann eine gezielte Blutentnahme aus den kleinen, die Nebennieren versorgenden Venen notwendig werden. Bei Verdacht auf eine seltene, angeborene Störung der Nebennierenrindenfunktion wird eine spezialisierte hormonelle sowie gegebenenfalls genetische Untersuchung eingeleitet.

Behandlung

Ein kleines, hormonell inaktives Nebenniereninzidentalom ohne Wachstumstendenz erfordert in der Regel keine spezifische Behandlung, sondern lediglich eine regelmäßige bildgebende Verlaufskontrolle. Bei einer übermäßigen Aldosteronproduktion durch eine hormonell aktive Gewebeveränderung einer Nebenniere kann eine operative Entfernung der betroffenen Nebenniere erwogen werden, die den Bluthochdruck bei einem erheblichen Teil der Betroffenen deutlich bessert. Ist die gesamte Nebennierenrinde beider Seiten überaktiv, kommen stattdessen gezielte Medikamente zum Einsatz, die die Wirkung des überschüssigen Aldosterons blockieren. Bei angeborenen Störungen der Nebennierenrindenfunktion richtet sich die Behandlung individuell nach dem genauen zugrunde liegenden Hormondefekt und umfasst häufig eine gezielte Hormonersatztherapie.

Verlauf und Prognose

Ein hormonell inaktives Nebenniereninzidentalom hat in aller Regel eine gute Prognose und bleibt bei den meisten Betroffenen über Jahre unverändert, wobei regelmäßige Kontrollen empfohlen werden, um ein mögliches Wachstum oder eine spät einsetzende Hormonaktivität frühzeitig zu erkennen. Nach operativer Entfernung einer hormonell aktiven, aldosteronproduzierenden Gewebeveränderung normalisiert sich der Blutdruck bei einem erheblichen Teil der Betroffenen deutlich, wobei manche Menschen weiterhin eine, wenn auch reduzierte, blutdrucksenkende Behandlung benötigen. Bei einer medikamentösen Behandlung der beidseitigen Nebennierenrindenüberaktivität ist eine langfristige, konsequente Einnahme notwendig, um den Blutdruck sowie den Elektrolythaushalt dauerhaft im normalen Bereich zu halten. Insgesamt ist die Prognose sonstiger Nebennierenerkrankungen bei rechtzeitiger Diagnose und angemessener Behandlung überwiegend gut.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist ein Nebenniereninzidentalom?

Eine meist gutartige, hormonell inaktive Gewebeveränderung der Nebenniere, die häufig zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung des Bauchraums entdeckt wird und in der Regel keine Behandlung erfordert.

Warum kann ein schwer einstellbarer Bluthochdruck auf eine Nebennierenerkrankung hinweisen?

Weil eine übermäßige Produktion des Hormons Aldosteron durch eine Nebennierenveränderung zu einem Bluthochdruck führen kann, der trotz mehrerer blutdrucksenkender Medikamente schwer zu kontrollieren ist.

Wird jedes Nebenniereninzidentalom operiert?

Nein, ein kleines, hormonell inaktives Inzidentalom ohne Wachstumstendenz erfordert in der Regel keine Behandlung, sondern lediglich eine regelmäßige bildgebende Verlaufskontrolle.

Kann eine übermäßige Aldosteronproduktion geheilt werden?

Bei einer einseitigen, hormonell aktiven Gewebeveränderung kann eine operative Entfernung der betroffenen Nebenniere den Bluthochdruck bei einem erheblichen Teil der Betroffenen deutlich bessern; bei beidseitiger Überaktivität kommt eine medikamentöse Dauerbehandlung zum Einsatz.

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