Sonstige erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen
Sonstige erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen bezeichnen im Laufe des Lebens entstandene, strukturelle Veränderungen der drei winzigen Knochen des Mittelohres, die für die Übertragung der Schallschwingungen vom Trommelfell zum Innenohr verantwortlich sind. Diese Veränderungen entstehen meist als Folge einer wiederholten oder chronischen Mittelohrentzündung, die zu Vernarbungen, Verwachsungen oder einem allmählichen Abbau der empfindlichen Gehörknöchelchenstruktur führt. Da bereits geringfügige Veränderungen der Gehörknöchelchen die normale Schallübertragung erheblich beeinträchtigen können, führen diese Anomalien häufig zu einer spürbaren Hörminderung.
Ursachen
Sonstige erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen entstehen am häufigsten als Folge einer chronischen oder wiederholt auftretenden Mittelohrentzündung, bei der die anhaltende Entzündungsreaktion zu Vernarbungen, Verwachsungen mit dem umgebenden Gewebe oder einem fortschreitenden Abbau der Knöchelchenstruktur führt. Auch eine vorausgegangene Ohroperation sowie eine chronische Belüftungsstörung des Mittelohres können zu strukturellen Veränderungen der Gehörknöchelchen beitragen.
Symptome
Sonstige erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen äußern sich durch eine langsam fortschreitende oder nach einer akuten Mittelohrentzündung neu aufgetretene Hörminderung des betroffenen Ohres, die auf die gestörte Schallübertragung durch die veränderten Gehörknöchelchen zurückzuführen ist. Ein begleitendes Druckgefühl im Ohr kann zusätzlich bestehen, wobei Schmerzen in aller Regel nicht im Vordergrund stehen, sofern keine akute, begleitende Entzündung vorliegt.
Diagnostik
Die Diagnose sonstiger erworbener Anomalien der Gehörknöchelchen wird durch eine umfassende Hörprüfung gestellt, die eine charakteristische Schallleitungsstörung nachweist. Eine Ohrenspiegelung sowie eine spezielle Messung der Trommelfellbeweglichkeit ergänzen die Untersuchung. Eine Computertomographie des Felsenbeins kann die genaue strukturelle Veränderung der Gehörknöchelchen zusätzlich sichtbar machen sowie die Operationsplanung unterstützen.
Behandlung
Die Behandlung sonstiger erworbener Anomalien der Gehörknöchelchen richtet sich nach dem Ausmaß der Hörminderung sowie der zugrunde liegenden strukturellen Veränderung, wobei bei einer bedeutsamen Hörminderung eine operative Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette mittels körpereigenen Gewebes oder speziellen Implantaten erwogen werden kann. Bei nicht operablem oder unzureichend gebessertem Befund kann eine Hörgeräteversorgung die Hörfunktion unterstützen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose sonstiger erworbener Anomalien der Gehörknöchelchen ist bei einer erfolgreichen operativen Rekonstruktion gut, wobei sich die Hörfunktion bei einem großen Teil der Betroffenen deutlich verbessern lässt. Eine unbehandelt fortbestehende, zugrunde liegende Ursache, insbesondere eine anhaltende chronische Mittelohrentzündung, kann zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Hörfunktion führen, weshalb eine gezielte Behandlung der Grunderkrankung sowie eine rechtzeitige Abklärung der Hörminderung von Bedeutung sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sonstige erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was verursacht erworbene Anomalien der Gehörknöchelchen meist?
Eine chronische oder wiederholt auftretende Mittelohrentzündung.
Welche Art von Hörverlust entsteht dabei?
Eine Schallleitungsstörung.
Wie wird eine bedeutsame Hörminderung behandelt?
Durch eine operative Rekonstruktion der Gehörknöchelchenkette.
Was hilft, wenn eine Operation nicht möglich ist?
Eine Hörgeräteversorgung.
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