Rocky-Mountain-Fleckfieber
Das Rocky-Mountain-Fleckfieber ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, verursacht durch Rickettsia rickettsii, und kommt trotz seines Namens in weiten Teilen Nord-, Mittel- und Südamerikas vor, nicht nur in der Rocky-Mountain-Region. Es zählt zu den schwersten durch Zecken übertragenen Erkrankungen weltweit und kann unbehandelt rasch fortschreiten und lebensbedrohlich verlaufen.
Ursachen
Der Erreger wird durch den Stich infizierter Zecken übertragen, wobei eine Übertragung meist mehrere Stunden Saugzeit erfordert. Menschen mit häufigem Aufenthalt in bewaldeten oder buschigen Gebieten in den betroffenen Regionen, etwa bei Wanderungen, Gartenarbeit oder Jagd, tragen ein erhöhtes Risiko. Reisende in betroffene Gebiete Amerikas sollten sich der Möglichkeit dieser Erkrankung bei entsprechenden Symptomen nach der Rückkehr bewusst sein.
Symptome
Die Erkrankung beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Übelkeit. Nach wenigen Tagen entwickelt sich häufig ein charakteristischer Hautausschlag, der oft an Handgelenken und Knöcheln beginnt und sich auf den Rumpf sowie, für diese Erkrankung besonders typisch, auch auf Handflächen und Fußsohlen ausbreiten kann. Unbehandelt kann die Erkrankung rasch zu einer Schädigung mehrerer Organe, Verwirrtheit und Kreislaufversagen fortschreiten.
Diagnostik
Da spezifische Bluttests erst im späteren Krankheitsverlauf zuverlässig positiv werden, stützt sich die Diagnose zunächst wesentlich auf das klinische Bild und die Vorgeschichte eines möglichen Zeckenkontakts in einer betroffenen Region. Bei begründetem Verdacht wird deshalb nicht auf das endgültige Testergebnis gewartet. Der Nachweis spezifischer Antikörper oder des Erregererbguts kann die Diagnose im Nachhinein bestätigen.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit einem gezielt wirksamen Antibiotikum, das bei begründetem klinischem Verdacht sofort begonnen werden sollte, ohne das Ergebnis der Labordiagnostik abzuwarten, da eine Verzögerung der Behandlung das Risiko für einen schweren, tödlichen Verlauf deutlich erhöht. Bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn bessern sich die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage deutlich.
Verlauf und Vorbeugung
Mit rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, unbehandelt oder bei verzögerter Diagnose verläuft die Erkrankung jedoch bei einem relevanten Teil der Betroffenen schwer und kann tödlich enden. Zur Vorbeugung sollten in betroffenen Regionen Zeckenschutzmittel verwendet, geschlossene Kleidung getragen und der Körper nach Aufenthalten im Freien sorgfältig auf Zecken abgesucht werden, wobei eine zügig entfernte Zecke das Übertragungsrisiko deutlich senkt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Rocky-Mountain-Fleckfieber: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kommt das Rocky-Mountain-Fleckfieber nur in den Rocky Mountains vor?
Nein, trotz des Namens tritt die Erkrankung in weiten Teilen Nord-, Mittel- und Südamerikas auf, nicht nur in der namensgebenden Gebirgsregion.
Warum ist der Ausschlag an Handflächen und Fußsohlen so bedeutsam?
Dieses Verteilungsmuster ist für diese Erkrankung besonders typisch und hilft, sie von anderen fieberhaften Erkrankungen mit Hautausschlag zu unterscheiden.
Warum wird schon vor dem Testergebnis behandelt?
Weil die Erkrankung unbehandelt rasch schwer verlaufen kann und eine verzögerte Behandlung das Sterberisiko deutlich erhöht, weshalb bei begründetem Verdacht sofort therapiert wird.
Wie kann man sich am besten schützen?
Durch das Tragen geschlossener Kleidung, die Verwendung von Zeckenschutzmitteln und ein gründliches Absuchen des Körpers nach Aufenthalten in betroffenen Gebieten, verbunden mit dem raschen Entfernen entdeckter Zecken.
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