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Innere Medizin

Pulmonale Hypertonie

Die pulmonale Hypertonie ist ein erhöhter Blutdruck im Kreislauf zwischen dem rechten Herzen und der Lunge. Da die rechte Herzkammer normalerweise gegen einen sehr niedrigen Widerstand arbeitet, führt ein dauerhaft erhöhter Druck in den Lungengefäßen zu einer zunehmenden Belastung und schließlich Schwäche des rechten Herzens. Die Erkrankung hat viele mögliche Ursachen und wird in fünf Hauptgruppen eingeteilt, die sich in Entstehung und Behandlung deutlich unterscheiden.

Ursachen

Am häufigsten entsteht eine pulmonale Hypertonie infolge chronischer Herz- oder Lungenerkrankungen, etwa einer Linksherzschwäche oder einer fortgeschrittenen COPD, bei denen der erhöhte Druck sekundär als Folge entsteht. Seltener liegt eine eigenständige Erkrankung der kleinen Lungenarterien vor (pulmonalarterielle Hypertonie), die genetisch bedingt sein oder im Zusammenhang mit Bindegewebserkrankungen, HIV-Infektion oder bestimmten Medikamenten auftreten kann. Auch wiederholte kleine Lungenembolien können zu einer chronischen Form führen.

Symptome

Führendes Symptom ist eine zunehmende Atemnot bei Belastung, die sich schleichend über Monate entwickelt und deshalb oft erst spät erkannt wird. Im Verlauf kommen Müdigkeit, Schwindel, gelegentliches Herzrasen und, bei fortgeschrittener Erkrankung, Wassereinlagerungen in den Beinen und im Bauch als Zeichen der Rechtsherzschwäche hinzu. Kurze Ohnmachtsanfälle bei Belastung können auf eine bereits ausgeprägte Erkrankung hindeuten und sollten zügig abgeklärt werden.

Diagnostik

Die Echokardiografie ist die wichtigste erste Untersuchung und liefert einen Schätzwert des Lungendrucks sowie Hinweise auf die Belastung des rechten Herzens. Zur endgültigen Diagnosesicherung und genauen Druckmessung ist eine Rechtsherzkatheteruntersuchung notwendig. Ergänzend klären Lungenfunktionstests, eine Computertomografie und je nach Verdacht weitere Untersuchungen, welche der fünf Gruppen der pulmonalen Hypertonie vorliegt und welche Grunderkrankung ursächlich ist.

Behandlung

Bei sekundären Formen steht die Behandlung der auslösenden Herz- oder Lungenerkrankung im Vordergrund. Bei der eigenständigen pulmonalarteriellen Hypertonie stehen heute mehrere spezifische Medikamentengruppen zur Verfügung, die die Gefäße der Lunge erweitern und den Druck senken, oft in Kombination eingesetzt. Bei durch Lungenembolien verursachter chronischer Form kann in ausgewählten Fällen eine spezialisierte Operation zur Entfernung der verengenden Gerinnsel die Erkrankung deutlich bessern oder heilen.

Verlauf und Prognose

Unbehandelt schreitet die pulmonale Hypertonie fort und führt über eine zunehmende Rechtsherzschwäche zu einer eingeschränkten Lebenserwartung. Mit den heute verfügbaren spezifischen Therapien hat sich die Prognose der pulmonalarteriellen Hypertonie in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert. Regelmäßige Kontrollen in spezialisierten Zentren sind wichtig, um die Behandlung an den Verlauf anzupassen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die Erkrankung oft spät erkannt?

Weil das Leitsymptom Atemnot bei Belastung unspezifisch ist und sich langsam entwickelt, wodurch es häufig zunächst anderen, häufigeren Ursachen zugeschrieben wird.

Ist jede pulmonale Hypertonie gleich zu behandeln?

Nein, die fünf Hauptgruppen unterscheiden sich in Ursache und Behandlung erheblich, weshalb eine genaue Einordnung vor Therapiebeginn notwendig ist.

Kann pulmonale Hypertonie geheilt werden?

Bei durch Lungenembolien verursachter chronischer Form ist durch eine spezialisierte Operation in ausgewählten Fällen eine Heilung möglich, andere Formen werden meist dauerhaft mit Medikamenten behandelt.

Welche Warnzeichen sollten ernst genommen werden?

Zunehmende Atemnot bei Belastung, die sich über Wochen verschlechtert, oder kurze Ohnmachtsanfälle bei Anstrengung sollten ärztlich abgeklärt werden.

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