Nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis (Noma)
Die nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis, auch als Noma bezeichnet, ist eine seltene, jedoch äußerst rasch fortschreitende, gewebezerstörende Infektion, die zunächst die Mundschleimhaut befällt sowie sich unbehandelt innerhalb weniger Tage auf tiefere Gesichtsstrukturen ausbreiten kann. Diese Erkrankung betrifft nahezu ausschließlich schwer unterernährte, in ihrer Immunabwehr erheblich geschwächte Kinder in ärmeren Regionen, insbesondere in Teilen Afrikas. Ohne eine rasche, gezielte Behandlung führt die nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis häufig zu schweren, entstellenden Gewebeverlusten im Gesichtsbereich sowie birgt ein erhebliches Sterberisiko.
Ursachen
Die nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Bakterienarten der normalen Mundflora, die sich bei einer schwer geschwächten Immunabwehr unkontrolliert vermehren sowie eine rasch fortschreitende Gewebezerstörung auslösen können. Eine schwere Mangelernährung, insbesondere ein ausgeprägter Eiweißmangel, vorausgegangene Infektionskrankheiten, insbesondere Masern, sowie unzureichende Mundhygiene stellen die wichtigsten begünstigenden Faktoren dar, weshalb die Erkrankung nahezu ausschließlich bei Kindern in ärmeren, ressourcenarmen Regionen auftritt.
Symptome
Die nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis beginnt mit einer kleinen, schmerzhaften Schwellung sowie Geschwürbildung im Bereich des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut, die sich innerhalb weniger Tage rasch ausbreitet sowie in eine großflächige, gewebezerstörende Entzündung übergeht, die tiefere Gesichtsstrukturen, insbesondere Wange, Lippen sowie Kieferknochen, befallen kann. Fieber, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl sowie ein übler Mundgeruch begleiten die rasch fortschreitende Erkrankung.
Diagnostik
Die Diagnose der nekrotisierend-ulzerösen Stomatitis wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen, rasch fortschreitenden Gewebeverlustes bei einem schwer unterernährten Kind gestellt. Angesichts der raschen Ausbreitungsgeschwindigkeit ist eine sofortige klinische Einschätzung sowie Behandlung wichtiger als eine aufwendige weiterführende Diagnostik, die die dringend notwendige Behandlung nicht verzögern sollte.
Behandlung
Die Behandlung der nekrotisierend-ulzerösen Stomatitis erfordert eine sofortige, hochdosierte antibiotische Behandlung in Kombination mit einer intensiven Ernährungsunterstützung zur Behebung der zugrunde liegenden Mangelernährung. Eine sorgfältige Wundversorgung sowie, nach Abklingen der akuten Infektion, eine chirurgische Rekonstruktion der entstandenen Gewebeverluste können notwendig werden, um die entstellenden Folgen der Erkrankung zu vermindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der nekrotisierend-ulzerösen Stomatitis ist ohne rasche Behandlung sehr ernst, da die Erkrankung unbehandelt in einem erheblichen Teil der Fälle tödlich verläuft. Bei rechtzeitiger, intensiver Behandlung überleben die meisten betroffenen Kinder, wobei häufig dennoch bleibende, entstellende Gewebeverluste im Gesichtsbereich zurückbleiben, die eine langfristige, rekonstruktive chirurgische Betreuung erfordern. Eine Verbesserung der Ernährungssituation sowie der medizinischen Grundversorgung in betroffenen Regionen ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Nekrotisierend-ulzeröse Stomatitis (Noma): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer ist von der Noma besonders betroffen?
Schwer unterernährte Kinder in ärmeren Regionen, insbesondere Teilen Afrikas.
Wie schnell breitet sich die Erkrankung aus?
Sehr rasch, innerhalb weniger Tage.
Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?
Eine sofortige antibiotische Behandlung sowie intensive Ernährungsunterstützung.
Was bleibt bei Überlebenden häufig zurück?
Bleibende, entstellende Gewebeverluste im Gesichtsbereich.
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