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Symptome

Myoglobinurie

Die Myoglobinurie bezeichnet die Ausscheidung eines bestimmten, in den Muskelzellen vorkommenden Eiweißes über den Urin, das bei einem ausgedehnten Untergang von Muskelzellen in großer Menge aus dem geschädigten Muskelgewebe in die Blutbahn freigesetzt und anschließend über die Nieren ausgeschieden wird, wobei der Urin durch dieses Eiweiß eine charakteristische, dunkel-bräunliche Verfärbung annimmt, die einer Cola ähnelt. Die Myoglobinurie ist stets Ausdruck eines zugrunde liegenden, ausgedehnten Muskelzelluntergangs, der als Rhabdomyolyse bezeichnet wird, und stellt ein ernstzunehmendes Warnzeichen dar, da das im Übermaß ausgeschiedene Muskeleiweiß die feinen Strukturen der Nieren schädigen und unbehandelt zu einem akuten, lebensbedrohlichen Nierenversagen führen kann. Eine rasche Diagnosestellung sowie Behandlung der zugrunde liegenden Ursache ist daher von entscheidender Bedeutung für die langfristige Nierenfunktion der betroffenen Person.

Ursachen

Die Myoglobinurie entsteht durch einen ausgedehnten Untergang von Muskelzellen, der durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden kann, wobei eine schwere körperliche Verletzung mit erheblicher Muskelquetschung, eine ausgedehnte, ungewohnt intensive körperliche Anstrengung sowie eine anhaltende, unbewegliche Lagerung des Körpers, etwa nach einem längeren Bewusstseinsverlust, zu den häufigeren Ursachen zählen. Auch bestimmte Medikamente, insbesondere bestimmte, zur Cholesterinsenkung eingesetzte Präparate, sowie ein übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum können einen ausgedehnten Muskelzelluntergang auslösen. Seltener wird die Myoglobinurie durch eine erbliche Stoffwechselerkrankung der Muskulatur, eine schwere Infektion oder eine ausgeprägte Elektrolytstörung verursacht.

Symptome

Das charakteristische Symptom der Myoglobinurie ist eine auffällige, dunkel-bräunliche bis colafarbene Verfärbung des Urins, die durch das im Übermaß ausgeschiedene Muskeleiweiß entsteht und von den Betroffenen selbst häufig als erstes, alarmierendes Zeichen bemerkt wird. Begleitend bestehen bei den meisten Betroffenen zusätzlich deutliche Muskelschmerzen, eine ausgeprägte Muskelschwäche sowie eine spürbare Schwellung der betroffenen Muskelgruppen, die auf den zugrunde liegenden ausgedehnten Muskelzelluntergang hinweisen. Bei einem bereits eingetretenen, schweren Nierenversagen als Komplikation kann zusätzlich eine deutlich verminderte Harnausscheidung auftreten, die auf die bereits eingetretene Schädigung der Nieren durch das ausgeschiedene Muskeleiweiß zurückzuführen ist.

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Diagnostik

Die Diagnose der Myoglobinurie wird durch eine Urinuntersuchung gestellt, die das Vorhandensein des charakteristischen Muskeleiweißes im Urin nachweist, wobei ergänzend eine Blutuntersuchung eines bestimmten, bei Muskelschädigung freigesetzten Muskelenzyms zur Bestätigung sowie Einschätzung des Ausmaßes des zugrunde liegenden Muskelzelluntergangs durchgeführt wird. Eine Blutuntersuchung der Nierenwerte sowie des Elektrolythaushalts ist zur frühzeitigen Erkennung einer möglicherweise bereits eingetretenen Nierenschädigung unerlässlich. Eine sorgfältige Anamnese möglicher Auslösefaktoren, insbesondere vorausgegangener Verletzungen, ungewohnt intensiver körperlicher Anstrengung sowie eingenommener Medikamente, unterstützt die Identifikation der zugrunde liegenden Ursache zusätzlich.

Behandlung

Die Behandlung der Myoglobinurie zielt vorrangig auf die Vorbeugung sowie frühzeitige Behandlung eines drohenden akuten Nierenversagens ab, wobei eine großzügige, meist über die Vene verabreichte Flüssigkeitszufuhr die zentrale Behandlungsmaßnahme darstellt, da diese die Ausscheidung des schädigenden Muskeleiweißes über die Nieren fördert sowie die Nierendurchblutung verbessert. Parallel zur unterstützenden Behandlung der Nierenfunktion wird die jeweils zugrunde liegende Ursache des Muskelzelluntergangs gezielt behandelt, etwa durch das Absetzen eines auslösenden Medikaments oder die Behandlung einer zugrunde liegenden Verletzung. Bei bereits eingetretenem, ausgeprägtem Nierenversagen kann trotz aller unterstützenden Maßnahmen eine vorübergehende Blutwäsche notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Myoglobinurie ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie konsequent durchgeführter, insbesondere ausreichend großzügiger Flüssigkeitsbehandlung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, wobei sich die Nierenfunktion nach einem vorübergehenden Nierenversagen bei den meisten Betroffenen im Verlauf mehrerer Wochen wieder vollständig erholt. Bei verzögerter Diagnosestellung oder einem besonders ausgeprägten, umfangreichen Muskelzelluntergang besteht jedoch das Risiko einer bleibenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion, die im schwersten Fall eine dauerhafte Blutwäsche erforderlich machen kann. Eine rasche Erkennung sowie unverzügliche Einleitung der geeigneten Flüssigkeitsbehandlung ist daher von entscheidender Bedeutung für die langfristige Prognose der Nierenfunktion.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie sieht der Urin bei einer Myoglobinurie typischerweise aus?

Auffällig dunkel-bräunlich bis colafarben.

Was ist die zugrunde liegende Erkrankung, die zur Myoglobinurie führt?

Ein ausgedehnter Muskelzelluntergang, der als Rhabdomyolyse bezeichnet wird.

Welche Komplikation droht unbehandelt?

Ein akutes, lebensbedrohliches Nierenversagen.

Was ist die zentrale Behandlungsmaßnahme?

Eine großzügige, meist über die Vene verabreichte Flüssigkeitszufuhr.

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