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Verletzungen des Bewegungsapparats

Luxation des Iliosakral- und des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes

Die Luxation des Iliosakral- sowie des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes bezeichnet ein Auskugeln der hinteren Verbindungsgelenke des Beckens, wobei das Iliosakralgelenk die Verbindung zwischen dem Kreuzbein sowie der jeweiligen Beckenschaufel darstellt, während das Sakro-Kokzygeal-Gelenk die Verbindung zwischen dem unteren Ende des Kreuzbeins sowie dem Steißbein bildet. Beide Gelenke tragen im gesunden Zustand wesentlich zur Stabilität sowie Kraftübertragung des Beckenrings zwischen der Wirbelsäule sowie den Beinen bei, weshalb eine Luxation dieser Gelenke durch eine erhebliche Gewalteinwirkung die gesamte Stabilität des Beckens erheblich beeinträchtigen kann. Diese Verletzung tritt aufgrund der zur Entstehung notwendigen erheblichen Krafteinwirkung nur selten isoliert auf, sondern geht bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit weiteren Verletzungen des vorderen Beckenrings einher.

Ursachen

Die Luxation des Iliosakral- sowie des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes entsteht überwiegend durch eine erhebliche, meist von der Seite oder von hinten auf das Becken einwirkende Gewalt, wie sie typischerweise bei schweren Verkehrsunfällen sowie Stürzen aus großer Höhe auftritt, wobei die dabei einwirkende Kraft die stabilisierenden Bandstrukturen dieser Gelenke überdehnt oder vollständig zerreißt. Eine isolierte Luxation des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes, also der Verbindung zwischen Kreuzbein sowie Steißbein, kann zudem durch einen direkten Sturz auf das Gesäß entstehen, ohne dass zwingend eine ebenso schwere Gewalteinwirkung wie bei der Iliosakralgelenksluxation notwendig ist. Aufgrund der engen anatomischen Verbindung mit dem übrigen Beckenring tritt eine Luxation des Iliosakralgelenkes häufig gemeinsam mit weiteren Verletzungen des vorderen Beckenrings auf.

Symptome

Die Luxation des Iliosakralgelenkes äußert sich durch heftige Schmerzen im unteren Rückenbereich sowie im Bereich des Gesäßes, die sich bei jeder Bewegung sowie insbesondere bei Belastung der Beine deutlich verstärken, wobei die betroffene Person aufgrund der erheblichen Instabilität des Beckenrings meist nicht mehr in der Lage ist, eigenständig zu stehen oder zu gehen. Eine isolierte Luxation des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes äußert sich dagegen durch einen lokal begrenzten, insbesondere beim Sitzen sowie beim Aufstehen deutlich verstärkten Schmerz im Bereich des Steißbeins, ohne dass eine bedeutsame Instabilität des übrigen Beckenrings vorliegt. Bei einer begleitenden Beteiligung des vorderen Beckenrings können zusätzlich Anzeichen eines erheblichen Blutverlusts auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Luxation des Iliosakral- sowie des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme sowie insbesondere einer Computertomografie des Beckens gestellt, die das genaue Ausmaß der Gelenkverschiebung sowie mögliche begleitende Frakturen oder Verletzungen des übrigen Beckenrings detailliert darstellen kann. Bei Verdacht auf eine bedeutsame Instabilität des gesamten Beckenrings wird eine umfassende notfallmedizinische Untersuchung des gesamten Körpers durchgeführt, um mögliche, gleichzeitig bestehende schwere Begleitverletzungen sicher auszuschließen. Eine gezielte klinische Untersuchung der Beckenstabilität ergänzt die bildgebende Diagnostik zusätzlich.

Behandlung

Die Behandlung der Luxation des Iliosakralgelenkes erfordert bei bedeutsamer Instabilität des Beckenrings eine notfallmäßige äußere Stabilisierung, gefolgt von einer operativen Stabilisierung mittels spezieller Schrauben, die das ausgekugelte Gelenk wieder in seine korrekte, stabile Position zurückführen sowie dauerhaft fixieren. Eine isolierte Luxation des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes ohne bedeutsame Instabilität des übrigen Beckenrings wird dagegen in aller Regel konservativ mit schmerzlindernden Medikamenten sowie einer Entlastung des betroffenen Bereichs, etwa durch ein spezielles Sitzkissen mit zentraler Aussparung, behandelt. Begleitende Verletzungen des vorderen Beckenrings werden entsprechend den jeweiligen spezifischen Behandlungsgrundsätzen zusätzlich versorgt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Luxation des Iliosakralgelenkes hängt maßgeblich vom Ausmaß der begleitenden Verletzungen sowie der Qualität der operativen Stabilisierung ab, wobei eine erfolgreich wiederhergestellte, stabile Beckenringstruktur bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zu einer guten, langfristigen Funktion führen kann. Eine isolierte Luxation des Sakro-Kokzygeal-Gelenkes weist bei konsequenter konservativer Behandlung eine insgesamt gute Prognose auf, wobei die Beschwerden bei den meisten Betroffenen innerhalb mehrerer Wochen deutlich nachlassen, auch wenn bei einem Teil der Betroffenen ein chronischer, insbesondere beim Sitzen bestehender Steißbeinschmerz zurückbleiben kann.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche zwei Gelenke sind bei dieser Verletzung betroffen?

Das Iliosakralgelenk zwischen Kreuzbein und Beckenschaufel sowie das Sakro-Kokzygeal-Gelenk zwischen Kreuzbein und Steißbein.

Wodurch kann eine isolierte Sakro-Kokzygeal-Gelenksluxation entstehen?

Durch einen direkten Sturz auf das Gesäß, ohne dass eine ebenso schwere Gewalteinwirkung wie bei der Iliosakralgelenksluxation notwendig ist.

Wie wird eine bedeutsame Instabilität des Beckenrings behandelt?

Durch eine notfallmäßige äußere Stabilisierung, gefolgt von einer operativen Stabilisierung mittels spezieller Schrauben.

Was hilft bei einer isolierten Steißbeingelenksverletzung?

Schmerzlindernde Medikamente sowie eine Entlastung durch ein spezielles Sitzkissen mit zentraler Aussparung.

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