Locked-in-Syndrom
Beim Locked-in-Syndrom sind Betroffene nahezu vollständig gelähmt, während Bewusstsein und Denkvermögen vollständig erhalten bleiben. Es entsteht meist durch eine Schädigung eines bestimmten Bereichs des Hirnstamms und unterscheidet sich dadurch grundlegend vom Wachkoma.
Wie es zum Locked-in-Syndrom kommt
Eine Schädigung eines bestimmten Bereichs des Hirnstamms, meist durch einen Schlaganfall oder eine Blutung an dieser Stelle, unterbricht die Nervenbahnen, die Bewegungsimpulse zu Muskeln des Körpers weiterleiten — die höher gelegenen Hirnareale, die für Bewusstsein und Denken zuständig sind, bleiben dabei unversehrt.
Warum das volle Bewusstsein erhalten bleibt
Anders als beim Wachkoma ist beim Locked-in-Syndrom nicht das Bewusstsein, sondern nur die Fähigkeit zur Bewegung betroffen — Betroffene nehmen ihre Umgebung vollständig wahr und können denken, sind aber nicht in der Lage, sich durch Sprechen oder Bewegen mitzuteilen.
Wie Kommunikation dennoch möglich ist
Bei vielen Betroffenen bleibt die Fähigkeit erhalten, die Augen vertikal zu bewegen oder zu blinzeln — über festgelegte Blinzel- oder Augenbewegungscodes kann so eine grundlegende Kommunikation aufgebaut werden.
Warum frühe Erkennung so wichtig ist
Da Betroffene von außen zunächst wie bewusstlos wirken können, besteht die Gefahr, dass ein erhaltenes Bewusstsein übersehen wird — eine sorgfältige neurologische Untersuchung ist entscheidend, um Kommunikationsmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen und zu nutzen.
Betreuung und Ausblick
Betroffene benötigen umfassende pflegerische und medizinische Betreuung sowie den Aufbau individueller Kommunikationshilfen — technische Hilfsmittel, etwa augensteuerungsbasierte Computersysteme, können die Teilhabe am Alltag erheblich verbessern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Deutsche Gesellschaft für Neurologie — Locked-in-Syndrom: Ursachen, Kommunikation, Betreuung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist das Locked-in-Syndrom dasselbe wie ein Wachkoma?
Nein, im Gegensatz zum Wachkoma bleibt das Bewusstsein beim Locked-in-Syndrom vollständig erhalten — nur die Bewegungsfähigkeit ist betroffen.
Können Betroffene kommunizieren?
Viele können über erhaltene vertikale Augenbewegungen oder Blinzeln kommunizieren.
Wodurch entsteht ein Locked-in-Syndrom meist?
Meist durch einen Schlaganfall oder eine Blutung in einem bestimmten Bereich des Hirnstamms.
Warum ist frühe Erkennung wichtig?
Weil Betroffene von außen wie bewusstlos wirken können, obwohl das Bewusstsein vollständig erhalten ist.
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