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Innere Medizin

Larynxödem

Das Larynxödem bezeichnet eine akute, flüssigkeitsbedingte Schwellung der Schleimhaut des Kehlkopfes, die je nach Ausmaß und Lokalisation von einer leichten, kaum bemerkten Beeinträchtigung der Stimme bis zu einer raschen, lebensbedrohlichen Verengung der Atemwege reichen kann. Da der Kehlkopf an seiner engsten Stelle nur einen begrenzten Durchmesser besitzt, kann bereits eine vergleichsweise geringe Schwellung der Schleimhaut zu einer erheblichen Einengung des Atemwegs führen, weshalb ein Larynxödem, insbesondere bei rascher Entstehung, stets als potenziell bedrohliche Situation eingeschätzt werden muss. Die Ursachen eines Larynxödems sind vielfältig und reichen von allergischen Reaktionen über Infektionen bis zu mechanischen oder thermischen Verletzungen der Kehlkopfschleimhaut, weshalb eine rasche Einordnung der zugrunde liegenden Ursache für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.

Ursachen

Ein Larynxödem kann durch eine allergische Reaktion, etwa im Rahmen einer schweren allergischen Sofortreaktion auf Nahrungsmittel, Insektengifte oder Medikamente, ausgelöst werden, wobei sich die Schwellung hierbei innerhalb weniger Minuten bis Stunden rasch entwickeln kann. Infektiöse Ursachen, insbesondere eine akute Entzündung des Kehldeckels oder der umgebenden Strukturen, führen ebenfalls zu einer entzündlich bedingten Schleimhautschwellung im Kehlkopfbereich. Thermische Verletzungen durch das Einatmen heißer Luft oder Dämpfe sowie mechanische Reizungen, etwa nach einer Intubation im Rahmen einer Operation, können die Kehlkopfschleimhaut ebenfalls anschwellen lassen. Seltener liegt einem Larynxödem eine erbliche Störung des Bradykininstoffwechsels zugrunde, das sogenannte hereditäre Angioödem, bei dem wiederkehrende Schwellungen ohne erkennbare äußere Auslöser auftreten können.

Symptome

Die Symptome eines Larynxödems hängen wesentlich vom Ausmaß der Schwellung ab und reichen von einer leichten, kloßigen Sprache und einem Fremdkörpergefühl im Hals bei geringer Schwellung bis zu einer zunehmenden, bedrohlichen Atemnot bei ausgeprägter Verengung des Atemwegs. Charakteristisch für eine relevante Verengung ist ein hörbares, ziehendes Atemgeräusch beim Einatmen, das als inspiratorischer Stridor bezeichnet wird und auf eine zunehmende Gefährdung der Atemwege hinweist. Betroffene mit ausgeprägtem Larynxödem zeigen häufig eine sitzende, nach vorn gebeugte Körperhaltung, mit der sie unbewusst versuchen, die Atmung zu erleichtern, sowie Zeichen einer zunehmenden Atemanstrengung mit sichtbaren Einziehungen im Bereich des Brustkorbs. Eine allergisch bedingte Schwellung geht häufig zusätzlich mit einer Schwellung der Lippen, der Zunge oder des Gesichts sowie mit Hautausschlag einher.

Diagnostik

Bei Verdacht auf ein Larynxödem steht zunächst die rasche klinische Einschätzung der Atemwegssituation im Vordergrund, wobei Zeichen wie ein hörbarer Stridor, eine zunehmende Atemanstrengung sowie eine Veränderung der Stimme wichtige Warnsignale für eine bedrohliche Verengung darstellen. Eine Kehlkopfspiegelung ermöglicht die direkte Beurteilung des Ausmaßes und der Lokalisation der Schwellung, sollte jedoch bei bereits deutlich eingeschränkter Atmung nur unter entsprechender Vorsicht und Bereitschaft zur sofortigen Sicherung der Atemwege durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine allergische Ursache werden begleitende Zeichen einer allgemeinen allergischen Reaktion erfasst, während bei wiederholten, unerklärten Schwellungen ohne erkennbaren Auslöser an ein hereditäres Angioödem gedacht und eine entsprechende laborchemische Abklärung eingeleitet wird.

Behandlung

Ein akutes, die Atmung bedrohendes Larynxödem stellt einen medizinischen Notfall dar, bei dem die Sicherung der Atemwege oberste Priorität hat, im Extremfall durch eine notfallmäßige Erweiterung des Atemwegs. Bei allergisch bedingtem Larynxödem kommen rasch wirksame Medikamente wie Adrenalin, Kortison sowie Antihistaminika zum Einsatz, um die Schwellung zügig zurückzudrängen. Ein durch eine Infektion bedingtes Larynxödem wird zusätzlich mit einer gezielten antibiotischen Behandlung sowie entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Bei einem hereditären Angioödem stehen spezifische, auf den zugrunde liegenden Stoffwechselweg abgestimmte Medikamente zur Verfügung, die auch zur vorbeugenden Behandlung bei bekannter Erkrankung eingesetzt werden können. In jedem Fall ist bei Anzeichen einer relevanten Atemwegsverengung eine umgehende ärztliche, im Zweifel notfallmedizinische Versorgung erforderlich.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf eines Larynxödems hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie von der Geschwindigkeit und Angemessenheit der eingeleiteten Behandlung ab. Bei rascher Erkennung und gezielter Behandlung, insbesondere einer allergisch bedingten Schwellung, bildet sich das Ödem meist innerhalb weniger Stunden vollständig zurück, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Wird die Verengung der Atemwege jedoch nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann ein Larynxödem innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Erstickungssituation führen, weshalb eine rasche ärztliche Vorstellung bei entsprechenden Warnzeichen unerlässlich ist. Bei bekannter Neigung zu Larynxödemen, etwa im Rahmen einer Allergie oder eines hereditären Angioödems, ist eine sorgfältige vorbeugende Planung und Aufklärung über das Verhalten im Notfall von großer Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist ein Larynxödem potenziell so gefährlich?

Weil der Kehlkopf an seiner engsten Stelle nur einen begrenzten Durchmesser besitzt und bereits eine geringe Schwellung die Atemwege erheblich verengen kann.

Woran erkennt man eine bedrohliche Verengung der Atemwege?

An einem hörbaren, ziehenden Atemgeräusch beim Einatmen, zunehmender Atemanstrengung sowie einer sitzenden, nach vorn gebeugten Körperhaltung.

Was ist die häufigste akute Ursache eines Larynxödems?

Eine allergische Sofortreaktion auf Nahrungsmittel, Insektengifte oder Medikamente gehört zu den häufigsten akuten Auslösern.

Was ist ein hereditäres Angioödem?

Eine erbliche Störung des Bradykininstoffwechsels, bei der es wiederholt zu Schwellungen, unter anderem im Kehlkopfbereich, ohne erkennbaren äußeren Auslöser kommen kann.

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