Krankheiten der apokrinen Schweißdrüsen
Die apokrinen Schweißdrüsen unterscheiden sich von den über den gesamten Körper verteilten ekkrinen Schweißdrüsen dadurch, dass sie erst in der Pubertät ihre volle Funktion aufnehmen und sich vor allem in bestimmten Körperregionen konzentrieren, insbesondere in den Achselhöhlen, im Genitalbereich und um die Brustwarzen. Sie produzieren ein eiweißreiches Sekret, das erst durch den bakteriellen Abbau auf der Hautoberfläche den charakteristischen Körpergeruch entwickelt, und stehen zudem in einem funktionellen Zusammenhang mit dem hormonellen System. Erkrankungen der apokrinen Schweißdrüsen umfassen ein Spektrum von harmlosen, aber mitunter belastenden Funktionsstörungen wie einem übermäßig starken Körpergeruch bis hin zu ernsteren, chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie der Hidradenitis suppurativa, bei der sich wiederkehrende, schmerzhafte Entzündungsherde in den betroffenen Hautregionen bilden können.
Ursachen
Eine übermäßige Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen mit ausgeprägtem Körpergeruch (Bromhidrose) kann durch eine hormonell bedingte Überaktivität der Drüsen, eine erhöhte bakterielle Besiedlung der Haut in den betroffenen Bereichen sowie durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten begünstigt werden. Chronisch-entzündliche Erkrankungen der apokrinen Schweißdrüsen, allen voran die Hidradenitis suppurativa, entstehen durch eine Verstopfung der Ausführungsgänge der Drüsen und Haarfollikel, wodurch sich Sekret staut und eine bakterielle Entzündungsreaktion begünstigt wird; Rauchen, Übergewicht sowie eine familiäre Veranlagung gelten als wichtige begünstigende Faktoren für diese Erkrankung. Hormonelle Schwankungen, insbesondere im Rahmen der Pubertät, des Menstruationszyklus oder bei bestimmten hormonellen Störungen, können die Aktivität und damit auch die Neigung zu Erkrankungen der apokrinen Schweißdrüsen beeinflussen.
Symptome
Ein übermäßiger, als unangenehm empfundener Körpergeruch trotz normaler Körperhygiene kann Ausdruck einer verstärkten Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen sein und für Betroffene erheblich belastend sein. Bei der Hidradenitis suppurativa treten typischerweise wiederkehrende, druckschmerzhafte, entzündete Knoten und Abszesse in den Achselhöhlen, der Leiste oder anderen Körperfalten auf, die aufplatzen und übelriechendes Sekret absondern können. Im chronischen Verlauf können sich Fistelgänge zwischen benachbarten Entzündungsherden bilden sowie Narbenstränge entstehen, die die Beweglichkeit der betroffenen Körperregion einschränken können. Die wiederkehrenden, oft schmerzhaften Schübe können mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität sowie psychischer Belastung einhergehen, insbesondere durch die sichtbaren Hautveränderungen und den möglichen Geruch.
Diagnostik
Die Diagnose einer übermäßigen Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen mit ausgeprägtem Körpergeruch erfolgt in erster Linie klinisch anhand der Beschwerdeschilderung sowie durch den Ausschluss anderer möglicher Ursachen für einen veränderten Körpergeruch, etwa bestimmter Stoffwechselerkrankungen. Die Diagnose der Hidradenitis suppurativa wird durch die charakteristische klinische Untersuchung gestellt, bei der die typische Lokalisation, das wiederkehrende Auftreten sowie die begleitenden Narben- und Fistelbildungen beurteilt werden. Eine Ultraschalluntersuchung der betroffenen Hautregionen kann das Ausmaß tiefer liegender Entzündungsherde und Fistelgänge genauer darstellen und für die Behandlungsplanung wichtige Informationen liefern. Bei Verdacht auf eine begleitende bakterielle Infektion kann ein Abstrich zur Erregerbestimmung sinnvoll sein.
Behandlung
Bei übermäßigem Körpergeruch durch verstärkte Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen stehen zunächst allgemeine Maßnahmen wie eine sorgfältige Körperhygiene, die Verwendung geeigneter Deodorants oder Antitranspirantien sowie gegebenenfalls eine Anpassung der Ernährung im Vordergrund. Bei ausgeprägten Beschwerden können in speziellen Fällen weitergehende Verfahren erwogen werden. Die Behandlung der Hidradenitis suppurativa richtet sich nach dem Schweregrad und umfasst je nach Ausprägung entzündungshemmende und antibiotische Medikamente, in ausgeprägteren Fällen immunmodulierende Medikamente sowie bei chronischen, vernarbenden Verläufen eine operative Entfernung des betroffenen Gewebes. Eine konsequente Vermeidung begünstigender Faktoren wie Rauchen und Übergewicht wird als wichtiger Bestandteil der Behandlung der Hidradenitis suppurativa empfohlen, um das Risiko weiterer Krankheitsschübe zu verringern.
Verlauf und Prognose
Ein übermäßiger Körpergeruch durch verstärkte Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen lässt sich bei den meisten Betroffenen durch geeignete Hygienemaßnahmen und Pflegeprodukte gut kontrollieren, wobei die zugrunde liegende Drüsenaktivität selbst meist nicht ursächlich beeinflusst werden kann. Die Hidradenitis suppurativa verläuft in der Regel chronisch mit wiederkehrenden Schüben, wobei der Verlauf individuell sehr unterschiedlich sein kann, von gelegentlichen, milden Episoden bis zu einem schweren, stark vernarbenden Verlauf mit erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung sowie die Vermeidung begünstigender Faktoren können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und das Fortschreiten zu ausgedehnteren Vernarbungen verlangsamen. Eine dauerhafte, engmaschige Betreuung ist bei chronischen Verläufen der Hidradenitis suppurativa wichtig, um die Behandlung individuell anzupassen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Krankheiten der apokrinen Schweißdrüsen: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum riecht Schweiß aus den Achseln stärker als Schweiß von anderen Körperstellen?
Weil die dort befindlichen apokrinen Schweißdrüsen ein eiweißreiches Sekret produzieren, das erst durch den bakteriellen Abbau auf der Hautoberfläche den charakteristischen, stärkeren Körpergeruch entwickelt.
Was ist Hidradenitis suppurativa?
Eine chronisch-entzündliche Erkrankung der apokrinen Schweißdrüsen mit wiederkehrenden, schmerzhaften Knoten und Abszessen, vor allem in Achselhöhlen und Leistenbereich, die im Verlauf zu Fistelgängen und Vernarbungen führen kann.
Welche Faktoren begünstigen die Entstehung einer Hidradenitis suppurativa?
Rauchen, Übergewicht sowie eine familiäre Veranlagung gelten als wichtige begünstigende Faktoren für diese chronisch-entzündliche Erkrankung.
Ist Hidradenitis suppurativa heilbar?
Eine vollständige Heilung gelingt nicht immer, jedoch lässt sich der Krankheitsverlauf durch eine frühzeitige, konsequente Behandlung sowie die Vermeidung begünstigender Faktoren oft deutlich verbessern.
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