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Weitere Notfälle

Komplikationen durch Arzneimittel oder Drogen

Arzneimittel und Drogen greifen in Körperfunktionen ein und können neben der gewünschten Wirkung unerwünschte Effekte hervorrufen. Sie reichen von leichten Nebenwirkungen bis zu lebensbedrohlichen Vergiftungen. Auch richtig angewendete Medikamente können Komplikationen auslösen, etwa Allergien oder Wechselwirkungen. Bei Rauschmitteln kommen unvorhersehbare Wirkungen durch unbekannte Wirkstoffgehalte und Beimengungen hinzu.

Ursachen

Häufige Ursachen sind Überdosierung, versehentliche oder absichtliche Einnahme zu großer Mengen, Wechselwirkungen zwischen mehreren Medikamenten oder mit Alkohol, Allergien, verminderter Abbau bei Leber- oder Nierenerkrankungen und Einnahme durch ungeeignete Personen, etwa Kinder. Bei Drogen spielen unbekannte Reinheit und Dosis sowie Mischkonsum eine große Rolle. Ältere Menschen mit vielen Medikamenten sind besonders gefährdet.

Symptome

Die Beschwerden hängen vom Wirkstoff ab: Hautausschlag, Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Blutungen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, verlangsamte oder ausgesetzte Atmung bis zur Bewusstlosigkeit. Bei schweren allergischen Reaktionen kommt es zu Atemnot und Kreislaufversagen. Akute Bewusstseinsstörung, Atemprobleme oder Krampfanfälle sind Notfälle.

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Diagnostik

Wichtig ist die Frage, was wann in welcher Menge eingenommen wurde. Packungen und Medikamentenpläne helfen. Blut- und Urinuntersuchungen, Wirkstoffspiegel, Leber- und Nierenwerte, Elektrokardiogramm und Überwachung von Kreislauf und Atmung dienen der Einschätzung. Giftinformationszentren beraten Ärztinnen, Ärzte und Laien rund um die Uhr.

Behandlung

Erste Hilfe: Bei Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen sofort den Notruf 112 wählen, stabile Seitenlage, Wiederbelebung bei Atem- und Kreislaufstillstand, Packungen und Reste für den Rettungsdienst aufbewahren, kein Erbrechen herbeiführen. In der Klinik werden Medikamente abgesetzt, Gegenmittel wie Antidote gegeben, Aktivkohle eingesetzt, Kreislauf und Atmung gestützt und Organe überwacht. Bei Suchtproblemen schließen sich Entzugs- und Beratungsangebote an.

Verlauf und Prognose

Die meisten leichten Nebenwirkungen klingen nach Absetzen oder Dosisanpassung ab. Bei rechtzeitiger Behandlung lassen sich auch viele schwere Vergiftungen beherrschen, Verzögerungen erhöhen jedoch das Risiko von Organschäden. Vorbeugend helfen ein aktueller Medikationsplan, die Aufbewahrung von Medikamenten außerhalb der Reichweite von Kindern und das Einnehmen nur nach Anweisung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was mache ich bei einer vermuteten Vergiftung?

Den Notruf 112 oder das Giftinformationszentrum anrufen, Packung bereithalten und bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage anwenden.

Soll ich Erbrechen auslösen?

Nein, das kann gefährlich sein, es sollte nur nach ärztlicher oder giftnotrufseitiger Anweisung geschehen.

Können auch normale Medikamente gefährlich sein?

Ja, bei Überdosierung, Wechselwirkungen oder Allergien, deshalb sollte ein Medikationsplan geführt und Neues mit Arzt oder Apotheke abgestimmt werden.

Wo bekomme ich Hilfe bei Suchtproblemen?

Bei Hausärztinnen und Hausärzten, Suchtberatungsstellen und, in Krisen, im Notfall über den Notruf 112.

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