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Innere Medizin

Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose

Die Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose, umgangssprachlich auch als Staublunge bezeichnet, ist eine berufsbedingte Lungenerkrankung, die durch die langjährige Einatmung von Kohlestaub im Rahmen einer Tätigkeit im Bergbau entsteht. Der eingeatmete Kohlestaub lagert sich in feinsten Verästelungen der Lunge ab und löst dort eine chronische Entzündungsreaktion aus, die im Laufe vieler Jahre zu einer fortschreitenden Vernarbung des Lungengewebes führen kann. Da sich die Erkrankung meist erst nach jahrzehntelanger beruflicher Exposition entwickelt und die Symptome sich schleichend über Jahre verstärken, tritt sie überwiegend bei Menschen auf, die über einen langen Zeitraum im untertägigen Kohlebergbau gearbeitet haben.

Ursachen

Die Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose entsteht durch die langjährige, wiederholte Einatmung feiner Kohlestaubpartikel während einer Tätigkeit im Kohlebergbau, wobei das Ausmaß der Erkrankung wesentlich von der Dauer der Exposition, der Konzentration des Staubes in der Atemluft sowie individuellen Faktoren abhängt. Die eingeatmeten Staubpartikel werden von speziellen Abwehrzellen der Lunge aufgenommen, die versuchen, das Fremdmaterial abzubauen, wobei dieser fortwährende Abwehrprozess über Jahre zu einer chronischen Entzündungsreaktion sowie zu einer allmählichen Vernarbung des umgebenden Lungengewebes führt. Rauchen kann das Fortschreiten der Erkrankung zusätzlich beschleunigen und erhöht zudem das Risiko für weitere Lungenerkrankungen bei bereits vorgeschädigter Lunge.

Symptome

In frühen Stadien verursacht die Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose häufig keine oder nur geringe Beschwerden, obwohl bereits charakteristische Veränderungen in der Lunge nachweisbar sein können. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine langsam zunehmende Atemnot, zunächst bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe, begleitet von einem chronischen Husten, der bei einem Teil der Betroffenen mit Auswurf einhergeht. Bei einer fortgeschrittenen Form mit ausgedehnter Vernarbung des Lungengewebes kann sich die Lungenfunktion erheblich verschlechtern, was zu einer deutlichen Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit führt. In sehr ausgeprägten Fällen kann sich zusätzlich eine Belastung des rechten Herzens durch den erhöhten Druck im Lungenkreislauf entwickeln.

Diagnostik

Die Diagnose wird durch eine Kombination aus einer ausführlichen Arbeitsanamnese mit genauer Erfassung der Dauer und Intensität der Kohlestaubexposition sowie einer Röntgenaufnahme oder Computertomographie der Lunge gestellt, die die charakteristischen, kleinen, über die Lunge verteilten Verdichtungsherde sichtbar macht. Eine Lungenfunktionsprüfung erfasst das Ausmaß einer bereits eingetretenen Beeinträchtigung der Atemfunktion. Da die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden kann, ist eine sorgfältige Dokumentation der beruflichen Staubexposition von großer Bedeutung, sowohl für die Diagnosestellung als auch für mögliche versicherungsrechtliche Ansprüche der betroffenen Person.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung, die die bereits eingetretene Vernarbung des Lungengewebes rückgängig machen könnte, steht nicht zur Verfügung, weshalb die Behandlung auf eine Linderung der Symptome sowie die Vermeidung eines weiteren Fortschreitens abzielt. Die wichtigste Maßnahme ist die sofortige Beendigung jeder weiteren Kohlestaubexposition sowie ein konsequenter Rauchverzicht, da beide Faktoren das weitere Fortschreiten der Erkrankung erheblich beschleunigen können. Bei bereits bestehender Atemnot können bronchialerweiternde Medikamente sowie, bei fortgeschrittener Erkrankung, eine Sauerstofftherapie eingesetzt werden. Eine regelmäßige Grippe- und Pneumokokkenimpfung wird empfohlen, um das Risiko für zusätzliche, die vorgeschädigte Lunge belastende Atemwegsinfektionen zu senken.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose ist meist langsam fortschreitend, wobei sich die Erkrankung auch nach Beendigung der beruflichen Staubexposition mitunter noch weiter verschlechtern kann, da die bereits eingetretenen Veränderungen des Lungengewebes bestehen bleiben. Bei einer geringgradigen Form ohne relevante Beeinträchtigung der Lungenfunktion ist die Prognose überwiegend gut. Bei einer fortgeschrittenen Form mit ausgedehnter Vernarbung kann sich die Lungenfunktion im Laufe der Zeit deutlich verschlechtern, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose sowie die konsequente Beendigung der Staubexposition und des Rauchens tragen wesentlich dazu bei, das weitere Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die verbleibende Lungenfunktion möglichst lange zu erhalten.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum entwickelt sich die Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose erst nach vielen Jahren?

Weil sich die eingeatmeten Kohlestaubpartikel über Jahre in der Lunge ansammeln und die dadurch ausgelöste chronische Entzündungsreaktion erst allmählich zu einer relevanten Vernarbung des Lungengewebes führt.

Kann Rauchen die Erkrankung verschlimmern?

Ja, Rauchen kann das Fortschreiten der Erkrankung zusätzlich beschleunigen und erhöht zudem das Risiko für weitere Lungenerkrankungen bei einer bereits durch die Staubexposition vorgeschädigten Lunge.

Bildet sich die Lungenvernarbung nach Beendigung der Staubexposition zurück?

Nein, eine ursächliche Behandlung, die die bereits eingetretene Vernarbung rückgängig machen könnte, steht nicht zur Verfügung. Die Erkrankung kann sich mitunter sogar nach Beendigung der Exposition noch weiter verschlechtern.

Kann die Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose als Berufskrankheit anerkannt werden?

Ja, aufgrund des klaren Zusammenhangs mit der beruflichen Kohlestaubexposition kann die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden, weshalb eine sorgfältige Dokumentation der Exposition wichtig ist.

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