Im Krankenhaus erworbene Verletzung
Im Krankenhaus befinden sich Menschen in einer Ausnahmesituation: Sie sind erkrankt, geschwächt, nehmen Medikamente und sind in fremder Umgebung. Dadurch können Verletzungen entstehen, die nicht Teil der eigentlichen Behandlung sind. Am häufigsten sind Stürze, daneben Lagerungs- und Druckschäden, Verbrennungen durch Wärmeanwendungen oder Verletzungen durch Geräte. Vorbeugung und eine rasche Behandlung sind wichtige Bestandteile der Patientensicherheit.
Ursachen
Sturzrisiken bestehen bei hohem Alter, Schwäche, Schwindel, Verwirrtheit, Sehstörungen, Sedierung und blutdrucksenkenden oder beruhigenden Medikamenten, ebenso bei ungewohnter Umgebung, nächtlichem Toilettengang und Infusionsständern. Lagerungsschäden entstehen bei langem Liegen oder während Operationen, wenn Nerven oder Haut unter Druck geraten. Weitere Ursachen sind Wärmflaschen und Wärmegeräte, Fixierungen, Nadelstiche und technische Zwischenfälle.
Symptome
Je nach Ereignis treten Prellungen, Platzwunden, Knochenbrüche, insbesondere Hüft- und Handgelenksbrüche, Kopfverletzungen, Hautrötungen und -schäden, Taubheitsgefühl oder Lähmung durch Nervendruck oder Brandwunden auf. Nach einem Sturz sind Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung und Bewusstseinsveränderungen Warnzeichen.
Diagnostik
Nach einem Vorfall wird der Zustand untersucht, häufig mit Röntgen oder Computertomographie, besonders bei Kopfverletzung oder Blutverdünnung. Nervenfunktion und Haut werden beurteilt. Der Hergang wird dokumentiert, um Ursachen zu erkennen und Wiederholungen zu vermeiden.
Behandlung
Verletzungen werden je nach Art versorgt: Wundversorgung, Ruhigstellung, Operation bei Brüchen, Schmerztherapie, Überwachung nach Kopfverletzung, Physiotherapie bei Nervenschäden. Bei akuter Verschlechterung, Atemnot oder Bewusstseinsstörung gilt der Notfallalarm der Klinik beziehungsweise der Notruf 112 im ambulanten Bereich.
Verlauf und Prognose
Viele Verletzungen heilen ohne Folgen, Brüche und Kopfverletzungen können bei älteren Menschen jedoch zu Pflegebedürftigkeit führen. Vorbeugend helfen Sturzprophylaxe mit Beratung, Hilfsmitteln, gutem Schuhwerk, Beleuchtung und Begleitung, regelmäßige Lagerungswechsel, Überprüfung von Medikamenten und die Aufklärung der Patientinnen und Patienten, bei Beschwerden sofort Hilfe zu rufen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sicherheit im Krankenhaus: Stürze und Komplikationen vorbeugen
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste im Krankenhaus erworbene Verletzung?
Der Sturz, vor allem bei älteren, geschwächten oder sedierten Patientinnen und Patienten.
Kann man vorbeugen?
Ja, durch Sturzprophylaxe, Beleuchtung, geeignetes Schuhwerk, Hilfsmittel, regelmäßige Lagerung und die Überprüfung von Medikamenten.
Was soll ich nach einem Sturz tun?
Sofort Personal rufen, nicht selbst aufstehen und Schmerzen oder Schwindel melden.
Werden solche Ereignisse untersucht?
Ja, sie werden dokumentiert und ausgewertet, um Ursachen zu erkennen und die Sicherheit zu verbessern.
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