Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Nervensystem & Gehirn

Hirnzysten

Hirnzysten bezeichnen flüssigkeitsgefüllte, meist von einer dünnen Wand umgebene Hohlräume innerhalb des Gehirngewebes, die in den meisten Fällen angeboren sind sowie sich während der frühen embryonalen Gehirnentwicklung bilden. Diese Zysten stellen überwiegend gutartige, zufällig entdeckte Befunde dar, die bei den meisten Betroffenen zeitlebens keinerlei Beschwerden verursachen. Bei einer ausreichenden Größe oder einer ungünstigen Lage können Hirnzysten jedoch Druck auf das umliegende Hirngewebe oder die Nervenwasserwege ausüben, wodurch sich, seltener, neurologische Beschwerden entwickeln können.

Ursachen

Hirnzysten entstehen in den meisten Fällen bereits während der frühen embryonalen Entwicklung des Gehirns durch eine fehlerhafte Anlage bestimmter Hirnstrukturen, wodurch sich ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum bildet. Seltener können Hirnzysten auch erworben entstehen, insbesondere als Folge einer vorausgegangenen Hirnblutung, einer Infektion mit bestimmten Parasiten oder einer Kopfverletzung, bei der sich ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Rahmen des Heilungsprozesses bildet.

Symptome

Die überwiegende Mehrheit der Hirnzysten verursacht keinerlei Beschwerden sowie wird zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten bildgebenden Untersuchung des Gehirns entdeckt. Bei einer ausreichenden Größe oder einer ungünstigen Lage können Hirnzysten Kopfschmerzen, einen erhöhten Hirndruck mit Übelkeit sowie Erbrechen, epileptische Anfälle oder, je nach betroffener Hirnregion, spezifische neurologische Ausfälle verursachen.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose der Hirnzysten wird durch eine bildgebende Untersuchung des Gehirns, insbesondere eine Magnetresonanztomographie, gestellt, bei der die flüssigkeitsgefüllten Hohlräume sowie deren genaue Größe, Lage sowie mögliche Auswirkungen auf das umliegende Hirngewebe sichtbar gemacht werden. Eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen, potenziell ernsthafteren Ursachen einer Raumforderung im Gehirn erfolgt im Rahmen der Diagnostik.

Behandlung

Eine beschwerdefrei entdeckte, kleinere Hirnzyste bedarf in aller Regel keiner spezifischen Behandlung, sondern lediglich einer regelmäßigen bildgebenden Verlaufskontrolle. Bei einer durch die Zyste verursachten Beschwerdesymptomatik oder einem bedeutsamen Druck auf das umliegende Hirngewebe kann eine operative Behandlung erwogen werden, die entweder in einer Entlastung sowie Ableitung der Zystenflüssigkeit oder, seltener, in einer vollständigen operativen Entfernung der Zystenwand besteht.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Hirnzysten ist bei der überwiegenden Mehrheit der beschwerdefreien, zufällig entdeckten Befunde sehr gut, da diese über Jahre einen stabilen, unveränderten Verlauf zeigen. Bei einer bereits beschwerdeverursachenden Zyste führt eine gezielte operative Behandlung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der Symptome, wobei eine regelmäßige, langfristige neurologische Nachsorge zur Überwachung des weiteren Verlaufs empfohlen wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Sind Hirnzysten gefährlich?

Die meisten sind gutartig und verursachen keine Beschwerden.

Wann können sie Beschwerden verursachen?

Bei ausreichender Größe oder ungünstiger Lage durch Druck auf umliegendes Gewebe.

Wie werden sie entdeckt?

Meist zufällig im Rahmen einer bildgebenden Untersuchung des Gehirns.

Wann wird eine Behandlung notwendig?

Bei beschwerdeverursachenden oder bedeutsam druckausübenden Zysten.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen