Hämangiom (Blutschwamm)
Das Hämangiom, umgangssprachlich auch als Blutschwamm bezeichnet, ist eine gutartige, aus einer Wucherung von Blutgefäßzellen entstehende Gewebeneubildung, die zu den häufigsten gutartigen Gewebeveränderungen im Säuglings- sowie Kleinkindalter zählt. Hämangiome sind bei der Geburt häufig noch nicht oder nur als kleiner, blasser Fleck sichtbar, wachsen jedoch in den ersten Lebensmonaten typischerweise rasch, bevor sie sich im weiteren Verlauf der Kindheit meist von selbst allmählich zurückbilden. Je nach Größe sowie Lage können Hämangiome sowohl eine rein kosmetische Bedeutung haben als auch, insbesondere in der Nähe wichtiger Organe, funktionelle Beeinträchtigungen verursachen.
Ursachen
Hämangiome entstehen durch eine gutartige, überschießende Wucherung von Zellen, die die innere Auskleidung kleiner Blutgefäße bilden, wobei die genaue Ursache dieser übermäßigen Zellvermehrung nicht abschließend geklärt ist. Mädchen sowie Frühgeborene sind häufiger betroffen als Jungen sowie termingerecht geborene Kinder, was auf eine mögliche hormonelle sowie entwicklungsbedingte Mitbeteiligung hinweist.
Symptome
Hämangiome äußern sich durch eine zunächst kleine, häufig blasse oder leicht rötliche Hautveränderung, die sich in den ersten Lebensmonaten typischerweise rasch zu einer erhabenen, leuchtend roten oder bläulichen, schwammartigen Struktur entwickelt. Nach dieser Wachstumsphase, die meist im ersten Lebensjahr abgeschlossen ist, bildet sich das Hämangiom im Laufe der weiteren Kindheit allmählich zurück, wobei die Haut an der betroffenen Stelle heller sowie schlaffer werden kann. Große Hämangiome in bestimmten Lokalisationen, insbesondere in der Nähe der Augen oder Atemwege, können funktionelle Beeinträchtigungen verursachen.
Diagnostik
Die Diagnose des Hämangioms wird durch eine klinische Blickdiagnose gestellt, bei der das charakteristische Erscheinungsbild sowie der typische Wachstumsverlauf beurteilt werden. Eine Ultraschalluntersuchung kann bei tiefer gelegenen Hämangiomen oder zur Beurteilung der Ausdehnung zusätzlich eingesetzt werden. Bei Hämangiomen in kritischer Lage, insbesondere im Gesichtsbereich, wird eine engmaschige Verlaufskontrolle empfohlen.
Behandlung
Die überwiegende Mehrheit der Hämangiome bedarf angesichts ihres gutartigen, selbstlimitierenden Verlaufs keiner spezifischen Behandlung, sondern lediglich einer regelmäßigen Verlaufskontrolle. Bei großen, funktionell bedeutsamen oder kosmetisch stark belastenden Hämangiomen, insbesondere solchen, die die Atmung, das Sehen oder die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen, kann eine gezielte medikamentöse Behandlung, insbesondere mit bestimmten Betablockern, das Wachstum wirksam bremsen sowie die Rückbildung beschleunigen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Hämangioms ist bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Kinder sehr gut, da sich die Veränderung nach der anfänglichen Wachstumsphase im Laufe mehrerer Jahre größtenteils von selbst zurückbildet, wobei bei einem Teil der Kinder eine leichte, bleibende Hautveränderung zurückbleiben kann. Funktionell bedeutsame Hämangiome, die frühzeitig erkannt sowie gezielt behandelt werden, zeigen unter Behandlung in aller Regel ebenfalls einen guten Verlauf.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hämangiom (Blutschwamm): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist ein Hämangiom?
Eine gutartige Gefäßfehlbildung aus vermehrt gewucherten Blutgefäßen.
Wann tritt es typischerweise auf?
Häufig bereits im Säuglingsalter, mit raschem Wachstum in den ersten Lebensmonaten.
Bildet es sich von selbst zurück?
Ja, bei der überwiegenden Mehrheit der Kinder im Laufe mehrerer Jahre.
Wann wird eine Behandlung notwendig?
Bei funktionell bedeutsamen oder stark belastenden Hämangiomen, etwa in der Nähe von Augen oder Atemwegen.
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