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Innere Medizin

Giardiasis (Lambliasis)

Die Giardiasis, auch Lambliasis genannt, ist eine der häufigsten parasitären Darminfektionen des Menschen weltweit und wird durch den einzelligen Darmparasiten Giardia lamblia, auch Giardia intestinalis oder Giardia duodenalis genannt, verursacht. Dieser Parasit besiedelt den oberen Dünndarm und wird über verunreinigtes Trinkwasser, kontaminierte Lebensmittel oder direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, wobei die widerstandsfähigen Zysten des Erregers auch unter widrigen Umweltbedingungen über längere Zeit infektiös bleiben können. Die Infektion ist weltweit verbreitet, kommt jedoch besonders häufig in Regionen mit unzureichender Trinkwasserhygiene vor und stellt auch bei Reisenden in entsprechende Gebiete eine der häufigsten Ursachen einer länger anhaltenden Reisediarrhoe dar. Viele Infektionen verlaufen ohne Beschwerden, während bei einem erheblichen Teil der Betroffenen charakteristische Verdauungsbeschwerden auftreten.

Ursachen

Die Giardiasis wird durch die orale Aufnahme der widerstandsfähigen Zysten des Parasiten Giardia lamblia verursacht, die überwiegend über kontaminiertes Trinkwasser, etwa aus unzureichend aufbereiteten Oberflächengewässern, sowie über kontaminierte, roh verzehrte Lebensmittel übertragen werden. Auch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch über eine mangelhafte Handhygiene nach Toilettengängen ist möglich und spielt insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten eine bedeutsame Rolle bei der Verbreitung der Erkrankung. Reisende in Regionen mit unzureichender Trinkwasserhygiene haben ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko. Nach der Aufnahme siedeln sich die aus den Zysten freigesetzten beweglichen Parasiten im oberen Dünndarm an, wo sie sich an die Darmschleimhaut anheften und dort die Aufnahme von Nährstoffen sowie die normale Verdauungsfunktion beeinträchtigen können.

Symptome

Eine Infektion mit Giardia lamblia verläuft bei einem erheblichen Teil der Betroffenen ohne erkennbare Beschwerden, wobei der Parasit dennoch über den Stuhl ausgeschieden wird und somit weiterhin übertragbar ist. Bei symptomatischem Verlauf entwickeln sich nach einer Inkubationszeit von etwa ein bis drei Wochen anhaltende, meist wässrige, übelriechende Durchfälle, die typischerweise nicht blutig sind, begleitet von ausgeprägten Blähungen, krampfartigen Bauchschmerzen sowie einem aufgetriebenen Bauch. Appetitlosigkeit sowie ein deutliches Völlegefühl nach dem Essen treten häufig zusätzlich auf. Bei chronischem, über mehrere Wochen anhaltendem Verlauf kann es durch die beeinträchtigte Nährstoffaufnahme im Dünndarm zu einem ungewollten Gewichtsverlust sowie, insbesondere bei Kindern, zu Wachstumsstörungen kommen, da die Erkrankung die Aufnahme von Fetten sowie bestimmten Vitaminen erheblich beeinträchtigen kann.

Diagnostik

Die Diagnose der Giardiasis wird durch den mikroskopischen Nachweis der Parasiten oder ihrer Zysten in mehreren, an verschiedenen Tagen gewonnenen Stuhlproben gestellt, da die Ausscheidung des Erregers unregelmäßig erfolgen kann und eine einzelne negative Untersuchung eine bestehende Infektion nicht sicher ausschließt. Moderne, empfindlichere Nachweisverfahren, die spezifische Bestandteile des Erregers oder sein genetisches Material in einer Stuhlprobe nachweisen, haben die diagnostische Sicherheit in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und werden zunehmend bevorzugt eingesetzt. Bei anhaltendem klinischem Verdacht trotz negativer Stuhluntersuchungen kann in Einzelfällen eine Magenspiegelung mit Entnahme von Dünndarmflüssigkeit oder einer Gewebeprobe zur weiteren Abklärung beitragen. Eine sorgfältige Reiseanamnese liefert wichtige zusätzliche Hinweise auf die mögliche Infektionsquelle.

Behandlung

Die Behandlung der Giardiasis erfolgt mit spezifischen, gegen den Parasiten wirksamen Medikamenten, die üblicherweise über wenige Tage eingenommen werden und bei der Mehrzahl der Betroffenen zu einer vollständigen Ausheilung der Infektion führen. Eine begleitende, ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um den durch die anhaltenden Durchfälle bedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei nachgewiesener Infektion ohne Beschwerden wird die Behandlung insbesondere bei Personen empfohlen, die in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind oder engen Kontakt zu besonders infektionsgefährdeten Personen haben, um eine weitere Übertragung zu verhindern. Da eine erneute Ansteckung durch eine mangelhafte Handhygiene oder kontaminiertes Wasser jederzeit möglich ist, wird auf entsprechende vorbeugende Hygienemaßnahmen besonderer Wert gelegt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Giardiasis ist bei rechtzeitiger, gezielter medikamentöser Behandlung sehr gut, wobei sich die Beschwerden bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Tage nach Behandlungsbeginn deutlich bessern und die Infektion vollständig ausheilt. Unbehandelt kann sich die Erkrankung jedoch über Wochen bis Monate hinziehen, mit entsprechend anhaltenden Verdauungsbeschwerden sowie, insbesondere bei Kindern, dem Risiko einer beeinträchtigten Gewichts- und Wachstumsentwicklung durch die gestörte Nährstoffaufnahme. Bei einem kleineren Teil der Betroffenen kann sich nach einer durchgemachten Giardiasis eine vorübergehende Unverträglichkeit von Milchzucker entwickeln, die sich jedoch in den meisten Fällen im Verlauf einiger Wochen bis Monate wieder zurückbildet. Eine gute Trink- und Lebensmittelhygiene, insbesondere auf Reisen in Regionen mit unzureichender Wasserqualität, stellt die wichtigste vorbeugende Maßnahme dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Verläuft eine Infektion mit Giardia lamblia immer mit Beschwerden?

Nein, ein erheblicher Teil der Infektionen verläuft ohne erkennbare Beschwerden, wobei der Parasit dennoch weiterhin über den Stuhl ausgeschieden und übertragen werden kann.

Warum sind mehrere Stuhlproben für den Nachweis notwendig?

Weil die Ausscheidung des Erregers unregelmäßig erfolgen kann und eine einzelne negative Untersuchung eine bestehende Infektion nicht sicher ausschließt.

Kann nach einer Giardiasis eine Milchzuckerunverträglichkeit auftreten?

Ja, bei einem kleineren Teil der Betroffenen kann sich vorübergehend eine Unverträglichkeit von Milchzucker entwickeln, die sich meist innerhalb einiger Wochen bis Monate zurückbildet.

Wie kann man sich am besten vor einer Ansteckung schützen?

Durch eine gute Trink- und Lebensmittelhygiene, insbesondere auf Reisen in Regionen mit unzureichender Wasserqualität.

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