Geburtsverletzung des Nervus facialis
Die Geburtsverletzung des Nervus facialis ist eine Schädigung des siebten Hirnnervs, der die Gesichtsmuskulatur steuert, durch Druck während der Geburt. Sie führt zu einer meist einseitigen, auffälligen Gesichtslähmung, die sich bei den meisten betroffenen Neugeborenen innerhalb weniger Wochen von selbst zurückbildet.
Ursachen
Die Verletzung entsteht meist durch Druck auf den Gesichtsnerv, der in seinem Verlauf nahe der Ohrregion relativ ungeschützt liegt, etwa durch das mütterliche Becken während einer schwierigen Geburt oder durch den Einsatz einer Geburtszange. Die Nervenfasern werden dabei überdehnt oder gequetscht, ohne dass meist eine bleibende Schädigung entsteht.
Symptome
Betroffene Neugeborene zeigen eine auffällige Asymmetrie des Gesichts, die besonders beim Schreien deutlich wird, mit einem hängenden Mundwinkel und einem unvollständigen Lidschluss auf der betroffenen Seite. Die übrige körperliche Entwicklung ist davon nicht beeinträchtigt.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung des Gesichts gestellt, bei der die typische Asymmetrie und der unvollständige Lidschluss auf der betroffenen Seite auffallen. Bei anhaltenden Beschwerden können ergänzende neurologische Untersuchungen das Ausmaß der Nervenschädigung genauer beurteilen.
Behandlung
Eine spezifische Behandlung der Lähmung selbst ist meist nicht notwendig, wichtig ist jedoch der Schutz des betroffenen Auges vor Austrocknung durch künstliche Tränenflüssigkeit, da der Lidschluss eingeschränkt ist. Bei anhaltender Lähmung über mehrere Monate wird eine weiterführende Abklärung empfohlen.
Verlauf und Prognose
Bei den meisten Neugeborenen bildet sich die Lähmung innerhalb weniger Wochen vollständig zurück, da es sich in der Regel um eine vorübergehende Funktionsstörung ohne bleibende Nervenschädigung handelt. Nur bei einem kleinen Teil der Kinder bleibt eine geringgradige Restschwäche der Gesichtsmuskulatur bestehen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Geburtsverletzung des Gesichtsnervs: Ursachen, Symptome, Verlauf
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht die Geburtsverletzung des Nervus facialis?
Durch Druck auf den Gesichtsnerv während der Geburt, etwa durch das mütterliche Becken oder den Einsatz einer Geburtszange.
Woran zeigt sich die Lähmung?
An einer auffälligen Asymmetrie des Gesichts mit hängendem Mundwinkel und unvollständigem Lidschluss auf der betroffenen Seite.
Warum ist der Schutz des Auges wichtig?
Weil der eingeschränkte Lidschluss das Auge anfälliger für Austrocknung macht.
Bildet sich die Lähmung von selbst zurück?
Bei den meisten Neugeborenen ja, innerhalb weniger Wochen.
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