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Innere Medizin

Gangrän und Nekrose der Lunge

Die Gangrän und Nekrose der Lunge bezeichnet ein Absterben von Lungengewebe im Rahmen einer schweren, meist bakteriellen Infektion, bei der die betroffenen Gewebeanteile durch eine massive Entzündungsreaktion sowie eine Unterbrechung der Durchblutung zerstört werden. Sie stellt eine besonders schwere Verlaufsform einer Lungenentzündung dar und unterscheidet sich von einem einfachen Lungenabszess dadurch, dass beim gangränösen Zerfall größere, oft mehrere Lungensegmente umfassende Gewebeanteile betroffen sind und häufig mehrere, teils zusammenfließende Nekroseherde entstehen. Da bei einer Lungengangrän ausgedehntes, funktionsfähiges Lungengewebe unwiederbringlich zerstört wird, handelt es sich um eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die eine rasche und konsequente Behandlung erfordert. Betroffen sind besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Grunderkrankungen oder einer vorausgegangenen schweren Lungenentzündung, die nicht ausreichend behandelt wurde.

Ursachen

Die Gangrän und Nekrose der Lunge entsteht am häufigsten als Komplikation einer schweren bakteriellen Lungenentzündung, bei der bestimmte, besonders aggressive Bakterienstämme eine ausgedehnte Zerstörung des Lungengewebes verursachen und gleichzeitig die Durchblutung des betroffenen Gewebeareals unterbrechen. Ein vorausgegangenes Verschlucken von Mageninhalt oder Fremdmaterial in die Lunge, insbesondere bei Menschen mit eingeschränktem Bewusstsein oder Schluckstörungen, begünstigt die Entstehung durch die Einbringung von Bakterien aus dem Mund- und Rachenraum sowie durch die direkte chemische Schädigung des Lungengewebes. Ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch eine bestehende Tumorerkrankung, eine Diabeteserkrankung oder eine immununterdrückende Behandlung, erhöht das Risiko für einen besonders schweren, nekrotisierenden Verlauf einer Lungenentzündung erheblich. Auch eine verzögerte oder unzureichende antibiotische Behandlung einer bestehenden Lungenentzündung kann zur Entwicklung einer Gangrän beitragen.

Symptome

Betroffene mit einer Lungengangrän zeigen ein sehr schweres Krankheitsbild mit hohem Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl sowie zunehmender Atemnot, die durch den Verlust an funktionsfähigem Lungengewebe bedingt ist. Ein charakteristisches, wenn auch nicht bei allen Betroffenen vorhandenes Symptom ist ein übelriechender, teils bräunlicher Auswurf, der durch das Abhusten von abgestorbenem Gewebe entsteht. Ein deutlicher Gewichtsverlust sowie ein allgemeiner körperlicher Verfall können sich bei längerem Krankheitsverlauf zusätzlich entwickeln. Bei fortschreitender Erkrankung mit zunehmender Ausbreitung der Gewebszerstörung kann sich der Zustand rasch verschlechtern, mit Anzeichen einer beginnenden Blutvergiftung wie niedrigem Blutdruck und einem raschen Herzschlag.

Diagnostik

Die Diagnose der Lungengangrän wird durch eine Computertomographie des Brustkorbs gestellt, in der sich die charakteristischen, meist mehrere Lungensegmente umfassenden, zerfallenen Gewebeareale mit unregelmäßiger Struktur und teils lufthaltigen Einschlüssen darstellen lassen. Eine mikrobiologische Untersuchung des Auswurfs sowie, bei schwerem Verlauf, eine Blutkultur dienen der Identifikation der ursächlichen Bakterien und der gezielten Anpassung der antibiotischen Behandlung. Laborchemisch zeigen sich meist stark erhöhte Entzündungswerte sowie Zeichen einer beginnenden Organbeeinträchtigung bei fortgeschrittenem Verlauf. Eine Bronchoskopie kann sowohl zur weiteren diagnostischen Abklärung als auch zur Gewinnung von Probenmaterial direkt aus dem betroffenen Bereich durchgeführt werden.

Behandlung

Die Behandlung der Lungengangrän erfolgt stationär, meist auf einer Intensivstation, mit einer hochdosierten, breit wirksamen intravenösen antibiotischen Therapie, die umgehend nach Diagnosestellung eingeleitet und nach Vorliegen des Erregernachweises gezielt angepasst wird. Begleitend sind eine intensivmedizinische Überwachung sowie, bei Bedarf, eine unterstützende Beatmung notwendig, um die durch den Gewebeverlust beeinträchtigte Atemfunktion zu stabilisieren. Bei ausgedehnter, durch Antibiotika allein nicht beherrschbarer Gewebszerstörung kann eine operative Entfernung des betroffenen, abgestorbenen Lungengewebes notwendig werden, um eine weitere Ausbreitung der Infektion sowie lebensbedrohliche Blutungen aus geschädigten Blutgefäßen zu verhindern. Eine begleitende, hochkalorische Ernährungsunterstützung trägt zur Stabilisierung des oft stark geschwächten Allgemeinzustands bei.

Verlauf und Prognose

Die Lungengangrän ist trotz moderner intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten mit einer ernsten Prognose verbunden, insbesondere bei Betroffenen mit geschwächtem Immunsystem oder ausgedehntem Befall. Bei rechtzeitiger, konsequenter Behandlung kann die Erkrankung dennoch bei einem erheblichen Teil der Betroffenen erfolgreich beherrscht werden, wobei das zerstörte Lungengewebe jedoch nicht regeneriert und ein bleibender Funktionsverlust der betroffenen Lungenareale zurückbleibt. Nach überstandener Erkrankung ist eine langwierige Erholungsphase mit intensiver Rehabilitation notwendig, um die verbliebene Lungenfunktion bestmöglich zu nutzen. Eine verzögerte Diagnosestellung oder unzureichende Behandlung erhöht das Risiko für einen tödlichen Verlauf durch eine fortschreitende Blutvergiftung erheblich, weshalb eine frühzeitige, konsequente Therapie von entscheidender Bedeutung ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich eine Lungengangrän von einem einfachen Lungenabszess?

Bei der Gangrän sind meist größere, oft mehrere Lungensegmente umfassende Gewebeanteile mit mehreren, teils zusammenfließenden Nekroseherden betroffen, während ein Abszess eine begrenztere, abgekapselte Eiteransammlung darstellt.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine Lungengangrän?

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Grunderkrankungen, Schluckstörungen mit Verschlucken von Mageninhalt sowie einer unzureichend behandelten schweren Lungenentzündung.

Ist bei einer Lungengangrän immer eine Operation notwendig?

Nicht immer, bei ausgedehnter, durch Antibiotika allein nicht beherrschbarer Gewebszerstörung kann jedoch eine operative Entfernung des abgestorbenen Gewebes notwendig werden.

Erholt sich die Lunge nach überstandener Gangrän vollständig?

Nein, das zerstörte Lungengewebe regeneriert sich nicht, sodass ein bleibender Funktionsverlust der betroffenen Areale zurückbleibt.

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