Vergiftung durch Expektoranzien (Schleimlöser)
Expektoranzien lösen zähen Schleim in den Atemwegen und erleichtern das Abhusten. Wirkstoffe sind Acetylcystein, Ambroxol, Bromhexin und pflanzliche Extrakte. Sie sind gut verträglich und schwere Vergiftungen sind selten, betreffen aber Kleinkinder, die Saft oder Brausetabletten einnehmen.
Ursachen
Ursachen sind zu hohe Dosierung, Verwechslung, Einnahme durch Kinder und Kombination mehrerer Hustenpräparate. Sehr hohe Acetylcystein-Dosen werden bei anderen Vergiftungen bewusst als Gegenmittel eingesetzt.
Symptome
Typisch sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Magenbrennen. Selten kommen Kopfschmerzen, Herzklopfen, Hautausschlag, Atemnot bei Asthma oder allergische Reaktionen hinzu. Bei Kleinkindern können Atemwegsbeschwerden durch verflüssigten Schleim auftreten.
Diagnostik
Wirkstoff und Menge werden erfragt, Kreislauf, Atmung und Blutsalze werden bei Bedarf überwacht.
Behandlung
Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Bei größeren Mengen Giftinformationszentrum oder Notruf 112 kontaktieren. Beschwerden werden behandelt, allergische Reaktionen oder Atemnot benötigen rasche ärztliche Hilfe.
Verlauf und Prognose
Die Beschwerden klingen meist rasch ab. Vorbeugend werden Dosierungen eingehalten und Hustenmittel kindersicher aufbewahrt. Für Kinder unter zwei Jahren sollten Schleimlöser nur nach ärztlicher Anweisung verwendet werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftungen: Erste Hilfe und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Sind Schleimlöser gefährlich?
In üblicher Dosis nicht, große Mengen können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Für wen sind sie ungeeignet?
Für sehr kleine Kinder ohne ärztlichen Rat.
Gibt es ein Gegenmittel?
Nein, Beschwerden werden behandelt.
Wann ist es ein Notfall?
Bei Atemnot, Ausschlag mit Schwellung oder Kreislaufproblemen, dann den Notruf 112 wählen.
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