Erektile Dysfunktion
Die erektile Dysfunktion bezeichnet die wiederholte oder anhaltende Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Sie betrifft Männer aller Altersgruppen, ihre Häufigkeit nimmt mit dem Alter jedoch deutlich zu. Da die Erektionsfähigkeit von einem Zusammenspiel aus Gefäßen, Nerven, Hormonen und Psyche abhängt, kann eine erektile Dysfunktion ein frühes Warnzeichen für ernsthaftere Gefäßerkrankungen sein.
Ursachen
Bei einem großen Teil der Männer, besonders ab mittlerem Alter, liegen überwiegend körperliche Ursachen vor, allen voran Gefäßerkrankungen durch Arteriosklerose, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Rauchen und erhöhte Blutfette, die die feinen Blutgefäße des Penis schädigen. Auch neurologische Erkrankungen, ein niedriger Testosteronspiegel, bestimmte Medikamente sowie Operationen im Beckenbereich können ursächlich sein. Bei jüngeren Männern spielen psychische Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder Beziehungsprobleme häufig eine größere Rolle.
Symptome
Das Hauptmerkmal ist die wiederholte Schwierigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder über die notwendige Zeit aufrechtzuerhalten. Begleitend können ein vermindertes sexuelles Verlangen sowie psychische Belastungen wie Versagensängste, Scham oder Beziehungsspannungen auftreten, die die Beschwerden zusätzlich verstärken können.
Diagnostik
Ein offenes ärztliches Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und Lebensstil steht am Anfang der Abklärung. Da eine erektile Dysfunktion häufig auf zugrunde liegende Gefäßerkrankungen hinweist, werden Blutdruck, Blutzucker und Blutfette überprüft. Je nach Verdacht können zusätzlich der Testosteronspiegel bestimmt sowie spezielle Untersuchungen der Penisdurchblutung durchgeführt werden, um zwischen überwiegend körperlichen und psychischen Ursachen zu unterscheiden.
Behandlung
An erster Stelle steht die Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie eine Anpassung des Lebensstils, etwa Rauchstopp und mehr Bewegung, was die Erektionsfähigkeit oft deutlich verbessert. Medikamente aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer sind bei den meisten Männern wirksam und werden bei Bedarf vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. Bei unzureichendem Ansprechen stehen weitere Optionen wie eine lokale Injektionstherapie, ein Vakuumerektionshilfesystem oder, in ausgewählten Fällen, eine operative Penisprothese zur Verfügung. Bei überwiegend psychischer Ursache kann eine Sexualtherapie hilfreich sein.
Verlauf und Prognose
Mit der heute verfügbaren Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten lässt sich bei den meisten Männern eine deutliche Besserung erreichen. Da eine erektile Dysfunktion häufig ein frühes Anzeichen einer beginnenden Gefäßerkrankung sein kann, sollte sie nicht nur als isoliertes sexuelles Problem, sondern als möglicher Hinweis auf das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erektile Dysfunktion: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist erektile Dysfunktion immer psychisch bedingt?
Nein, besonders bei älteren Männern liegen meist überwiegend körperliche Ursachen vor, häufig im Zusammenhang mit Gefäßerkrankungen.
Kann erektile Dysfunktion auf eine Herzerkrankung hindeuten?
Ja, da die Blutgefäße des Penis oft früher betroffen sind als die Herzkranzgefäße, kann sie ein frühes Warnzeichen für eine beginnende koronare Herzkrankheit sein.
Wirken die verschreibungspflichtigen Medikamente bei jedem?
Bei den meisten Männern sind sie wirksam, bei bestimmten Ursachen wie ausgeprägten Nervenschäden kann die Wirkung jedoch eingeschränkt sein.
Sollte man wegen dieser Beschwerden ärztlichen Rat suchen?
Ja, da sich dahinter behandelbare körperliche Ursachen verbergen können und wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
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